Advertisement

Bergbau und öffentliche Verkehrsanstalten im Planfeststellungsverfahren

Chapter
  • 8 Downloads
Part of the Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen book series (AFLNW, volume 131)

Zusammenfassung

Wie gezeigt161, erwächst das Rechtsproblem des Verhältnisses von Bergbau und öffentlichen Verkehrsanstalten aus der Kollision der bergbaulichen Tätigkeit mit den Verkehrsanlagen im Raum. Die §§153, 154 ABG bezwecken und erreichen — jedenfalls nach der hier vertretenen Ansicht — eine Regelung, deren Folgen jeden der Beteiligten veranlassen, die Nachteile des Zusammentreffens von Bergbau und öffentlichen Verkehrsanstalten möglichst gering zu halten. Wo das nicht möglich ist, will das ABG die Nachteile der Kollision gerecht und zweckmäßig aufteilen. Wie in aller Regel im Privatrecht, handelt es sich um eine abstrakte generelle Regelung, aus der sich automatisch die Folgen ergeben. Der bezweckte raumordnende Effekt wird mittelbar über diese privatrechtlichen Folgen, die dann Anlaß zu einem sinngemäßen Verhalten der Beteiligten geben, erreicht. Wie schon oben162 gesagt ist, geht es dagegen im Planfeststellungsverfahren darum, im konkreten Fall durch Hoheitsakt unmittelbar sicherzustellen, daß sich die Verkehrsanlage in den Raum möglichst gut einfügt. Es sollen alle Maßnahmen angeordnet werden, die die Verkehrsinteressen und die mit ihnen kollidierenden sonstigen Interessen befriedigen oder ausgleichen helfen. Das Gesetz stellt dafür eine organisatorische Grundlage und einen ausfüllungsfähigen aber auch ausfüllungsbedürftigen Rahmen zur Verfügung.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 161.
    Vgl. oben S. 10 ff.Google Scholar
  2. 162.
    Vgl. S. 29.Google Scholar
  3. 163.
    Vgl. dazu Blümel, Bauplanfeststellung I, S. 24ff.Google Scholar
  4. 164.
    Die Planfeststellung für Verkehrsanlagen ist nicht nur das Hauptbeispiel für derartige Verfahren, sondern auch die historische Wurzel der Institution; vgl. oben S. 29.Google Scholar
  5. 165.
    Erstfassung vom 6. VIII. 1953 (BGBl. I, 903), jetzt in der Fassung vom 6. VIII. 1961 (BGBl. I, 1741).Google Scholar
  6. 166.
    Zu den Vorläufern der heutigen Regelungen vgl. Haustein, Die Eisenbahn im öffentlichen Recht, § 69; Blümel, a.a.O., S. 84ff.; Marschall, a.a.O., S. 17 Rdn. 1; Kodal, a.a.O., S. 471 ff. Bemerkenswert ist, daß schon § 14 Abs. 1 und 2 des Preußischen Eisenbahngesetzes (PrEbG) vom 3. XL 1838 in Aufbau und Inhalt völlig mit § 17 Abs. 4 und 5 BFStrG übereinstimmt und auch im Wortlaut sehr ähnlich ist.Google Scholar
  7. 167.
    So vom Personenbeförderungsgesetz vom 21. III. 1951 (BGBl. I, 241); es behandelt u.a. die Planfeststellung für Straßenbahnlinien, vgl. §§28–30, insbes. §29 Abs. 2 und 3. Ferner vom nordrhein-westfälischen Straßengesetz (nwStrG) vom 28. XL 1961 (GVNW S. 305), vgl. §§37–41, insbes. §39 Abs. 2 und 3, und vom nordrhein-westfälischen Landeseisenbahngesetz vom 5. IL 1957 (GV NW S. 11), vgl. §§ 13, 41 insbes. § 13 Abs. 4 und 5. In der Formulierung — aber nicht sachlich — weichen ab: § 36 des Bundesbahngesetzes (BbG) vom 13. XII. 1951 (BGBl. I, 955); § 8–10 LuftVG vom 10. I. 1959 (BGBl. I, 9), wo für die Anlage und wesentliche Änderung von Flughäfen zwar § 17 Abs. 4, nicht aber Abs. 5 wörtlich übernommen ist, und die Vorschriften der Wassergesetze über die Planfeststellung beim Ausbau von Gewäs-Google Scholar
  8. Die wasserrechtliche Planfeststellung ist durch zahlreiche Verweisungen sehr verwickelt gestaltet — vgl. §§31, 11 Wasserhaushaltsgesetz (WHG), §§63, 64, 67, 101, 103 ff. des nordrhein-westfälischen Wassergesetzes (nwWG) -, kommt in den hier entscheidenden Punkten jedoch zu denselben Grundsätzen wie das BFStrG.Google Scholar
  9. 168.
