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Folgerungen für die Analyse der Frauenbenachteiligung

  • Eva Cyba

Zusammenfassung

In dem hier vorgestellten Ansatz werden Ungleichheiten als Folge von Benachteiligungen analysiert und die Erklärungen in benachteiligenden Handlungen bzw. in den Interaktionen zwischen Benachteiligenden und Betroffenen unter vorgegebenen Rahmenbedingungen gesucht. Damit ist ein theoretischer Bezugsrahmen entwickelt, in dem die Reproduktion von Ungleichheiten als ein zeitlich ablaufender Prozeß erfaßt wird. Im Gegensatz zu den anderen Theorien ist es ein „offener“ Ansatz, in dem Motive, Ressourcen oder Rahmenbedingungen nicht aus theoretischen Vorannahmen abgeleitet werden. Es wird davon ausgegangen, daß es eine Reihe empirisch belegter Formen der Benachteiligung gibt, die in unterschiedlichen „Konstellationen“ verdichtet produziert werden. Ein alle Konstellationen übergreifender Aspekt ist die asymmetrische Verteilung von Macht und Ressourcen zwischen den Geschlechtern. Die Konstellationen sind Konkretisierungen des Bezugsrahmens für die Erklärung von unterschiedlichen Ungleichheiten. Es wurden die allgemeinen charakteristischen Strukturmerkmale der Konstellationen herausgearbeitet, und es wurde aufgezeigt, in welchen Lebensbereichen und unter welchen Bedingungen die Voraussetzungen für ihr Fortbestehen existieren.

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Literatur

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

Authors and Affiliations

  • Eva Cyba

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