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Jugend 1945 pp 45-111 | Cite as

Schlüsselerlebnisse in der Lebensgeschichte junger Menschen vor und nach 1945

  • Rolf Schörken

Zusammenfassung

Unsere „Momentaufnahme“ hat Spuren gelegt. Besonders auffällig war die Beobachtung des raschen und lautlosen In-sich-Zusammenfallens des Führermythus und der heroischen Weltsicht. War das nur der Fall — so stellt sich jetzt die Anschlußfrage — bei jungen Menschen mit ohnehin schwach ausgeprägter NS-Bindung? War das vielleicht nur bei Menschen der Fall, die aufgrund ihrer Ich-Stärke und ihrer Intelligenz noch am ehesten in der Lage waren, aus den gewohnten Denkmustern herauszuspringen? Oder war es vielleicht genau umgekehrt: Waren es gerade die raschen Anpasser, die jetzt auf den Zug aufsprangen, der in die andere Richtung ging?

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Anmerkungen zu Kap. 3

  1. 1.
    Wendelgard von Staden: Nacht über dem Tal. Eine Jugend in Deutschland. München: dtv 1982.Google Scholar
  2. 2.
    Es handelte sich um Wanda Kampmann, die durch ihr Buch „Deutsche und Juden“, Heidelberg: L. Schneider 1963, und Frankfurt a.M.: Fischer tb 1979, sowie durch zahlreiche Beiträge zur Geschichtsdidaktik und politischen Bildung später auch einem größeren Publikum bekannt wurde.Google Scholar
  3. 3.
    Franz Fühmann, namhafter Schriftsteller in der DDR, hat mehrere autobiographische Schriften veröffentlicht, darunter: Zweiundzwanzig Tage oder Die Hälfte des Lebens, 1973, und: Der Sturz des Engels. Erfahrungen mit Dichtung. München: dtv 1985.Google Scholar
  4. 4.
    Der Text ist die leicht gekürzte Fassung aus: Essays, Gespräche, Aufsätze 1964–1981. Rostock: VEB Hinstorff-Verlag 1983, S. 30–32.Google Scholar
  5. 5.
    Vor allem im „Sturz des Engels“, aus dem die folgenden Zitate stammen.Google Scholar
  6. 6.
    Dieter Wellershoff, der sich in seinem autobiographischen Buch: Die Arbeit des Lebens, Köln: Kiepenheuer und Witsch 1985, sehr ausführlich zu seiner inneren Entwicklung äußert. Die Zitate stammen aus diesem Werk.Google Scholar
  7. 7.
    Der Lebenslauf von Doris K. ist dokumentiert in: Lothar Steinbach: Ein Volk, ein Reich, ein Glaube? Ehemalige Nationalsozialisten und Zeitzeugen berichten über ihr Leben im Dritten Reich. Bonn: Dietz 1984, S. 67–110. Aus diesem Buch habe ich diesen Fall übernommen, weil es sich um eines der selten dokumentierten, aber damals häufigen Beispiele einer völlig verinnerlichten NS-Gläubigkeit handelt.Google Scholar
  8. 8.
    Auch dieser Fall ist bereits veröffentlicht in: Gabriele Rosenthal (Hrsg.): Die Hitlerjugend-Generation. Biographische Thematisierung als Vergangenheitsbewältigung. Essen: Blaue Eule 1986, S. 126–151.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. dazu das Kapitel „Das Verhältnis zur Hitlerjugend“ in meinem Buch: Luftwaffenhelfer und Drittes Reich. Stuttgart: Klett-Cotta 1984, S. 118ff.Google Scholar
  10. 10.
    Carola S. ist Carola Stern, namhafte politische Journalistin, die ihre und ihres Mannes Autobiographie unter dem Titel „In den Netzen der Erinnerung. Lebensgeschichte zweier Menschen“, Reinbek: Rowohlt 1986, veröffentlicht hat. Sie schien mir wichtig als Beispiel für eine naturwüchsig-naive Hitlergläubigkeit bis zum letzten Augenblick und für einen langen, über viele Stationen laufenden Neuorientierungsprozeß.Google Scholar
  11. 11.
    Erich Loests Autobiographie kann man — wesentlich ausführlicher als in dieser Kurzform — lesen in: Durch die Erde geht ein Riß. Ein Lebenslauf. Hamburg: Hoffmann und Campe 1981. Die Zitate stammen aus diesem Buch.Google Scholar
  12. 13.
    Dieser Orden rangierte in der äußerst umfangreichen Liste militärischer Auszeichnungen im Dritten Reich ganz unten. Um so übertriebener diese Gratulation.Google Scholar
  13. 14.
    Zitiert nach Thomas Mann: Tagebücher 1944–1946. Frankfurt a.M.: S. Fischer 1986. Anmerkungsapparat S. 713.Google Scholar
  14. 15.
    Gabriele Rosenthal diagnostiziert ähnliche Unterschiede in der Tiefe der Krisenerscheinungen. Sie ist der Auffassung, die Krise sei dann am tiefsten gewesen, wenn für den einzelnen Vergangenheit und Zukunft bedroht gewesen seien. — Hier stellt sich freilich die Frage, nach welchem Maßstab Zukunftsbedrohung überhaupt fixiert und bemessen werden kann, zumal in Situationen allgemeiner Zukunftsunsicherheit.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Rolf Schörken

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