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Berufsbiographische Orientierung, Gesundheitsverhalten und die Selbstblockierung der Lebenspraxis

  • Hans-Joachim Giegel
  • Gerhard Frank
  • Ulrich Billerbeck
Part of the Biographie und Gesellschaft book series (BUG, volume 3)

Zusammenfassung

Mit der Ausbildung einer berufsbiographischen Orientierung definieren und individualisieren sich Lohnarbeiter im Kernbereich ihrer Lebenspraxis: sie nehmen einerseits eine spezifische Stellung im System beruflicher Tätigkeiten ein und versehen diese mit einer spezifischen Bedeutung, andererseits legen sie damit gleichzeitig ihr Verhältnis zu den vorgegebenen Strukturen der gesellschaftlichen Ordnung fest.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. die Einzelfalldarstellungen in Kapitel 2. Solche Rekonstruktionsversuche finden sich in der Forschung selten, vgl. aber Williams (1981) und vor allem Herzlich (1973).Google Scholar
  2. 2.
    Wir stellen hier die Nonnen des gesundheitsbezogenen Verhaltens nicht eigens dar, da sie in den Strukturen der Interessen und der Interessenregulierung zureichend zum Ausdruck kommen.Google Scholar
  3. 4.
    Wir haben, soweit die Befragten nicht selber diesen Zusammenhang hergestellt haben, nicht die Formen der sozialen Unterstützung verfolgt, die in die Bewältigung von Krankheiten hineinspielen. Vgl. dazu Gerhardt (1986).Google Scholar
  4. 5.
    Vgl. jeweils 6.3 der Einzelfallanalysen (Kapitel 2).Google Scholar
  5. 6.
    Sehr wahrscheinlich werden auch andere Seiten der außerberuflichen Lebenspraxis in einer solchen internen Beziehung zur berufsbiographischen Orientierung stehen. Die Arbeit von Schlösser, die den außerberuflichen Alltag von Arbeitern beleuchtet, bekommt, schon aus Gründen des angewandten methodischen Verfahrens, diesen inneren Zusammenhang nicht in den Blick (Schlösser 1981). Wenn man in der Freizeitforschung über Kontinuität oder Komplementarität außerberuflicher Tätigkeiten im Vergleich zu beruflichen streitet, so bewegt sich dieser Streit an der Oberfläche von Tätigkeitsmerkmalen und läßt sich auf die zugrundeliegenden Sinnstrukturen erst gar nicht ein. Hoff hat zurecht darauf hingewiesen, daß Bestimmungen des Verhaltens oder der Selbstdeutung den Bestimmungen des wissenschaftlich aufgefundenen Sinnzusammenhangs widersprechen können. Vgl. Hoff (1986), S. 99. Auch der Begriff der Generalisierung (ebenda, S. 96ff.) hilft nicht weiter, solange der Mechanismus der Generalisierung nicht genauer bestimmt wird.Google Scholar
  6. 7.
    Wenn wir im folgenden vereinfacht sagen, daß gesundheitsbezogene Orientierungsmuster in berufsbiographischen verankert sind, muß im Auge behalten werden, daß wir hier hier die berufsbiographische Orientierung als den für uns nächsten Ausdruck der Identität einer Person nehmen. Vgl. dazu die Überlegungen in Kapitel 3.7.Google Scholar
  7. 8.
    An dieser Stelle wird noch einmal deutlich, in welche Probleme es führen muß, wenn man Subjektivität mit Hilfe von Reproduktionsinteressen zu fassen versucht. (Vgl. Brock 1985 ) Ein Subjekt hat nicht einfach Interessen, auch nicht Reproduktionsinteressen, sondern reguliert sie.Google Scholar
  8. 9.
    Vgl. dazu die in 6.1 der Einzelfallanalysen (Kapitel 2) enthaltenen Hinweise auf die gesundheitsriskantes Verhalten fördernden Bedingungen der Lebenspraxis und die in Anmerkung 8 von Kapitel 1 genannte Literatur.Google Scholar
  9. 11.
    Über das Verhältnis von Alltagstheorie und wissenschaftlicher Theorie vgl. grundlegend Oevermann u.a. (1979). Aus anderer Sicht zu diesem Punkt auch Hoff (1987).Google Scholar
  10. 12.
    Die Handelnden haben hier das im Blick, was wir in 6.2.1 als externe Wirkung berufsbiographischer Orientierung beschrieben haben.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1988

Authors and Affiliations

  • Hans-Joachim Giegel
  • Gerhard Frank
  • Ulrich Billerbeck

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