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Archäologisches Beschreiben

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Zusammenfassung

Es ist bisher viel von einer gegenhermeneutischen Literaturanalyse und einer poetologischen Struktur der Foucaultschen Archäologie die Rede gewesen, die noch dazu von einer scheinbar entrückten „Formalontologie der Literatur“ berichtet und den fernen Raum einer „dezentralen Erfahrung des Imaginären“ zum Grund haben soll. Klingt das nicht alles arg „geschwollen, nur bei Mondschein lesbar“,1 um sich in der praktischen wissenschaftlichen Arbeit letztendlich als bloße kryptische Interpretation und schlichter, hausbackener Kommentar zu erweisen?2 Auch um diesem berechtigten Mißtrauen vorbeugen zu können, bedarf es der Beantwortung der Frage, was es mit der „archäologischen Beschreibung“ konkret auf sich hat und durch welche Vorgehensweise sie sich von den traditionellen Methoden literaturwissenschaftlicher Hermeneutik unterscheidet. Der Archäologie des Wissens zufolge unterteilen sich die Disziplinen, die wir bisher als Naturgeschichte, Ideengeschichte, Geschichte der Faktizitäten kennen, in verschiedene Diskurse, also Organisationsformen von Sprache, Schrift und Rede. Die Archäologie trägt dem daraus resultierenden Faktum, Strukturen ausgesetzt zu sein, deren absolute Transparenz sich ihr entziehen, in ihrer Vorgehensweise Rechnung. Gegenüber der Anmaßung wissenschaftlicher Objektivierung und dem uneinlösbaren Anspruch einer begrifflichen Distanzierung, die niemals vollständig gelingen kann, vollzieht sie sich daher im nüchternen Akt der Beschreibung (Foucault 1972, 284ff.).

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