Advertisement

Das Theater in Moldawien

Chapter
  • 156 Downloads

Zusammenfassung

Im Zusammenhang mit der Auflösung der Sowjetunion konstituierte sich 1990 die autonome Republik Moldova, ein Gebiet, das seiner Tradition nach überwiegend durch die rumänische Sprache und Kultur geprägt war und im Laufe seiner jüngeren Geschichte mehrfach geteilt wurde. So geriet der größte Teil des einstigen Fürstentums Moldawien 1812 unter russische Herrschaft. 1918 verschoben sich unter dem Einfluß der moldawischen Nationalbewegung und der russischen Revolution erneut die politische Zugehörigkeit und damit auch die vorherrschenden Tendenzen im kulturellen Leben. Während im rumänischen Landesteil um die Stadt Chişinău 1921 das Teatrul Naţional din Chişinău gegründet wurde — ein Nationaltheater, das den Anschluß an die Tradition rumänischer Kultur und Sprache wiederherstellte -, kam es in dem unter sowjetischer Herrschaft verbliebenen Gebiet zu einer rigoros durchgeführten Russifizierung des kulturellen Lebens: Diese beinhaltete ein Verbot der rumänischen Sprache und die Indienstnahme aller kulturellen Institutionen zur Propagierung der Sowjetideologie. (vgl. D. Rubin 1994 I, 593 ff.). Diesem Zweck diente auch das 1933 in Tiraspol eröffnete Staatstheater, das ausschließlich sowjetrussische Stücke aufführte. Nach der Besetzung des gesamten moldawischen Gebiets durch die Sowjetunion im Jahre 1945 wurde auch das kulturelle Leben in dem bis dahin rumänisch geprägten Landesteil im Sinne der sowjetischen Kulturpolitik gleichgeschaltet.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2007

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations