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Russisches Theater

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Zusammenfassung

Der Tod Stalins am 5. März 1953 und die Auflösung der Sowjetunion als Staatenverbund im Dezember 1991 waren die epochalen Zäsuren in der russischen Nachkriegsgeschichte. Am Ende des Zweiten Weltkriegs bestand die UdSSR aus 15 Republiken, von denen neun im europäischen und fünf im asiatischen Teil dieses riesigen Staatsgebildes lagen; eine — die Russische Föderation — erstreckte sich auf beide Kontinente. Mehr als 100 ethnische Gruppen und Nationalitäten mit jeweils eigenen Sprachen und Kulturen — die baltischen Länder eingeschlossen — waren dem zentralen Machtapparat in Moskau unterworfen (vgl. M. Shvidkoi, 935). An dessen Spitze stand von 1922 bis 1953 Josif V. Stalin. Dieser baute das Amt des Generalsekretärs der KPdSU als persönliches Machtzentrum auch innerhalb der Partei aus und entwickelte ein Terrorregime, das tatsächliche und vermeintliche politische Gegner systematisch ausschaltete, liquidierte oder in die berüchtigten Straflager verbannte. Millionen von Menschen waren Opfer dieses Regimes. In der Theatersphäre waren Vsevolod Mejerchol’d (1874–1940) und Vladimir Majakovskij (1894–1930), beide Exponenten der sowjetischen Theateravantgarde, die prominentesten Opfer dieses Terrors. (vgl. Bd. IV 788 ff. u. 844 ff.) Dementsprechend war die Beschäftigung mit deren künstlerischen Positionen jeweils ein Indiz für eine zeitweilig offenere Atmosphäre im kulturellen Leben, für eine weniger restriktive Ausübung der Zensur.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2007

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