    Einheitliche Meinung in Literatur und Rechtsprechung. Vgl. etwa: Marschall, a.a.O., § 17 Rdn. 4, § 18 Rdn. 5; Ule, Verwaltungsgerichtsbarkeit, S. !53;BlümelDÖV 1959, S. 665; Haustein, a.a.O., S. 156, BVerwG in VkBl. 1957, S. 168. Auch das BFStrG selbst sieht den Planfeststellungsbeschluß ganz offenbar als Verwaltungsakt an. Denn § 18 Abs. 6 schreibt vor, der Beschluß sei den Beteiligten mit Rechtsmittelbelehrung zuzustellen. Eine solche Belehrung ist nur dann sinnvoll, wenn es sich um einen anfechtbaren Akt handelt.Google Scholar
  10. 169.
    Unrichtig Marschall, a.a.O., S. 878, FN 31, wonach in NRW gegen den Planfeststellungsbeschluß nach § 18 BFStrG „Einspruch” zulässig sein soll. Planfeststellungsbehörde gem. § 18 Abs. 5 FStrG ist in NRW der Minister für Landesplanung, Wohnungsbau und öffentliche Arbeiten als oberste Landesbehörde für den Straßenbau, vgl. § 3 des Landesorganisationsgesetz vom 10. VII. 1962, GV NW S. 421, sowie die Bekanntmachung der Geschäftsbereiche der obersten Landesbehörden vom 8.1. 1963, GV NW S. 7. Wie hier dagegen Kodal, Straßenrecht, S. 501.Google Scholar
  11. 170.
    Vgl. Eyermann-Fröhler, VwGO, § 42 Rdn. 85.Google Scholar
  12. 171.
    So auch Kodal, a.a.O., S. 500, 501; Marschall, a.a.O., § 18 Rdn. 5, S. 536.Google Scholar
  13. 172.
    Vgl. hierzu etwa: Beispiele aus der Landesplanungsarbeit, Veröffentlichung der Landesplanungsgemeinschaft Westfalen, Münster 1961, S. 73 ff.Google Scholar
  14. 173.
    So benötigt z. B. die Autobahn Verwaltung zwar keine Ausnahmegenehmigung, wenn sie die Trasse durch ein Landschaftsschutzgebiet führen will (außer in Bayern, vgl. Marschal, a.a.O., S. 862 FN 15), aber sie muß sich überlegen, wie sie die Beeinträchtigung möglichst gering hält oder vielleicht ganz vermeidet. Über die Berücksichtigung derartiger Gesichtspunkte wachen die am Verfahren zu beteiligenden zuständigen Fachbehörden.Google Scholar
  15. 174.
    Das ist inzwischen auch in Gesetzen zum Ausdruck gekommen, vgl. z. B. §§ 103 Abs. 1 nwWG, 37 Abs. 1 nwStrG, 16 Abs. 1 BFStrG, 6 Abs. 2 LuftVG.Google Scholar
  16. 175.
    Zum raumordnenden Charakter der Genehmigung eines Flughafens und ihren Folgen vgl. Westermann, Zeitschrift für Luftrecht, 1957, S. 259 ff.Google Scholar
  17. 176.
    Abgedruckt in ZfB 8, 424f.Google Scholar
  18. 177.
