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Dorfgeschichte als Verlustgeschichte?

  • Gunter Mahlerwein
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Zusammenfassung

»Erst die Schule weg, dann der Pfarrer weg, jetzt die Verwaltung weg; so hungert der Ort aus und stirbt schließlich.«141 Übereinstimmend mit der Aussage des Bürgermeisters einer Gemeinde im Alb-Donau-Kreis aus den siebziger Jahren ließe sich die Geschichte des Dorfes in vielen Fällen als Verlustgeschichte beschreiben. Das Verschwinden der Bauern, der Landhandwerker, der kleinen Dorfläden, der Bedeutungsverlust von Verwandtschaft und Nachbarschaft, die schwindende Bindungskraft von Kirche und Vereinen, die Wegrationalisierung der Dorfschule, schließlich der Verlust der Autonomie, die Abschaffung von eigenem Bürgermeister und Gemeinderat — all das sind Entwicklungen, denen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts insbesondere die kleineren Dörfer ausgesetzt waren, die ihre Bewohner verunsicherten und die endzeitliche Stimmungen aufkommen lassen konnten. Viel weniger als Verlust wahrgenommen, veränderten sich auch Dorfbild und Gemarkung. Hier kamen die Mahnungen eher von außen.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2007

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  • Gunter Mahlerwein

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