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Natur oder soziales Konstrukt?

Zum Verhältnis der Geschlechter zwischen bürgerlichen Emanzipationsbewegungen und industrieller Gesellschaft
  • Hanna Schissler
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Zusammenfassung

In historischer Perspektive ist der Rahmen, in dem Männer und Frauen in westlichen Industriegesellschaften ihre Handlungsspielräume definieren und ausfüllen, durch die bürgerlichen Emanzipationsbewegungen seit der Französischen Revolution abgesteckt sowie durch die spätindustrielle Gesellschaft in ihrer sozialstaatlichen Überformung. Im Hinblick auf das Geschlechterverhältnis war die Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert in sich äußerst widersprüchlich. Sie gab Männern politische und soziale Rechte, die sie Frauen explizit vorenthielt. Sie versah diese Rechte aber gleichwohl mit einem universalistischen Geltungsanspruch für alle Menschen. Im 19. und 20. Jahrhundert geriet die bürgerliche Gesellschaft in schwer auflösbare Konflikte mit der sich entfaltenden Industriegesellschaft, die ihrerseits für Männer und Frauen verschiedene Ausgangsbedingungen schuf und unterschiedliche Auswirkungen hatte.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Das Konzept der „harmonischen Ungleichheit“ wurde von Bram van Stolk und Cas Wouters in die Debatte gebracht. Vgl. Vrouwen in tweestrijd, 2. Auflage Deventer 1985. Aufgegriffen hat es Norbert Elias,Wandlungen der Machtbalance zwischen den Geschlechtern, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 38. 1986, S. 425 ff. Frühere Fassungen dieses Aufsatzes konnte ich mit Marieluise Christadler, Barbara Duden, Volker Berghahn, Frances Gouda, Marion Kaplan, Renate Bridenthal, Karin Hausen und Jürgen Reulecke diskutieren. Aus allen diesen Gesprächen habe ich gelernt. Bärbel House danke ich für ihre Nachsicht beim Schreiben der zahlreichen Fassungen des lhxtes.Google Scholar
  2. 2.
    Oder wie Ulrich Beck vor kurzem festgestellt hat: „Viel spricht für die Prognose eines langen Konflikts: Das Gegeneinander der Geschlechter bestimmt die kommenden Jahre.“ „In allen Formen des Zusammenlebens von Frauen und Männern (...) brechen die Jahrhundertkonflikte hervor.“ (Hervorhebungen durch den Autor). Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt 1986, S. 162 und 175.Google Scholar
  3. 3.
    Im angelsächsischen Sprachraum, in Frankreich und Italien ist die Diskussion über diese Zusammenhänge wesentlich weiter fortgeschritten. Bedingt durch Eigenarten ihrer akademischen Tradition, der Mechanismen ihrer Nachwuchsrekrutierung sowie anderer — hier nicht zu erörternder — Gegebenheiten hinkt die Bundesrepublik in bedauernswerter Weise in der Frage der quantitativen wie der qualitativen Plazierung von Frauen in den Wissenschaften hinter der Entwicklung ihrer v.a. westeuropäischen und us-amerikanischen Nachbarn hinterher — mit kaum zu unterschätzenden Folgen auch für die Inhalte der Wissenschaften, ihre Problemaufrisse, Fragestellungen und Lösungsvorschläge. Sehr aufschlußreich für die Folgen, die die Unterrepräsentation von Frauen in der Institution Wissenschaft für deren Inhalte hat: Karin Hausen u. Helga Nowotny, Hrsg., Wie männlich ist die Wissenschaft? Frankfurt 1986; zur besonders unerfreulichen Situation in der Geschichtswissenschaft vgl. Hans-Jürgen Puhle, Warum gibt es so wenige Historikerinnen? in: Geschichte und Gesellschaft 7. Jg. 1981, S. 364–93. Zur inhaltlichen Diskussion über die Frage, welcher Stellenwert dem Geschlecht für die historische Erkenntnis zukommt, vgl.: Karin Hausen, Einleitung, zu: Dies., Hrsg., Frauen suchen ihre Geschichte, 2. Auflage München 1987, S. 9–22; dies., Geschichte ohne Frauen — Halbheiten der Geschichtswissenschaft, in: Journal für Geschichte 2. 