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Einleitung

  • Gerd Fritz
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Dem Gegenstand der historischen Semantik begegnen wir im Alltag meist in der Form von neuen Verwendungsweisen von Wörtern, die uns auffallen und die wir dann selbst benutzen oder auch sprachkritisch ablehnen. Wir hören, wie ein Politiker von einer Schnittstelle von der Wirtschaft zur Wissenschaft spricht. Aufgrund unserer bescheidenen Kenntnisse der Computerterminologie und aufgrund des Kontexts vermuten wir, daß er einen Bereich meint, in dem know-how und Wissen ausgetauscht werden. Oder wir lesen in der Zeitung, daß Professoren der Politischen Ökonomie an der Humboldt-Universität abgewickelt worden seien. Da wir eine neuartige Verwendung von abwickeln seit etwa 1991 kennen — allerdings bezogen auf volkseigene Betriebe oder Universitätsinstitute —, nehmen wir an, daß damit gemeint ist, daß diese Professoren entlassen wurden. Anfang der 80er Jahre bewegte eine neue Verwendungsweise des Wortes geil im Sinne von toll manche Sprachkritiker und Sammler von jugendsprachlichen Eigenheiten. Vor etwa 150 Jahren beobachtete Schopenhauer mit Mißvergnügen, daß die Leute das Wort billig im Sinne von preisgünstig verwendeten statt wie bisher im Sinne von angemessen. Derartige Beobachtungen von Zeitgenossen sind uns seit der Antike überliefert.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2006

Authors and Affiliations

  • Gerd Fritz
    • 1
  1. 1.Universität GießenDeutschland

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