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Entwicklungsdimensionen und -prozesse

  • Bettina Hurrelmann
  • Klaus-Ulrich Pech
  • Gisela Wilkending

Zusammenfassung

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geriet das Gefüge der Kinder- und Jugendliteratur mächtig in Bewegung. Dabei kam es auch zur Abschwächung bzw. zur Umkehr der für die erste Jahrhunderthälfte charakteristischen Tendenz der Ausdifferenzierung einer relativ eigenständigen, spezifischen KJL. Der Prozess der Autonomisierung der KJL hatte sich vor dem Hintergrund einer bürgerlichen Erziehungs- und Bildungskultur vollzogen. Ergebnis war ein breites Spektrum an kinder- und jugendliterarischen Gattungen und Genres, die in entsprechende Funktionszusammenhänge eingebettet waren (s. HKJL IV, Sp. 5 ff., 58 ff.). Eine bürgerliche Prägung des kinder- und jungendliterarischen Marktes wie der Lesekultur blieb in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts durchaus erhalten. Die spezifisch adressierte KJL wuchs auch in dieser Phase, bezogen auf die Entwicklung des literarischen Marktes insgesamt, überproportional an. Es festigten sich nun die Grenzen zwischen einer Kindern und einer Jugendlichen zugedachten Literatur. Literaturpädagogen und zahlreiche Verlage etablierten in ihren Lektüreempfehlungen bzw. in ihrer Verlagswerbung ein in Grundzügen bis heute existierendes System der Adressatendifferenzierung, in dem sie die Kinder- und die Jugendliteratur nach Altersklassen, und teils auch nach Mädchen- und Jungenlektüren, unterschieden. Andererseits ist für diese Epoche aber auch die gegenläufige Tendenz einer Entdifferenzierung von Lesepublika und einer Angleichung der literarischen Spezifik der KJL und der ›Erwachsenenliteratur‹ charakteristisch. Dies wird nicht nur aufgrund der großen Menge der an ›Jugend und Volk‹ gerichteten Texte augenfällig. Eine weitergehende Erosion der Grenzen zwischen der KJL und anderen Literaturen zeigt sich auch in der an ›die Jugend‹ adressierten Literatur und ist sogar bis in die spezifisch adressierte Kinderliteratur hinein bemerkbar.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2008

Authors and Affiliations

  • Bettina Hurrelmann
  • Klaus-Ulrich Pech
  • Gisela Wilkending

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