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Aspekte der Leipziger Kirchenmusikpflege unter Johann Sebastian Bach und Seinen Nachfolgern

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Zusammenfassung

Über das Ausmaß und die Bedeutung der Bach-Pflege in den Jahrzehnten nach Johann Sebastian Bachs Tod herrschen in der gegenwärtigen Forschung zwei diametral entgegengesetzte Ansichten. Die Erinnerung an Johann Sebastian Bach und die Rezeption seiner Werke sei nach seinem Tod im Jahr 1750 rasch und nachhaltig erloschen und erst 1829 mit der Wiederentdeckung der Matthäus-Passion durch Felix Mendelssohn Bartholdy wieder erwacht, behaupten die einen. Die anderen berufen sich auf die zahlreichen Erwähnungen Bachs im musiktheoretischen und ästhetischen Schrifttum des Zeitraums von 1750 bis 1800 sowie auf den schier unübersehbaren Strom der in jener Zeit entstandenen handschriftlichen Quellen und verweisen auf die ungebrochene Kontinuität der praktischen wie intellektuellen Auseinandersetzung mit Bachs Musik, ohne die die Initiative Mendelssohns gar nicht erst möglich gewesen sei. So unterschiedlich und unvereinbar diese konkurrierenden Auffassungen auch sein mögen — beide Seiten haben auf ihre Weise recht.

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Notizen

  1. 4.
    E. Platen, Eine Pergolesi-Bearbeitung Bachs, in: Bach-Jahrbuch 1961, S. 35–51; A. Dürr, Neues über Bachs Pergolesi-Bearbeitung, in: Bach-Jahrbuch 1968, S. 89–100.Google Scholar
  2. 5.
    Vergleiche C. Wolff, Johann Sebastian Bachs Spätwerk: Versuch einer Definition, in: Johann Sebastian Bachs Spätwerk und dessen Umfeld. Perspektiven und Probleme. Bericht über das wissenschaftliche Symposion anläßlich des 61. Bachfestes der Neuen Bachgesellschaft, Duisburg 28.–30. Mai 1986, Kassel usw. 1988, S. 15–22.Google Scholar
  3. 8.
    Grundlegende Ausführungen zu Leben und Werk Harrers sowie zu den von ihm in Leipzig aufgeführten Werken anderer Komponisten finden sich bei A. Schering, Der Thomaskantor Gottlob Harrer (1703–1755), in: Bach-Jahrbuch 1931, S. 112–146.Google Scholar
  4. 12.
    Vergleiche U. Leisinger, Hasses „I Pellegrini al Sepolcro“ als Leipziger Passionsmusik, in: Bericht über die wissenschaftliche Konferenz anläßlich des 69. Bach-Festes der Neuen Bachgesellschaft, Leipzig, 29. und 30. März 1994, Hildesheim 1995 (= Leipziger Beiträge zur Bach-Forschung, Bd. 1), S. 71–85, speziell S. 74.Google Scholar
  5. 15.
    Harrers Notenbibliothek kam gegen Ende des 18. Jahrhunderts über die Musikalienhandlung Breitkopf in die Berliner Sammlung Voß. Vergleiche B. Faulstich, Die Musikaliensammlung der Familie von Vof3. Ein Beitrag zur Berliner Musikgeschichte um 1800, Kassel usw. 1997 (= Catalogus Musicus XVI); die aus dem Besitz Harrers stammenden Handschriften der Sammlung Voll sind in Faulstichs Katalog meist als solche gekennzeichnet.Google Scholar
  6. 17.
    Vergleiche H.-J. Schulze, Studien zur Bach-Überlieferung im 18. Jahrhundert, Leipzig und Dresden 1984, S. 92–95; sowie Die Bach-Handschrifren der Thomasschule Leipzig. Katalog, bearbeitet von W. Neumann und C. Fröde, Leipzig 1986 (= Beiträge zur Bachforschung 5), speziell S. 83. (Der dort neben anderen Kopisten erwähnte Schreiber Anon. Vo ist wohl ebenfalls der Zeit nach Bachs Tod zuzuordnen).Google Scholar
  7. 18.
    Zum Schaffen von Doles siehe vor allem H. Banning, Johann Friedrich Doles. Leben und Werke, Leipzig 1939 (= Schriftenreihe des Staatlichen Instituts für deutsche Musikforschung 5); über von Doles aufgeführte Passionsmusiken fremder Komponisten siehe U. Leisinger, Hasses „I Pellegrini al Sepolcro“ …, a. a. O.; sowie H.-J. Schulze, Eine rätselhafte Johannes-Passion „di Doles“, in: Rudolf Eller zum Achtzigsten: Ehrenkolloquium zum achtzigsten Geburtstag von Prof. em. Dr. Rudolf Eller am 9. Mai 1994, Rostock 1994, S. 67–74.Google Scholar
  8. 22.
    Vergleiche H.-J. Schulze, Über den Endzweck der Kirchenmusik in Leipzig nach 1750, in: Bach-Jahrbuch 81 (1995), S. 191–193.Google Scholar

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