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Vorschlag für ein integratives Konzept Interkultureller Erziehung und Bildung

  • Wolfgang Nieke
Chapter
Part of the Reihe Schule und Gesellschaft book series (SUGES, volume 4)

Zusammenfassung

Die gegenwärtige Literaturlage zur interkulturellen Erziehung ist unübersichtlich. Das Fachinformationssystem Bildung weist in seiner CD Bildung — bibliographische Daten zur Erziehungswissenschaft und zu pädagogischen Praxisfeldern in seiner 6. Ausgabe vom März 1999 unter dem Schlagwort -das jeweils von den 29 Kooperationspartnern des Fachinformationssystems in eigener Verantwortung vergeben wird — interkulturelle Erziehung über 3300 Titel aus. Dabei ist dieser Literaturnachweis keineswegs vollständig, da die Kooperationspartner ihre gesammelten Daten partikulur und unsystematisch erheben und zusammenfügen. Der weitaus größte Teil dieser Literaturangaben bezieht sich auf Praxisberichte vor allem aus schulischen Unterrichtsfächern sowie auf bildungspolitische Texte zum Thema. Ganz unsystematisch und keineswegs repräsentativ finden sich Angaben aus dem englischen und französischen Schrifttum. Die Titel zur Konzeptualisierung von Interkultureller Erziehung und Bildung sind überwiegend ideologiekritisch oder metatheoretisch orientiert; sie diskutieren die Bedingungen der Möglichkeit von interkultureller Erziehung und Bildung und ihr Verhältnis zur allgemeinen Pädagogik und zur Allgemeinbildung. Die Praxisberichte halten sich meist nicht mit konzeptuellen Überlegungen auf, sondern stellen Umsetzungen von Ansätzen vor, die oft nicht einmal expliziert werden, vom Leser also indirekt erschlossen werden müssen.

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Literatur

  1. 1.
    Siehe dazu auch Arnold/Ehrhardt 1990.Google Scholar
  2. 2.
    So verwundert es nicht, daß im Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zwar eine „Solidarität der Kulturen“ in einer multikulturell gewordenen Gesellschaft beschworen wird, daß aber die Bereicherung auf die europäischen Kulturen beschränkt wird. Als eines der in dem Programm formulierten Bildungsziele wird gefordert: „Bildung muß dazu befähigen, die Vielfalt der europäischen Kulturen als Bereicherung des eigenen Lebens zu erfahren.“ (Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, S. 12, abgedruckt in: Vorwärts, Nr. 1/1990)Google Scholar
  3. 3.
    In der Psychologie werden wesentliche Teile dieser Selbst-Vorstellungen mit der Kategorie des Selbstkonzepts beschrieben. Die Überschneidungen zur Kategorie der Identität sind groß, aber nicht vollständig. Für das hier Angesprochene eignet sich der Begriff der Identität, trotz seiner Unschärfe, besser als der des Selbstkonzepts.Google Scholar
  4. 4.
    An dieser Stelle kann der schwierige Status dieser “Dritte-Welt-Pädagogik“ unerörtert bleiben. Außer der genannten Zielsetzung enthält sie noch Elemente einer auf die “dritte Welt“ konzentrierten vergleichenden Erziehungswissenschaft und solche einer “Entwicklungshilfepädagogik“.Google Scholar
  5. 5.
    Meine eigenen Erfahrungen stammen aus meiner Teilnahme an Veranstaltungen zur Lehrerfortbildung von Lehrern aller Schulformen in Nordrhein-Westfalen sowie aus meiner beratenden Tätigkeit beim nordrhein-westfälischen Kultusministerium in der Frage, ob und wie Interkulturelle Erziehung mit den hier dargelegten Zielsetzungen als Pflichtbestandteil von Lehrplänen und Curricula in allen Schulstufen und Schulformen verpflichtend zu machen sei.Google Scholar
  6. 6.
    Aus dem deutschsprachigen Schrifttum sei stellvertretend für andere auf die Publikationen des Sozialpsychologen Alexander Thomas verwiesen: 1983, 1984, 1985, 1993, 1996.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Nieke

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