1980, H 1, S. 44f. Gisela Bock, Historische Frauenforschung: Fragestellungen und Perspektiven, in: Hausen, Frauen, S. 24–62; dies., Geschichte, Frauengeschichte, Geschlechtergeschichte, in: Geschichte und Gesellschaft, Bd. 14. 1988, H. 3, S. 364–391; für die Diskussion in Frankreich vgl.: Michelle Perrot, Hrsg., Une histoire des femme est-elle possible? Paris 1984 (auf deutsch seit kurzem verfügbar: Alain Corbin, Arlette Farge, Michelle Perrot, u.a. Geschlecht und Geschichte. Ist eine weibliche Geschichtsschreibung möglich? Frankfurt 1989); für die umfangreiche Diskussion im angelsächsischen Sprachraum seien nur wenige Titel angeführt: Joan W. Scott, Gender and the Politics of History, New York 1988; Judith L. Newton, Mary P. Ryan and Judith R. Walkowitz, Hrsg., Sex and Class in Womens’ History, London 1983; Nathalie Z. Davis, Womens’ History in Transition: The European Case, in: Feminist Studies III, 1976, S. 83–103 (auf deutsch jetzt unter dem Titel: Gesellschaft und Geschlechter. Vorschläge für eine neue Frauengeschichte, in: Dies., Frauen und Gesellschaft am Beginn der Neuzeit, Berlin 1986, S. 117–132 u. 161–172); Joan Kelly-Gadol, The Social Relations of the Sexes: Methodological Implications of Womens’ History, in: Signs, Bd. 1, 1975/76, S. 809–823; Gerda Lerner, Priorities and Challenges in Women’s History Research, in: Perspectives 26, Nr. 4, 1988, S. 1720; Linda J. Nicholson, Gender and History. The Limits of Social Theory in the Age of the Family, New York 1985;Nancy C.M. Hartsock, Money, Sex and Power. Toward a Feminist Historical Materialism. New York 1983; Bonnie S. Anderson und Judith P. Zinser, A History of their own. Women in Europe, 2 Bde., New York 1988; Jane Flax, Gender as a Problem: In and for Feminist Theory in: Amerikastudien 31. 1986, S. 193–213; Alice Kessler-Haris, Women’s History, Women’s Studies, American Studies: The Cultural Connection, in: ebd., S. 215–227.Google Scholar
  4. 4.
    Hans-Joachim Hoffmann-Nowotny, Ehe und Familie in der modernen Gesellschaft, in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 13/88, 25. März 1988, S. 6.Google Scholar
  5. 5.
    Einen ausgezeichneten Problemaufriß des Geschlechterverhältnisses in der Gegenwart gibt Ulrich Beck: Ich bin ich: Vom Ohne-, Mit-und Gegeneinander der Geschlechter innerhalb und außerhalb der Familie, in: ders., Risikogesellschaft, S. 161–204;Google Scholar
  6. 6.
    Für Frauen wird dies seit Jahren diskutiert; für Männer sehr viel seltener. Vgl. jedoch: Peter.Stearns, Be a Man! Males in Modern Society, New York 1979; Horst Eberhard Richter, Konflikte und Krankheiten der Frau, in: Dieter Claessens und Peter Milhoffer, Hrsg., Familiensoziologie, Frankfurt 1973, S. 291–308. Bernd Nitzschke, Männerängste, Männerwünsche, München 1984. Die umfangreiche Diskussion in den Vereinigten Staaten belegt Eugene R. August, Men’s Studies. A Selected and Annotated Bibliography, Littleton 1985.Google Scholar
  7. 7.
