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Der Leser als Zuhörer von Geschichten. Leserentwürfe in der westdeutschen Kinderliteratur der fünfziger und sechziger Jahre

  • Andrea Weinmann
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Zusammenfassung

Mit der Frage nach dem Leser von (kinderliterarischen) Texten begibt man sich, je nach Ausrichtung der Frage, entweder auf das Gebiet der (historischen) Rezeptions- oder Leserforschung („Wer sind die Leser eines Textes?“) oder („Wie wird der Leser einem Text eingeschrieben?“) auf das der Erzähl- oder Kommunikationsforschung bzw. der Wirkungsästhetik. Als prominenteste, zum Teil konkurrierende Modelle für die Analyse von Leserentwürfeh wären diejenigen von Wayne C. Booth (Booth 1974), Umberto Eco (Eco 1990) oder Wolfgang Iser (Iser 1984) zu nennen. Diese verschiedenen Erzähl- oder Kommunikationsmodelle sind nicht Gegenstand der folgenden Überlegungen; auch eine Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung einzelner theoretischer Modelle durch die Kinder- und Jugendliteraturforschung soll hier nicht geführt werden. Der Ansatz ist literaturgeschichtlich und steht damit, weil es literaturgeschichtliche Forschung immer mit einer Vielzahl historischer Erscheinungsformen zu tun hat, in einer „gewissen Opposition“ zu theoretischen Modellen; darauf weisen Cordula Kahrmann, Gunter Reiß und Manfred Schluchter hin (Kahrmann/Reiß/Schluchter 1996, 57). Ihr Fazit für die literaturgeschichtliche Arbeit lautet, für sie könne das „theoretische Modell […] nicht verbindliche Norm sein“, sondern müsse „am breit entfalteten historischen Material korrigiert werden“ (ebd., 58).

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Authors and Affiliations

  • Andrea Weinmann
    • 1
  1. 1.Frankfurt am MainDeutschland

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