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Erwerbsunterbrechung von Müttern

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Part of the Deutsches Jugendinstitut Familien-Survey book series (DJIFAM, volume 5)

Zusammenfassung

Die höhere Frauenerwerbsbeteiligung in der früheren DDR ist allseits bekannt. Die ökonomische Notwendigkeit und das politische Ziel der Integration von Frauen in das Wirtschaftssystem der ehemaligen DDR waren die Voraussetzungen dafür, daß nahezu 90% aller Frauen erwerbstätig waren (Belwe 1989; Nickel 1993; Trappe 1994). Selbst Frauen mit ein oder zwei Kindern waren zu über 90% erwerbstätig, sogar bereits ein paar Wochen nach der Geburt (Winkler 1990). Allerdings sind hier deutliche Kohortendifferenzen festzustellen. Während ältere Frauen, die zu Beginn der 30er und 40er Jahre geboren wurden, nach der Geburt ihres ersten Kindes die Erwerbstätigkeit zum Teil abbrachen, kehrten Frauen, die zu Beginn der 50er und 60er Jahre geboren wurden, zunehmend schneller nach der Geburt in den Arbeitsmarkt zurück (Trappe 1994; Sørensen & Trappe 1994). Ebenso war der Anteil der Frauen sehr hoch, die kontinuierlich bis zum Alter von 35 Jahren ohne Unterbrechung in einer Vollzeiterwerbstätig-keit beschäftigt waren. Im Durchschnitt waren dies ca. 70 bis 80%, unabhängig von der Kohortenzugehörigkeit (Trappe 1994). In der Bundesrepublik hingegen, in der es nie ein politisch erklärtes Ziel war, daß Frauen als Vollzeitbeschäftigte in den Arbeitsmarkt integriert werden sollten, betrug die Erwerbsbeteiligung der Frauen im Jahre 1991 nur ca. 65%, was ca. 9,4 Mill. Frauen entsprach.

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© Leske + Budrich, Opladen 1995

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