    So der Titel des lesenswerten Buches von Lillian B. Rubin, Intimate Strangers. Men and Women together, New York 1984.Google Scholar
  8. 8.
    Die rechtlich fixierte Zuständigkeit von Frauen für die Hausarbeit wurde in der Bundesrepublik erst 1977 (!) mit dem neuen Ehe-und Familienrecht abgeschafft. In den Vereinigten Staaten kämpfen Frauen noch immer um das „Equal Rights Amendment“, also um die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter. Ein weltweiter Fundamentalismus richtet sich frontal gegen Frauenrechte.Google Scholar
  9. 9.
    Richter, S. 297; Beck, S. 185 f. Zu den psychischen Kosten des Mannseins sehr gut:Nitzschke, der sich mit Klaus Theweleits „Männerphantasien“ auseinandersetzt. Zur Diskussion in den Vereinigten Staaten: Donald H. Bell, Being a Man: The Paradox of Masculinity, New York 1984 (reprint); Myron Brenton, The American Male, New York 1986; Henrik M. Ruitenbeek, The Male Myth, New York 1967; Joe L. Dubbert, A Man’s Place: Masculinity in Transition, Englewood Cliffs 1979; Alan M. Kirsher, Masculinity in an Historical Perspective, Washington, D.C., 1977; Stearns, besonders S. 127 ff.Google Scholar
  10. 10.
    Dieter Beckmann, Geschlechtsrollen und Paardynamik, in: Helge Pross, Hrsg., Familie — wohin? Reinbeck 1979, S. 189.Google Scholar
  11. 11.
    Das Relative und das Absolute im Geschlechter-Problem, in: Georg Simmel, Philosophische Kultur. Über das Abenteuer, die Geschlechter und die Krise der Moderne, Neuauflage Berlin 1986, S. 65.Google Scholar
  12. 12.
    Zu den psychischen Kosten des verhinderten Person-Status von Frauen: Richter; Mitscherlich; Bruno Bettelheim, Growing up Female, in: ders., Surviving and other Essays, New York (1980 (1952), S. 221–38. Zum Funktionieren im Alltag vgl. Rubin; zur psychischen Konstellierung der „harmonischen Ungleichheit“ in der Paardynamik: Jürg Willi, Die Zweierbeziehung, Reinbeck 1975.Google Scholar
  13. 13.
    Simmel, S. 65.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. hierzu: Willi; Richter; Beckmann.Google Scholar
  15. 15.
    Ihr Scheitern verinnerlichen Menschen jedoch und verlagern so die angebliche „Schuld“ in sich selber; vgl. Beck, S. 192 f.Google Scholar
  16. 16.
    Neuausgabe Paris 1984.Google Scholar
  17. 17.
    Hannelore Schröder, Die Frau ist frei geboren. Texte zur Frauenemanzipation, Bd. 1, 1789–1870; Bd. 2: 1870–1918. München 1979 und 1981; Bell/Offen, Women, the Family, and Freedom Bd. I: 1750–1880, Bd. II: 1880–1950, Stanford 1983.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. Marieluise Christadler, Der dritte Stand des dritten Standes. Die Frauen in der französischen Revolution, SWF 14.3. 1989; Claudia Opitz, „Die vergessenen Töchter der Revolution“ — Frauen und Frauenrechte im revolutionären Frankreich 1789–1795, in: Helga Grubitzch u.a., Hrsg., Grenzgängerinnen, Düsseldorf 1985, S. 287–312; Friederike Hassauer, Gleichberechtigung und Guillotine: Olympe de Gouges und die feministische Menschenrechtserklärung der französischen Revolution, in: Ursula A.J. Becher und Jörn Rüsen, Hrsg., Weiblichkeit in geschichtlicher Perspektive, Frankfurt 1988, S. 259–91. Joan W. Scott, French Feminists and the Rights of „Man”: Olympe de Gouge’s Declarations, in: History Workshop 28. 1989, S. 1–21.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. Hassauer, S. 262.Google Scholar
  20. 20.
