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Empirische Befunde zur Qualität qualitativer Sozialforschung. Resultate einer Analyse von Zeitschriftenartikeln

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Zusammenfassung

Das Ziel der dargestellten Untersuchung ist es, eine Überprüfung der Qualität einschlägiger Forschungsarbeiten zu leisten, welche mit qualitativen Methoden der Sozialforschung gearbeitet haben. Qualität meint in diesem Zusammenhang die Einhaltung verbreiteter Forschungsstandards. Dieser auf den gesamten Forschungsprozess abzielende Ansatz der Begutachtung von Veröffentlichungen in den größten gereviewten Fachzeitschriften der Soziologie und den Erziehungswissenschaften förderte in allen vier großen Bereichen, der Methodenauswahl, der konkreten Ausführung, der Analyse sowie der Präsentation mehr oder weniger bedeutsame Schwächen zu Tage. Als Bewertungsmaßstab werden eine Reihe von approbierten Gütekriterien herangezogen, die der jüngsten Qualitätsdiskussion in der qualitativen empirischen Sozialforschung entstammen. Dabei wird eindeutig der Ansatz vertreten, dass diese Forschungsrichtung ihre eigenen Kriterien zu entwickeln und heranzuziehen haben. Das aufgefundene Spektrum reicht von vorbildlichen bis hin zu defizitären Arbeiten. Am anfälligsten jedoch ist der Bereich der Datenanalyse, die bisweilen unsystematisch und geheimnisvoll bleibt. Es überrascht dahingehend, dass die marktüblichen QDA-Software-Pakete in den einbezogenen Artikeln keine Rolle spielen. Die Ergebnisse deuten einerseits auf ein Defizit in der Methodenausbildung hin. Andererseits scheint die gern kritisierte Einbringung der Subjektivität der Forschenden von diesen zum Teil selbst auf eine Art und Weise missverstanden zu werden, die dazu führt, dass ein Eindruck von Beliebigkeit und Zufall zu entstehen vermag. Insbesondere dem muss entgegengearbeitet werden.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Da der Katalog als solcher hier nicht im Mittelpunkt der Untersuchung steht, wird er lediglich en passant in Form der empirischen Ergebnisse expliziert. Eine umfangreiche Dokumentation, Diskussion und Herleitung findet sich an anderer Stelle (Grunenberg 2001, Hansen/Grunenberg 2003).Google Scholar
  2. 2.
    Berücksichtigt wurden die Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation (ZSE): 22 Aufsätze; Zeitschrift für Soziologie (ZfS): 11 Aufsätze; Zeitschrift für Biographieforschung und Oral History (BIOS): 9 Aufsätze; Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (ZfE): 6 Aufsätze; Zeitschrift für Pädagogik (ZfP): 5 Aufsätze; Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie (KZfSS): 4 Aufsätze; Zeitschrift für qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung (ZBBS): 3 Aufsätze.Google Scholar
  3. 3.
    Dennoch kann von einer gewissen „Dunkelziffer“ ausgegangen werden, die Analysesoftware verwendet, dies aber nicht erwähnt. Schließlich, so mögen viele Autorinnen und Autoren denken, ist es ja auch nicht üblich, dass das verwendete Schreibprogramm und das Betriebssystem des Rechners erwähnt werden.Google Scholar
  4. 4.
    Womöglich ist dies abermals ein Hinweis auf vorhandene Schulbildungen, da z.T. der Eindruck entsteht, eine einstmals erlernte Forschungsvariante wird von einigen Forschenden auf beliebige Untersuchungsgegenstände und Fragestellungen angewandt.Google Scholar
  5. 5.
    Die Prozentangaben beziehen sich nur auf die jeweils relevanten Fälle. Z.B. bedarf es bei einem auf Literaturvorlagen beruhenden Verfahren keiner Transkriptionsregeln.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

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