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Theater in Österreich

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Zusammenfassung

Am 13. April 1945 endeten die Kampfhandlungen der Roten Armee in Wien, die Stadt war erobert. Bereits zehn Tage danach, am 23. April, starteten die Sowjets eine breitangelegte Kulturoffensive. In einer Rede vor »Vertretern des Theaters, des Films, der Literatur und der Presse« im Festsaal des Wiener Rathauses umwarb der sowjetische Kulturoffizier Miron Lewitas die österreichischen Künstler als »geistige Verbündete« und Helfer bei der möglichst sofortigen Wiedereröffnung der Kulturbetriebe, insbesondere der Theater. Eine Woche später, am 30. April, fand die erste Theateraufführung am Burgtheater statt. Grillparzers Sappho wurde in einer aus dem Jahre 1943 stammenden, teilweise umbesetzten Fassung gegeben. Die Aufführung fand im Variété-Theater Ronacher statt; einem Ausweichquartier des Burgtheaters für einige Jahre, da das angestammte Haus an der Ringstraße noch in den letzten Kriegswochen schwer beschädigt worden war. Bemerkenswert an dieser Rede vom 23. April ist, daß für diesen Neubeginn des kulturellen Lebens in Wien von sowjetischer Seite keinerlei inhaltliche Erwartungen oder gar Auflagen vorgetragen wurden. Dieser Neubeginn sollte als ein »Wiedererstehen« österreichischer Tradition gefeiert werden. Der Begriff der »Reorientierung«, der die ideologische, die ideelle Seite dieses Vorgangs beschrieb, wies in erster Linie in die Vergangenheit, nicht in die Zukunft. Diese Haltung wurde an den Verlautbarungen und den personellen Regelungen im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs am Wiener Burgtheater deutlich.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2007

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