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Sinesische Sprachgitter: Jean Pauls Schriftbilder der anderen Welt

  • Sabine Eickenrodt
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Zusammenfassung

»Der Chinese soll warm in die Druckerey kommen; das ist die wahre Abfertigung für dieses Volk«.2 Schillers gnadenloses Urteil in seiner Antwort auf Goethes Epigramm, das dieser am 10.8.1796 mit der Bemerkung nach Jena gesandt hatte, Richter habe ihn mit einer »arroganten Äußerung« zu seiner beiliegenden Polemik mit dem Titel Der Chinese in Rom3 veranlaßt, gehört zu den Standardsätzen eines biographischen Kapitels aus dem Leben Jean Pauls, das oft benannt, selten beschrieben und kaum zu interpretieren versucht wurde.4 Angesichts der hier aufgerufenen und prompt geahndeten Bemerkung in einem Brief Jean Pauls vom 3. August 1796 an Karl Ludwig von Knebel (SW III/2,227), die nicht der Rede wert und zudem — wie inzwischen nachgewiesen wurde — mit Goethe gar nicht in Verbindung zu bringen war, vermag diese schroffe Reaktion des Sich-Beleidigt-Glaubenden wohl eher von dessen Überempfindlichkeit als von einem wirklich zu identifizierbaren Affront Zeugnis ablegen zu können. Das Epigramm wurde zwar vielfach zitiert, aber erst Hendrik Birus hat es in seiner luziden Studie5 unternommen, die rüde Ausgrenzung Jean Pauls als eines Chinesen und dessen damit einhergehende Stigmatisierung als »krank« nicht nur als überzogen, sondern auch von der Sache her zumindest als befremdlich zu konstatieren.

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  • Sabine Eickenrodt

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