Advertisement

Engel in der Krise

Zum Engelsmotiv in der romantischen Ästhetik und in Jean Pauls Roman Der Komet
  • Monika Schmitz-Emans
Chapter

Zusammenfassung

An Wilhelm Heinrich Wackenroders und Ludwig Tiecks Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders sowie an den Phantasien über die Kunst ist die Wendung deutlich ablesbar, welche sich im ästhetischen Diskurs der Frühromantik vollzieht. Kunst und Literatur erscheinen als Instanzen, die nur ihren eigenen ästhetischen Gesetzen verpflichtet sind und dabei Funktionen erfüllen, welche von keiner anderen Instanz übernommen werden können. Selbstbewußt treten Künste und Dichtung in ein Konkurrenzverhältnis zur Philosophie und zur Wissenschaft, in gewissem Sinne auch zur Religion, wenngleich hier die Verhältnisse anders liegen. Gegenüber Philosophie und Wissenschaften behaupten die ästhetischen Medien ihre eigene Wahrheit, welche sogar polemisch gegen die Wahrheiten des Verstandes ausgespielt wird. Aus der religiös-theologischen Sphäre werden demgegenüber Motive, Topoi, Bilder- und Gleichnisvorräte entlehnt — sowie der Anspruch auf eine Transzendierung der sinnlich-endlichen Sphäre. Dabei ist die Religion jedoch eher ein Kostümfundus als eine Konkurrentin. Man mag Wackenroders und Tiecks ästhetisches Konzept zwar als Kunstreligion charakterisieren, sollte sich dabei aber des säkularen Grundcharakters dieser Religion bewußt sein, der es letztlich darum geht, die ästhetische Produktivität selbst in einer Weise aufzuwerten, welche diese dem näher rücken läßt, was im religiösen Diskurs das »Göttliche« heißt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2003

Authors and Affiliations

  • Monika Schmitz-Emans

There are no affiliations available

Personalised recommendations