    Jean Jaques Rousseau, Emile oder über die Erziehung, Paderborn 8. Auflage 1987; Mary Wollstonecraft, Vindication of the Rights of Woman, [19721, reprint Harmondsworth, 1986; vgl. Ingrid v. Rosenberg, Hoffnung und Horror, in diesem Band S. xxx.Google Scholar
  21. 21.
    „Es zeigt sich...; wie töricht es ist, über den Vorrang oder die Gleichberechtigung der Geschlechter zu streiten...; In der Vereinigung der Geschlechter tragen beide gleichmäßig zum gemeinsamen Zweck bei, aber nicht auf die gleiche Weise. Daraus ergibt sich der erste bestimmbare Unterschied in ihren gegenseitigen moralischen Beziehungen. Der eine muß aktiv und stark sein, der andere passiv und schwach: notwendigerweise muß der eine wollen und können; es genügt, wenn der andere wenig Widerstand leistet. Steht dieser Grundsatz fest, so folgt daraus, daß die Frau eigens geschaffen ist, um dem Mann zu gefallen.“ Rousseau, S. 386.Google Scholar
  22. 22.
    Karin Hausen, Die Polarisierung der „Geschlechtscharaktere“ — Eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs-und Familienleben, in: Werner Conze, Hrsg., Sozialgeschichte der Fami-lie in der Neuzeit Europas, Stuttgart 1976, S. 363–93; Barbara Duden, Das schöne Eigentum. Zur Herausbildung des bürgerlichen Frauenbildes an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, in: Kursbuch Bd. 47, 1977, S. 125–40; Ute Frevert, Bürgerliche Meisterdenker und das Geschlechterverhältnis. Konzepte, Erfahrungen, Visionen an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, in: Dies., Hrsg., Bürgerinnen und Bürger, Göttingen 1988, S. 17.48. In allen drei Beiträgen finden sich ausführliche und anschauliche Zitate der Klassiker. Google Scholar
  23. 23.
    Zu den politischen Konsequenzen der Sexualisierung des Geschlechterunterschieds vgl. Isabel V. Hull, „Sexualität“ und bürgerliche Gesellschaft, in: Ute Frevert, Hrsg., Bürgerinnen und Bürger, S. 57–60; Susan Muller Okin, Women in Western Political Thought, Princeton 1979, S. 99–196; Margaret Canovan, Rousseau’s Two Concepts of Citizenship, in: Ellen Kennedy and Susan Mendus, Hrsg., Women in Western Political Philosophy, Sussex 1987, S. 78–105.Google Scholar
  24. 24.
    Zitiert bei Bell/Offen, S. 63. Ähnlich auch Theodor von Hippel: „Solange die Weiber bloß Privilegia und nicht Rechte haben, solange der Staat sie nur wie parasitische Pflanzen behandelt, die ihr bürgerliches Dasein und ihren Wert nur dem Manne verdanken, mit welchem das Schicksal sie paarte — wird nicht das Weib den großen Beruf der Natur: das Weib ihres Mannes, die Mutter ihrer Kinder und Kraft dieser edlen Bestimmungen ein Mitglied, eine Bürgerin und nicht bloß eine Schutzverwandte des Staates zu sein — nur immer sehr unvollkommen und je länger, desto unvollkommener erfüllen.“ über die bürgerliche Verbesserung der Weiber, Berlin 1792, S. 71.Google Scholar
  25. 25.
    Opitz, S. 303; Ute Frevert, Frauen-Geschichte. Zwischen bürgerlicher Verbesserung und Neuer Weiblichkeit, Frankfurt 1986, S. 23.Google Scholar
  26. 26.
    Joan B. Landes, Women and the Public Sphere in the Age of the French Revolution, Ithaca 1988, S. 12 und 93ff.Google Scholar
  27. 27.
