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Einleitung

  • Erik Meyer
Part of the Forschung Soziologie book series (FS, volume 60)

Zusammenfassung

„Die gesellschaftliche Krise hat die Jugend erreicht.“

Unter diesem Titel werden die Ergebnisse der 12. Shell Jugendstudie, die im Mai 1997 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, zusammengefaßt. Erstmals verfolgt diese in der Bundesrepublik seit den 50er Jahren in unregelmäßigen Abständen vorgenommene Untersuchung eine Themenstellung: „Sie will nämlich Voraussetzungen, Motive und Formen sowie das Verständnis des sozialen, gesellschaftlichen und politischen Engagements Jugendlicher analysieren.“ (Fischer/Münchmeier 1997, 11f) Damit reagiert das Jugendwerk der Deutschen Shell auf die paradox erscheinende Situation, daß trotz der besonderen Betroffenheit von einer prekären Lage am Arbeitsmarkt und im Bereich der Ausbildung keine signifikante Bereitschaft junger Menschen zur Partizipation am politischen Prozeß zu erkennen ist. So resümiert bereits 1995 der Politikwissenschaftler Peter Grottian: „Noch niemals in den letzten 25 Jahren ist eine Jugend so lautlos und schamlos in ihren persönlich-beruflichen Perspektiven betrogen worden — und noch niemals hat sie das so klaglos hingenommen.“ (FR vom 14.9.1995) Diese Einschätzung orientiert sich insbesondere an Indikatoren institutionalisierter Interessenvertretung wie der Mitgliedschaft in Parteien oder Verbänden, aber auch an der abnehmenden Beteiligung an Bürgerinitiativen und sozialen Bewegungen. Die Shell-Studie „Jugend ’97“ bestätigt diesen Befund: Bei den abgefragten Organisationen erreichen Parteien und Gewerkschaften mit einem bzw. zwei Prozent die niedrigsten Werte bei der Mitgliedschaft und auch den „sozialen Reform- und Protestbewegungen rechnen sich nur wenige Jugendliche zu (meist unter 5%)“ (Fritzsche 1997, 370).1

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Literatur

  1. 12.
    Fur einen ersten Überblick einschlägiger Forschungsansätze siehe z.B. Hitzler 1993, 235; Fußnote 11.Google Scholar
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    Als entscheidendes Kriterium ftr die Wahl der jeweiligen Methode(n) kann in der qualitativen Sozialforschung deren Gegenstandsangemessenheit gelten (vgl. z.B. Flick 1995, 13). Dieser Begriff bezieht sich auf die vorgegebene Fallstruktur sowie die formulierte Fragestellung.Google Scholar
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    „Theoretical sampling is the process of data collection for generating theory whereby the analyst jointly collects, codes, and analyzes his data and decides what data to collect nextand where to find them, in order to develop his theory as it emerges.“ (Glaser/Strauss 1967, 45)Google Scholar
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    Diese Vorgehensweise kann als Voraussetzung für die „Entdeckung“ einer in der Empirie begründeten, bereichsspezifischen Theorie verstanden werden (vgl. Glaser/Strauss 1984, 91 ff)Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

Authors and Affiliations

  • Erik Meyer

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