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Litura des Namens

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Zusammenfassung

Um archäologisch beschreiben zu können, wie sich die Makrostruktur der Hyperbel in einem singulären literarischen Verfahren,1 in diesem Fall Jahnns Prosa, konkretisiert, ist es notwendig, von den Intentionen eines etwaigen Autor-Ich zu abstrahieren und stattdessen jene Schreibakte positiv werden zu lassen, in denen es sich verliert. Bevor wir aber — mit Descartes durch eine muntere Parole wie »Wohlan denn: mögen wir archäologisieren…« ermutigt — in die Praxis der Beschreibung abtauchen, stellt sich die Frage nach dem Zugang zu einem Werk, das sich aus archäologischer Perspektive nicht mehr auf die griffige Abfolge von mehr oder weniger gelungenen Dramen, Romanen, Novellen und Fragmenten beschränken läßt, sondern ein Tableau schwer faßbarer hyperbolischer Spannungskurven und eine offene topographische Landschaft — den simultanen Raum einer Schrift ohne Anfang und Ende — präsentiert. Leisteten es jedoch Foucaults Literaturanalysen, bestimmte Werke auf eine spezifisch literarische Verfahrensweise festzulegen, beispielsweise Flauberts Werk auf die Selbstinszenierung von Lexika oder Roussels Werk auf die Öffnung und Schließung einiger weniger zweideutiger Sätze, so meine ich, daß sich aus dieser archäologischen Perspektive auch in Jahnns Prosa ein hyperbolisches Sprachereignis ausloten läßt, das sich endlos selbst inszeniert und redupliziert. Und zwar handelt es sich um eine sehr nahe und offen auf der Hand liegende Hyperbel, die auf der Ebene der Schriftlichkeit und Rede mit jener Deterritorialisierung korrespondiert, die Deleuze/Guattari in der Erschaffung des Gesichts entdeckten — ich meine die Hyperbel des Namens.2

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