    Opitz, S. 298.Google Scholar
  28. 28.
    Hassauer, S. 260.Google Scholar
  29. 29.
    Zit. in: Bell/Offen, Bd. 1, S. 240 (aus dem Englischen übersetzt von H. Sch.). Marion Kaplan hat mich auf dieses Beispiel aufmerksam gemacht.Google Scholar
  30. 30.
    Ute Gerhard, Verhältnisse und Verhinderungen. Frauenarbeit, Familie und Rechte der Frauen im 19. Jahrhundert, Frankfurt 1978; dies., Die Rechtsstellung der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Frankreich und Deutschland im Vergleich, in: Jürgen Kocka, Hrsg., Bürgertum im 19. Jahrhundert, Bd. 1, München 1988, S. 439–68; Ursula Vogel, Patriarchale Herrschaft, bürgerliches Recht, bürgerliche Utopie. Eigentumsrechte der Frauen in Deutschland und England, in: ebd., S. 406–38. Bell/Offen, Bd. 1, S. 228 ff.; 246 ff.Google Scholar
  31. 31.
    Vgl. z.B. die Begründungen, die deutsche Universitätslehrer anführten, um die Frage zu entscheiden, ob Frauen zum akademischen Studium und Beruf zugelassen werden sollten oder nicht: Arthur Kirchhoff, Die akademische Frau. Gutachten hervorragender Universitätsprofessoren, Frauenlehrer und Schriftsteller über die Befähigung der Frau zum wissenschaftlichen Studium und Berufe, Berlin 1897; die Argumentationen wurden eingehend untersucht von Karin Hausen, Warum Männer Frauen zur Wissenschaft nicht zulassen wollten, in: Hausen/Nowotny (vgl. Anm. 2 ), S. 31–40.Google Scholar
  32. 32.
    Von der geschlechterständischen Ordnung der modernen Industriegesellschaft spricht Beck, S. 176ff; Jürgen Habermas hat sehr genau die Ausbildung des eigenen Raumes „Öffentlichkeit“ beschrieben, ohne jedoch die Zuweisung der Geschlechter zu den je eigenen Räumen der Privatheit und der Öffentlichkeit zu erörtern. Vgl. Strukturwandel der Öffentlichkeit, Neuwied, 17. Auflage 1987.Google Scholar
  33. 33.
    Rudolf Braun, Industrialisierung und Volksleben, Zürich 1960; ders., Sozialer und kultureller Wandel in einem ländlichen Industriegebiet im 19. und 20. Jahrhundert, Zürich 1965, siehe auch: Die proto-industrielle Familienwirtschaft, in: Peter Kriedte, Hans Medick, Peter Schlumbohm, Industrialisierung vor der Industrialisierung, Göttingen 1977, S. 90–154; Heidi Rosenbaum, Formen der Familie, Frankfurt 1982, bes. S. 189ff.; Reinhard Sieder, Sozialgeschichte der Familie, Frankfurt 1987, besonders S. 146 ff.Google Scholar
  34. 34.
    Vgl. hierzu Leonore Davidoff, Class and Gender in Victorian England, in: Newton, Ryan, Walkowitz, (vgl. Anm. 3) S. 18 f.Google Scholar
  35. 35.
    Die Grundzüge dieses Prozesses werden beschrieben bei Theresa M. McBride, The Long Road Home: Women’s Work and Industrialization, in: Renate Bridenthal und Claudia Koonz, Hrsg., Becoming Visible. Women in European History, 1. Auflage Boston 1977, S. 280–95; Rosenbaum, S. 310 ff. und 381 ff.; Sieder, S. 146 ff.Google Scholar
  36. 36.