    Richtlinien der Reichsbahn-Hauptverwaltung zu § 37 Reichsbahngesetz vom 13.III. 1930, RGBl. II S. 369, abgedruckt auch bei Scbaefer, Die Gesetze der Reichsautobahnen, S. 67ff., 79.Google Scholar
  19. 178.
    Vgl. Schaefer, a.a.O., S. 91.Google Scholar
  20. 179.
    Vgl. den Abdruck dieses Schriftwechsels in ZfB 67, 389.Google Scholar
  21. 180.
    In: Die Bundesbahn 1955, 762rT.Google Scholar
  22. 181.
    Vgl. MB1. 1959, 1454fT.Google Scholar
  23. 182.
    Dabei fehlt hier allerdings der Hinweis auf die in § 153 Abs. 2 ABG vorgeschriebene Beteiligung des Bergwerkseigentümers am Planfeststellungsverfahren.Google Scholar
  24. 183.
    VkBl. 1962, S. 178, abgedruckt auch bei Marschall, a.a.O., S. 846ff.Google Scholar
  25. 184.
    Vom 8. IV. 1965, BGBl. I 306.Google Scholar
  26. 185.
    Vom 7. VIII. 1964, MB1. S. 1205, abgedruckt auch bei Zinkahn-Bielenberg, Raumordnungsgesetz des Bundes, S. 368ff. Die anderen Bundesländer haben solche Programme noch nicht aufgestellt.Google Scholar
  27. 186.
    Das ist anders etwa bei der Genehmigung eines Flughafens, bei dem nach § 7 LuftVG aus dem Eignungsbegriff des Flughafengeländes Maßstäbe abgeleitet werden können. Vgl. dazu Westermann, Zeitschrift für Luftrecht 1957, S. 284 mit weiteren Beispielen. Derartige Erfordernisse in Form des sogenannten unbestimmten RechtsbegrifTs binden die entscheidende Behörde in hier nicht näher zu bestimmenden Grenzen. Vgl. hierzu etwa Bachof, JZ 1955, S. 95ff.; Hans J. Wolff, Verwaltungsrecht I, § 31 Ic, S. 140ff.; insbes. 143f. mit zahlreichen Nachweisen; Eyermann-Fröhler, a.a.O., § 114 Rdn. 9; BVerwGE 4, 89, 92; 5, 153, 162L; 6, 177, 179, 182; 8, 272, 275; 11, 139, 140; 15, 39, 40f.; 16, 116, 128f.; OVG Lüneburg DVB1.1958, 837.Google Scholar
  28. 187.
    Vgl. Hans J. Wolff, a.a.O., S. 148; Forsthoff, a.a.O., § 5 Ziff. 3.Google Scholar
  29. 188.
    Vgl. dazu etwa BVerwGE 8, 4,10; Eyermann-Fröhler, a.a.O., § 114 Rdn. 22; Klinger, S. 227 unter g.Google Scholar
  30. 189.
    Vgl. Menger, Verwaltungsarchiv 1960 S. 71 ff.Google Scholar
  31. 190.
    Vgl. Eyermann-Fröhler, a.a.O., § 114 Rdn. 25; insbes. aber VGH Freiburg, Verw-Rspr. Bd. 9, Nr. 66 und BVerwGE 3, 1, 10; Seilmann, NJW 1965, 1689, 1693 m. w. Nachw.; OVG Rheinland-Pfalz, DÖV 1965, 674, 677.Google Scholar
  32. 191.
    Vgl. RGZ 159,129, 139.Google Scholar
  33. 192.
    Gleichzeitig hat das RG allerdings betont, eine Schadensersatzpflicht des Straßenbaulastträgers komme nur bei offensichtlicher und grober Ermessensfehlausübung in Betracht.Google Scholar
  34. 193.
    OVG Lüneburg, VkBl. 1956, 755 und VkBL 1961, 360.Google Scholar
  35. 194.
    Vgl. dazu oben S. 61.Google Scholar
  36. 195.
