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„Her brests are dun …“ — Zur Dark Lady in Shakespeares Sonetten

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Zusammenfassung

So Petrarca über die Dame Laura.
  • I loue to heare her speake, yet well I know,

  • That Musicke hath a farre more pleasing sound:

  • I graunt I neuer saw a goddesse goe,

  • My Mistres when she walkes treads on the ground.

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Literatur

  1. 1.
    F. Petrarca: Canzoniere. Hg. v. M. Santagata, Mailand 1996, S. 441, XC, V. 9–11. H. Friedrich weist darauf hin, daß in dem zitierten Terzett die Venusschilderung der Aeneis (I, 318 und 405) anklingt (Epochen der italienischen Lyrik. Frankfurt a.M. 1964, S. 252).Google Scholar
  2. 2.
    Die Sonette werden zitiert nach dem Text der Quarto-Ausgabe von 1609, reproduziert bei S. Booth (Hg.): Shakespeare’s Sonnets. Edited with analytic commentary. New Haven, London 1977.Google Scholar
  3. 3.
    Als Definition von „dun“ gibt das Shorter OED: „dull greyish brown, like the hair of a mouse“.Google Scholar
  4. 4.
    Nicht gezählt sind die letzten beiden Sonette (153, 154), die den Zyklus wie eine Coda beschließen. Vgl. zu ihrem Vorbild Fn. 19.Google Scholar
  5. 5.
    Es heißt von ihm in den ‘procreation sonnets’ (Nr. 3): „[…] where is she so faire whose vneard wombe / Disdaines the tillage of thy husbandry?“—Bezüglich der Schönheit, die gerechterweise für die Geliebte zu beanspruchen ist, scheint der Dichter sehr bemüht, das eigene Schwanken dem Leser mitzuteilen. Einerseits dünkt sie ihn so schön wie jede Frau, die ihrer Schönheit wegen in den Himmel gehoben wird (130), andrerseits gibt er zu: „some say that thee behold, / Thy face hath not the power to make loue grone“, und die Art, wie er sie verteidigt, ist ziemlich schwach: „To say they erre, I dare not be so bold, / Although I sweare it to my selfe alone“. Die ‘Verleumdung’, die ihr wahre Schönheit nicht zubilligen will, rührt, wie er glaubt, aus ihrem Charakter her, eher als aus ihrer körperlichen Bildung (131).Google Scholar
  6. 6.
    In Nr. 142, V. 6f., heißt es von den Lippen der Geliebten, sie hätten „prophan’d their scarlet ornaments, / And seald false bonds of loue“.Google Scholar
  7. 7.
    Siehe hierzu Booth 1977, S. 488 (Kommentar zu den Versen 13 und 14 dieses Sonetts).Google Scholar
  8. 8.
    Daß die Dark Lady verheiratet ist, wird von den Sonetten weder bestätigt noch ausgeschlossen. Die Wendung „In act thy bed-vow broake“ (152, V. 3) kann den Treuebruch in der Ehe, doch auch in einem nicht-ehelichen Verhältnis meinen.Google Scholar
  9. 9.
    Booth 1977, S. 123, transkribiert das „Will“ in Q als ‘will’, was hier sowohl Wille wie Begier (und implizit den Gegenstand der Begier) bezeichnet. Die Hervorhebung durch großen Anfangsbuchstaben und Kursivierung in Q läßt die Deutung auf eine Person dieses Namens zu, ja, legt sie nahe; es könnte dann der Freund sein, den die Dame einfangen will. Vgl. Fn. 11.Google Scholar
  10. 10.
    Booth 1977, S. 466.Google Scholar
  11. 11.
    Von den beiden beliebtesten Kandidaten, die als Empfänger der Widmung der Sonette an „Mr. [Master] W. H.“ vorgeschlagen wurden, ist einer William Herbert, dritter Graf von Pembroke.Google Scholar
  12. 12.
    Das punning in „He paies the whole“ [: hole] ist eines der Beispiele, die immer wieder in den zitierten Versen auftreten und die zu zahlreich sind, um überall glossiert zu werden.Google Scholar
  13. 13.
    Klassisch dagegen kann sie heißen. Man denke an Catull, den seine verzweifelte Liebe zu Lesbia die Götter anflehen läßt: „eripite hanc pestem pemiciemque mihi“ (76, V. 20).Google Scholar
  14. 14.
    Es mag damit stehen wie mit Goethes Liebe zu Faustina in den Römischen Elegien. Auf die Frage, „was an dem Faktum sei“, antwortete Goethe dem König von Bayern, man bedenke selten, „daß der Poet meistens aus geringen Anlässen was Gutes zu machen weiß“. (J.P. Eckermann: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens. Wiesbaden 251959, S. 267, 8. April 1829)Google Scholar
  15. 15.
    E. Partridge: Shakespeare’s Bawdy: An Essay and a Glossary. London 1947.Google Scholar
  16. 16.
    Gemeint sind die thematisch auf die Dark Lady bezogenen Stücke (127–152); zur ‘Coda’ vgl. Fn. 4 und 19.Google Scholar
  17. 17.
    Bei Albrecht von Johannsdorf (1180 oder 1185–1209) erwidert eine Dame auf die Frage des Sängers nach dem Lohn für seinen Minnedienst: „daz ir deste werder sÎt und dâ bÎ hôchgemuot“ (Minnesangs Frühling 93, 12, letzter Vers).Google Scholar
  18. 18.
    Booth 1977, S. 546, schreibt über Versuche, die Reihenfolge zu verbessern: „None of the proposed rearrangements has been more successful than Q’s.“Google Scholar
  19. 19.
    Es handelt sich um ein sechszeiliges Epigramm von Marianus Scholasticus; es stellt nicht die einzige, doch die früheste greifbare Form dar, in der das Motiv überliefert ist.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2000

Authors and Affiliations

  1. 1.Freie Universität BerlinDeutschland

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