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Theoretische Perspektiven in der Erklärung von Drogenkonsum und Abweichendem Verhalten

  • Karl-Heinz Reuband
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Zusammenfassung

Drogengebrauch gilt in der maßgeblichen Literatur der Bundesrepublik weithin als Notsignal und Symptom tieferliegender Störungen: Der Konsument ist Problemlagen ausgesetzt, die ihn belasten. Er versucht, ihnen zu entgehen, indem er sich dem Rausch hingibt. Diese Deutung findet sich bereits kurz nach Einsetzen der Haschischwelle, und sie hat bis heute ihre Prominenz behalten. „Vitale und kreative Persönlichkeiten werden keinerlei Bedürfnisse nach künstlichen Himmelfahrten haben“, heißt es 1968, als man des Drogenproblems in der Bundesrepublik erstmals gewahr wird (Kühn 1968:43). Und 11 Jahre später wird, mit fast den gleichen Worten, behauptet: Wer die Entwidungsstufen einer „reifen“ Persönlichkeit durchläuft, „bedarf kaum ‚künstlicher‘ Hilfsmittel, wie dies die Drogen darstellen“ (Ladewig et al. 1979:10). Diese Sichtweise des Rausches erst einmal als gültig unterstellt, ist es dann nur noch ein kurzer Schritt zur Deutung des Drogengebrauchs lediglich als Ausdruck seelischer Störung. Der Rausch erscheint als derart pathologisch, daß nur pathologische Motive denkbar sind.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1994

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  • Karl-Heinz Reuband

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