    Ilona Kickbusch und Barbara Riedmüller, Die armen Frauen. Frauen und Sozialpolitik, Frankfurt 1984; v.a. Riedmüller, Frauen haben keine Rechte. Zur Stellung der Frau im System sozialer Sicherheit, ebd., S. 46–72; Kickbusch, Familie als Beruf — Beruf als Familie, ebd., S. 163–78; Sigrid Koeppinghoff, Endstation Sozialhilfe. Defizite der Einkommenssicherung von Frauen im Alter, ebd., S. 252–65; für die USA: Mimi Abramovitz, Regulating the Lives of Women, Boston 1988. Susanne Rouette, Zur Geschichte von Sozialpolitik und Sozialstaat in Deutschland, in: Sozialwissenschaftliche Informationen 18. 1989, S. 5–11;Google Scholar
  37. 37.
    Mario Erdheim, Die gesellschaftliche Produktion von Unbewußtheit. Eine Einführung in den ethnopsychoanalytischen Prozeß, Frankfurt 2. Auflage 1988.Google Scholar
  38. 38.
    Simmel, S. 65 f.Google Scholar
  39. 39.
    Dale Spender, Men’s Studies Modified. The Impact of Feminism in the Academic Disciplines, Oxford 1981; darin vor allem: Jane Lewis, Women Lost and Found: The Impact of Feminism on History, S. 55–72; Helen Roberts, Some of the Boys won’t Play any more: The Impact of Feminism on sociology, S. 73–82; Joni Lovenduski, lbward the Emasculation of Political Science: The Impact of Feminism, S. 83–98; Karin Hausen und Helga Nowotny, Vgl. Anm. 2; darin besonders: Cornelia Klinger, Das Bild der Frau in der Philosophie und die Reflektion von Frauen auf die Philosophie, S. 62–86; Jutta Limbach, Wie männlich ist die Rechtswissenschaft? S. 87–107; Ina Wagner, Das Erfolgsmodell der Naturwissenschaften. Ambivalenzerfahrungen von Frauen, S. 237–54; Claudia Honegger, Epilog, S. 293–99; Carol Gilligen, Jane Victoria Ward, Jill McLean Taylor, with Betty Bardige, Hrsg., Mapping the Moral Domain. A Contribution of Women’s Thinking to Psychological Theory and Education, Cambridge 1989.Google Scholar
  40. 40.
    Michael W. Fischer, Die Aufklärung und ihr Gegenteil. Die Rolle von Geheimbünden in Wissenschaft und Politik, in: Schriften zur Rechtstheorie, Heft 97, Berlin 1982, S. 5 f.Google Scholar
  41. 41.
    Ebd., S. 102 (Zit. bei Erdheim, S. XII).Google Scholar
  42. 42.
    Kollusion bezeichnet den bewußten sowie den unbewußten Anteil, den die Partner an der Aufrechterhaltung des Machtungleichgewichts der Geschlechter haben. Vgl. Willi. Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist: Peter L. Berger und Hansfried Kellner, Die Ehe und die Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Abhandlung zur Mikrosoziologie des Wissens, in: Soziale Welt Bd. 16, 1965, S. 220–235.Google Scholar
  43. 43.
    Vor kurzem erneut von Jürgen Kocka aufgeworfen; vgl. ders., Vorwort, in: Ute Frevert, Hrsg., Bürgerinnen und Bürger, S. 7–9 und ders., Einige Ergebnisse, ebd., S. 206–209. Vgl. auch: Ute Gerhard, Andere Ergebnisse, ebd., S. 210–214. An der Gegenüberstellung dieser beiden Problemaufrisse über das Verhältnis der Geschlechter wird deutlich, wie weit Fragestellungen zur Geschlechtergeschichte abhängig sind vom jeweiligen Standpunkt — ja, wohl auch von den unterschiedlichen Geschlechtererfahrungen des Beobachters und der Beobachterin; wie schwer es überhaupt ist, einen Konsens darüber zu erzielen, worüber gesprochen wird, und wie mühsam die Verständigung gerade an diesem Punkt ist.Google Scholar
  44. 44.
    Beck, S. 181.Google Scholar

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© Leske + Budrich, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Hanna Schissler

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