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Der vorliegende Band im Kontext der Handbuchreihe

  • Bettina Hurrelmann

Zusammenfassung

Der vorliegende fünfte Band des Handbuchs zur Kinder- und Jugendliteratur gilt einem Untersuchungszeitraum, der für die Entwicklung dieses Literaturbereichs v. a. zwei grundlegende Veränderungen bringt: Zum einen wird die Kinder- und Jugendliteratur (KJL) zu einem Teil der modernen ›Massenliteratur‹. Sie partizipiert damit nicht nur an der Ausweitung der Produktion, die sich im Laufe des Berichtszeitraums beschleunigt, sondern ist auch enger als zuvor in den allgemeinliterarischen Prozess eingebunden, der sich auf die Berücksichtigung leseferner Schichten öffnet, mit entsprechenden Angeboten einer Erweiterung und sozialen Durchmischung des Lesepublikums zuarbeitet, was in Teilbereichen mit einer Tendenz zur gemeinsamen Ansprache der Generationen einhergeht. Dieser Entwicklung, die im Zeichen wachsender Marktorientierung die Grenzen des vormals relativ eigenständigen literarischen Feldes der KJL fließend macht, das durch den Bezug auf eine bürgerliche Erziehungskultur geprägt war, steht jedoch eine mindestens ebenso mächtige gegenläufige Tendenz gegenüber. Sie zielt umgekehrt auf die Festigung der soziokulturellen Spezifik eines für den bürgerlichen Nachwuchs gedachten Angebotes und in diesem Rahmen auf eine Präzisierung des Adressatenbezugs. So tritt in einigen Gattungsbereichen nicht nur die Kontur einer speziell für die Heranwachsenden der bürgerlichen Schichten produzierten Literatur prägnant hervor, sondern innerhalb dieses Feldes erfolgt eine Ausdifferenzierung der Adressatenkonzepte und Angebote nach Altersgruppen und Geschlecht der anvisierten Rezipienten: Eine ausgebaute Kleinkindliteratur tritt vor die Kinderliteratur, von dieser grenzt sich die Jugendliteratur deutlicher als zuvor ab, und innerhalb der Jugendliteratur wird noch einmal v. a. die Mädchenliteratur vom übrigen Angebot unterschieden.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2008

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  • Bettina Hurrelmann

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