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Das Miteinanderlebenkönnen steht nicht nur unter Bedingungen des Miteinanderredenkönnens, sondern hängt auch davon ab, wie zwischen Menschen geschwiegen wird

  • Alfred Bellebaum

Zusammenfassung

Es gelingt personalen und sozialen Systemen — wie dargelegt — nicht immer, alles geheim zu halten, was versuchsweise verschwiegen wird. Wichtiger als das ist im Folgenden zunächst der Umstand, daß Menschen selbst über sich Informationen preisgeben, obwohl diese die eigene Privatsphäre betreffen. Das gilt für anvertraute Geheimnisse, religiös motivierte Beichten, vertrauliche Gespräche mit Seelenärzten, Selbstkritik im Kreis gleichgesinnter Menschen, öffentliche Bekenntnisse, Autobiographien mit intimen Details, Tagebucheintragungen über sehr private Sachverhalte... Obwohl die Privatheit bei uns durchweg hoch geschätzt wird, gibt es doch allerlei öffentliche Selbstenthüllungen, angesichts derer die „Nichtenthüllung, als nonkonformes Verhalten“ qualifiziert, leicht als verdächtig und bedrohlich erscheinen kann. Von hier aus gesehen kommen dann übrigens auch gesamtgesellschaftliche Unterschiede in den Blick, denn die Menschen in einigen Kulturen gelten durchweg als schweigsamer und verschwiegener als in anderen. Überdies gibt es innergesellschaftliche Unterschiede, beispielsweise nach Schicht, Autorität und Geschlecht.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1992

Authors and Affiliations

  • Alfred Bellebaum

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