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Grundlagen der Ionisationsdosimetrie

  • Hanno Krieger
  • Wolfgang Petzold
Chapter
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Part of the Teubner Studienbücher book series (TSBP)

Zusammenfassung

Eine der Aufgaben der klinischen Dosimetrie ist die Bestimmung der Energiedosis oder Energiedosisleistung im Patienten oder in geeigneten Ersatzsubstanzen (Phantomen) für die in der perkutanen Strahlentherapie verwendeten Strahlungsarten und Strahlungsqualitäten. Die experimentelle Bestimmung wird am besten mit Ionisationsdosimetern (Ionisationskammer und Anzeigegerät) durchgeführt, die im Routinebetrieb leicht und zuverläsig zu handhaben sind. Bei Einstrahlung von Photonen erfolgt die Erzeugung einer Energiedosis oder Energiedosisleistung in Materie in zwei Stufen. Zunächst wird über die elementaren Wechselwirkungen (Photoeffekt, Comptoneffekt, Paarbildung, s. Abschnitt 1.1) ein Fluß an geladenen Sekundärteilchen erzeugt. Die zu dieser ersten Wechselwirkungsstufe gehörige Meßgröße ist die Kerma. Die Sekundärteilchen (Elektronen, Positronen) geben in einem zweiten Schritt in einer Vielzahl von Wechselwirkungen (Stöße, Anregung, Bremsstrahlungserzeugung, chemische Prozesse) ihre Bewegungsenergie an das umgebende Medium ab. Dabei erzeugen sie auch weitere Elektronen (δ-Elektronen), die den größten Teil der Bewegungsenergie der Sekundärteilchen übernehmen. Durch die mit wachsender Energie der Primärstrahlung zunehmend bevorzugte Vorwärtsbewegung der Sekundärteilchen und δ-Elektronen und die Entstehung der in Strahlrichtung emittierten Bremsstrahlung wird die Abgabe der Bewegungsenergie an das umgebende Medium im Mittel in Vorwärtsrichtung des Sekundärteilchenflusses verlagert. Entstehungsort der Sekundär- und δ-Teilchen und Übergabeort ihrer Bewegungsenergie sind deshalb nicht identisch (vgl. dazu Abschnitt 1.1.8). Die zur zweiten Stufe gehörigen Meßgrößen sind die Ionendosis und die Energiedosis, von denen letztere auch ein Maß für die biologischen Wirkungen der Strahlung im Gewebe ist. Ihre räumliche Verteilung unterscheidet sich vor allem bei höheren Photonenenergien wegen der „Energiewanderung“ von der der Kerma. Bei Elektronenstrahlung entfällt die erste Wechselwirkungsstufe, die Energiedosis ist deshalb auch für Elektronen die korrekte Meßgröße zur Beschreibung der Energieabgabe der Elektronen an das umgebende Medium.

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Copyright information

© B. G. Teubner Stuttgart 1989

Authors and Affiliations

  • Hanno Krieger
    • 1
  • Wolfgang Petzold
    • 2
  1. 1.Klinikum IngolstadtIngolstadtDeutschland
  2. 2.Universität WürzburgWürzburgDeutschland

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