    Hier ist erneut eindringlich auf die Rechtsprechung hinzuweisen, nach der ein strenger Maßstab an die Ermessensausübung zu legen ist, wenn eigene Interessen des Hoheitsträgers im Spiel sind, vgl. BVerwGE 3,1 (10).Google Scholar
  37. 196.
    Vgl. dazu: Unger, Zentralblatt der Bau Verwaltung 1913, 13 ff.; Hermann, Zentralblatt der Bauverwaltung 1912, 217ff.; Bock, Zentralblatt der Bauverwaltung 1926, 106ff.; Baertz, Die Bautechnik, 1932, 687 ff.Google Scholar
  38. 197.
    Vgl. Marschall, a.a.O., § 17 Rdn. 11, S. 515f.Google Scholar
  39. 198.
    Vgl. Koäal, Straßenrecht, S. 345 ff. ; Sieder-Zeitler, Bayer. Straßen- und Wegegesetz, zu Art. 38 Anm. 23.Google Scholar
  40. 199.
    Vgl. Ziff. 34 Buchst. b,aa der Planfeststellungsrichtlinien zum BFStrG, abgedruckt bei Marschall, a.a.O., S. 868. Danach sollen nur solche Mehrkosten nicht vom Baulastträger getragen werden, die entstehen, weil auf Verlangen vom Betroffenen Entwicklungen berücksichtigt werden, die erst nach etwa 10 Jahren oder später zu erwarten sind. Eine solche Einschränkung ist eventuell vertretbar, obwohl der Umkehrschluß aus § 17 Abs. 5 auch hier dagegenspricht. Jedenfalls machen diese Richtlinien deutlich, daß die Pflicht zu Sicherungsmaßnahmen und die Pflicht, die Kosten dafür zu tragen, grundsätzlich in der Person des Baulastträgers zusammenfallen, ohne daß ein Unterschied nach dem Anlaß der Auflagen gemacht ist.Google Scholar
  41. 200.
    Vgl. dazu Westermann, ZfB 106, S. 130.Google Scholar
  42. 201.
    So auch H. Schulte, Privatrechtliche Aufopferung, S. 142ff. Vgl. dazu ferner die Rechtsprechung zum nachbarlichen Gemeinschaftsverhältnis zwischen Grundeigentum und anderen Nutzungsarten. Das nachbarliche Gemeinschaftsverhältnis ist insbesondere anerkannt für Grundstücke und Bergwerkseigentum, RG Urt. v. 22. XII. 1937 = ZfB 78, 448 (457); zustimmend Boldt, Glückauf 1939, S. 920ff. Der BGH hat kürzlich davon gesprochen, daß zwischen dem Eigentümer einer in einen Straßenkörper verlegten Versorgungsleitung und dem Eigentümer dieses Straßenkörpers durch das räumlich-enge Nebeneinander ein dem nachbarlichen Gemeinschaftsverhältnis vergleichbarer Zustand herbeigeführt werde, vgl. BGH Urt. v. 11. VII. 1962 = NJW 1962, S. 1817, 1818. Auch im Wasserrecht spricht man vom Nachbarrecht, vgl. etwa Westermann, Sachenrecht, § 7 II 10 b; Salzwedel, Der Rechtsweg im Wasserrecht, Heft 12 der Veröffentlichungen des Instituts f. d. Recht der Wasserwirtschaft an der Univ. Bonn, S. 50ff.; Sievers, DVBL. 1962, 193ff. 198.Google Scholar
  43. 202.
    Vgl. S. 1ll, FN 196.Google Scholar
  44. 203.
    PrGS S. 179.Google Scholar
  45. 204.
    Vgl. die Sammlung der Drucksachen des preußischen Hauses der Abgeordneten, 20. Legislaturperiode, I. Session 1904/05, 7. Bd., Drucks. Nr. 594, S. 4411 ff.Google Scholar
  46. 205.
    Vgl. etwa a.a.O., S. 4445/46, 4495, 4503, 4609.Google Scholar
  47. 206.
    Vgl. die Materialien a.a.O., S. 4515.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1966

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations