Advertisement

Einleitung

  • Marc Lehnen
Chapter
  • 185 Downloads
Part of the Gabler Edition Wissenschaft book series (GEW)

Zusammenfassung

In diesem Zitat faßt Berthold Leibinger die Bedeutung einer überregionalen Geschäftstätigkeit für die deutsche Maschinenbauindustrie, die neben der Automobilindustrie, der elektrotechnischen und der chemischen Industrie den Kern des deutschen produzierenden Gewerbes bildet, prägnant zusammen.2 Eine Exportquote, die in den vergangenen Jahren regelmäßig bei über 50 Prozent und im Jahr 1999 sogar bei 66 Prozent der gesamten Branchenproduktion lag, läßt zunächst vermuten, daß der Maschinenbau als Musterbeispiel für die erfolgreiche Umsetzung von Intemationalisierungsstrategien gelten kann.3 Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, daß diese Vermutung nur eingeschränkt zutrifft. So ergab eine Analyse der internationalen Geschäftstätigkeit deutscher Maschinenhersteller für die Mitte der neunziger Jahre, daß sich das Gesamtgeschäft mit ausländischen Kunden zu einem Großteil auf den europäischen Raum konzentrierte.4 Nur etwa 15 Prozent der deutschen Maschinenexporte entfielen 1994 auf Ostasien (einschließlich Indien), etwa 10 Prozent auf die USA. Über 60 Prozent der hergestellten Maschinen wurden zum damaligen Zeitpunkt hingegen im europäischen Raum abgesetzt.5 Bis 1998 stieg der Anteil des europäischen Geschäfts weiter auf ca. 65 Prozent an, während die USA 11 Prozent und der ostasiatische Raum weniger als 12 Prozent der deutschen Maschinenausfuhren abnahmen.6 Die Unausgewogenheit in der regionalen Verteilung der Geschäftstätigkeit wird noch augenfälliger, wenn man die Situation der — ebenfalls exportorientierten — japanischen Maschinen-industrie mit dem deutschen Maschinenbau vergleicht. Bei vergleichbarem Gesamtexportvolumen setzen japanische Hersteller über die Hälften ihrer Ausfuhren in den für sie weit entfernten Märkten Europa und USA ab.1

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Berthold Leibinger, ehemaliger Präsident des VDMA (1990 — 1992) und geschäftsführender Gesellschafter der TRUMPF GmbH + Co., Ditzingen, in einem Interview der FAZ vom 22. 09. 1997.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. hierzu Statistisches Bundesamt [Jahrbuch].Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. VDMA [Handbuch], S. 3 sowie [Handbuch 96], S. 43.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Frese/Blies [Reichweite], S. 70. In ähnlicher Richtung äußerte sich auch Leibinger in einem Vortrag auf dem VDMA-Kongreß „Der Maschinenbau auf dem Weg ins 3. Jahrtausend“ ani 7. Juni 1997 in Bonn: „Der Heimatmarkt für deutsche Maschinenhersteller ist Westeuropa. 53% der Exporte gehen dorthin. (…) Die größten Maschinenbaumärkte liegen in USA und Asien. Unser Marktanteil dort ist noch gering. Dies ist ein Manko, aber zugleich Chance: In den Wachstumsmärkten USA und vor allem Asien sind Steigerungen unseres bescheidenen Marktanteils durchaus möglich. Bislang nehmen wir am Wachstum in diesen Märkten teil, gewinnen aber keine Marktanteile.”Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. VDMA [Handbuch 96], S. 236 ff.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. VDMA [Handbuch], S. 242 ff. Bei einem Vergleich der Exportverteilungen in den Jahren 1994 und 1998 ist jedoch zu berücksichtigen, daß im Zuge der konjunkturellen Erholung die Ausfuhren derGoogle Scholar
  7. deutschen Maschinenbauunternehmen von 118 Mrd. DM im Jahr 1994 auf etwa 170 Mrd. DM im Jahr 1998 angestiegen sind.Google Scholar
  8. Vgl. VDMA [Handbuch], S. 242 ff. sowie VDMA [Handbuch 96], S. 236 ff. Bei der Interpretation dieser Zahlen ist zu beachten, daß sowohl die japanische als auch die us-amerikanische Maschinenindustrie einen geringeren Anteil an mittelständischen Unternehmen aufweisen als die deutsche. Vgl. hierzu auch Abschnitt 2. 3.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. VDMA [Handbuch], S. 74.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Frese/Blies [Reichweite], S. 73Google Scholar
  11. 11.
    Umfassende Übersichten über verschiedene Ansätze zur Erfassung, Erklärung und Gestaltung der internationalen Geschäftstätigkeit von Unternehmen und deren theoretischen Grundlagen finden sich beispielsweise bei Perlitz [Management], S. 69 ff.; Welge/Holtbrügge [Management], S. 59 ff. und Weiss [Wahl]. S. 15 ff.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. Welge/Holtbrügge [Management], S. 90.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. beispielsweise Frese/Blies [Reichweite], S. 82 f Seghezzi [Kunden], S. 92.Google Scholar
  14. 14.
    Prinzipiell sind auch Abhängigkeiten des Herstellers von seinen Kunden möglich (vgl. hierzu ausführlich Abschnitt 2.2.3), allerdings sind diese für die vorliegende Problemstellung von geringerer Relevanz.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Marc Lehnen

There are no affiliations available

Personalised recommendations