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Bildungsforschung, Bildungsadministration, Bildungswirklichkeit: eine systematische Annäherung

  • Ewald Terhart
Chapter
Part of the Schule und Gesellschaft book series (SUGES, volume 27)

Zusammenfassung

Eine Erörterung der Verhältnisse im komplexen Beziehungsgefüge zwischen Bildungsforschung, Bildungsadministration, Bildungspolitik und Bildungswirklichkeit kann heute nur noch als ein melancholischer Diskurs ‚nach der Orgie‘ geführt werden. Damit ist gemeint, dass nach der Phase der Bildungsreform (1965–1975), in der die Idee einer ebenso notwendigen wie problemlosen Zusammenarbeit von Bildungsforschung und Bildungspolitik für eine wissenschaftlich begründeten und politisch-administrativ umgesetzte Reformpraxis vorherrschte, diese Vorstellung sowie die daran geknüpften Hoffnungen mit und nach dem Abklingen der genannten Reformphase zerfallen sind. An ihre Stelle ist auf beiden Seiten Enttäuschung und Abkehr vom ehemaligen Kooperationspartner getreten (vgl. Tillmann 1991). In der Folge haben sich die erziehungswissenschaftliche Fachdiskussion wie auch die Bildungspolitik von Vorstellungen hinsichtlich einer punktgenauen Verknüpfbarkeit von konkreten Bildungsproblemen, adäquater politisch-administrativer Problemeingrenzung, darauf bezogener analysierender Bildungsforschung und schließlich problemlösender Bildungsreform definitiv verabschiedet. Dabei geht es nicht nur um Zweifel an der rationalen, planvollen und zweckgerichteten Verknüpfbarkeit zwischen politischer Problemdefinition, wissenschaftlicher Problemanalyse und administrativer Problemlösung, sondern zusätzlich auch um eine zunehmend skeptische Sicht des Zustandes und der Verhältnisse innerhalb der genannten Bereiche.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2001

Authors and Affiliations

  • Ewald Terhart

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