Figur

  • Franziska Schößler

Zusammenfassung

Bezüglichkeit und Äußeres statt Innenschau: Die Figur eines Dramas muss auf eine wichtige Ausdrucksmöglichkeit weitgehend verzichten, über die ein Prosatext verfügt, denn eine Innenschau, also der Blick auf seelische Vorgänge, ist lediglich in begrenztem Maße möglich. Allein der künstlich wirkende Monolog (s. Kap. 5.3.2) steht für den Ausdruck von Gedanken und Gefühlen im Drama zur Verfügung, in dem die äußere Erscheinungsweise, der Dialog und das Handeln der Figuren dominieren. Das Drama kann diesen Verzicht auf Introspektion jedoch kompensieren, indem es die Figuren innerhalb des vernetzten Gefüges mit Anderen über ihre Interaktionen bestimmt. Zudem erscheint die Figur auf der Bühne in körperlicher Plastizität als sich bewegender, körperlich präsenter Akteur, der durch seine Kostümierung, die Maske und anderes mehr komplexe Zeichen (auch) als Ausdruck seiner Identität bereitstellt.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2012

Authors and Affiliations

  • Franziska Schößler
    • 1
  1. 1.Universität TrierDeutschland

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