Das Wachstum von Unternehmen — Erfahrungen aus den USA und Entwicklungen in den neuen Bundesländern

  • Dietmar Harhoff

Zusammenfassung

Der Wachstumsdynamik von Unternehmen ist in den letzten zwanzig Jahren sowohl in der Wirtschaftspolitik als auch in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung große Aufmerksamkeit gewidmet worden. Besonders intensiv diskutiert wurde in den achtziger Jahren die aus den USA stammende Hypothese, daß zwischen Wachstumsrate und Unternehmensgröße ein negativer Zusammenhang besteht Dieser Beitrag faßt einige Aspekte der Diskussion in den USA zusammen und stellt sie der Situation in der Bundesrepublik Deutschland gegenüber. In einer empirischen Analyse wird anschließend die Wachstumsdynamik von Unternehmen in den neuen Bundesländern untersucht.

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Literatur

  1. 1.
    Eine detailliertere Analyse der hier verwendeten Daten wird in D. Harhoff und K. Stahl: Firm Dynamics in Eastern Germany - First Empirical Results, ZEW Discussion Paper No. 92–05, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim (1992), vorgestellt.Google Scholar
  2. 2.
    Die folgende Übersicht über legislative Maßnahmen beruht größtenteils auf WA. Brock und D.S. Evans: The Economics of Small Businesses - Their Role and Regulation in the U.S. Economy, New York 1986. Detaillierte Ausführungen zur Antitrust-Gesetzgebung können auch F.M. Scherer und D. Ross: Industrial Market Structure and Economic Performance, 3rd. ed., Boston 1990, entnommen werden.Google Scholar
  3. 4.
    Vgl. P.R. Verkuil: A Critical Guide to the Regulatory Flexibility Act, in: Duke Law Journal, (April 1982), S. 216–219.Google Scholar
  4. 6.
    Bei dieser Literaturzusammenfassung habe ich zahlreiche Anregungen übernommen aus W. Eckart, E. v. Einem und K. Stahl: Dynamik der Arbeitsplatzentwicklung: eine kritische Betrachtung der empirischen Forschung in den Vereinigten Staaten, in: M. Fritsch und Chr. Hull (Hrsg.): Arbeitsplatzdynamik und Regionalentwicklung, Berlin 1987.Google Scholar
  5. 7.
    Vgl. HA. Simon und C.P. Bonini: The Size Distribution of Business Firms, in: American Economic Review, vol. 48 (1958), S. 607–617. Gibrats Gesetz ist formal gesehen keine notwendige Bedingung, um lognormale Verteilungen der Unternehmensgröße zu erzeugen. So führt zum Beispiel auch der Ansatz von Nelson und Winter zu diesem Ergebnis. Siehe hierzu R. Nelson und S. Winter: An Evolutionary Theory of Economic Change, Cambridge, MA 1982.Google Scholar
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    Vgl. D.L. Birch: The Job Creation Process, MIT Program on Neighborhood and Regional Change, Cambridge, MA 1979. Die wesentlichen Ergebnisse der Birch-Studie sind auch wiedergegeben in D.L. Birch: Job Creation in America, New York 1987, und D.L. Birch: Who Creates Jobs?, in: The Public Interest, vol. 65 ( Herbst 1981 ), S. 3–14.Google Scholar
  7. 9.
    Vgl. hierzu D.L. Birch und S. McCracken: The Small Business Share of Job Creation: Lessons Learned from the Use of a Longitudinal File, MIT Program on Neighborhood and Regional Change, Cambridge, MA 1983, und C. Armington und M. Odle: Small Business–How Many Jobs? in: The Brookings Review, vol. 1 ( Winter 1982 ), S. 14–17.Google Scholar
  8. 11.
    Siehe D.S. Evans: The Relationship between Firm Growth, Size, and Age: Estimates for 100 Manufacturing Industries, in: Journal of Industrial Economics, vol. 35 (1987), S. 567–583; ders.: Tests of Alternative Theories of Firm Growth, in: Journal of Political Economy, vol. 95 (1987), S. 657–674; B.H. Hall: The Relationship Between Firm Size and Firm Growth in the US Manufacturing Sector, in: Journal of Industrial Economics, vol. 35 (1987), S. 583–606.Google Scholar
  9. 12.
    Insbesondere zu nennen sind bei den theoretischen Beiträgen: R.E. Lucas: On the Size Distribution of Business Firms, in: Bell Journal of Economics, vol. 9 (1978), S. 508–523, und R Kihlstrom und J.-J. Laffont: A General Equilibrium Entrepreneurial Theory of the Firm Formation Based on Risk Aversion, in: Journal of Political Economy, vol. 59 (1979), S. 719–748.Google Scholar
  10. 13.
    Vgl. A. Pakes und R. Ericsson: Empirical Implications of Alternative Models of Firm Dynamics, Department of Economics, University of Wisconsin, Madison (1987).Google Scholar
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    Vgl. W. Sengenberger und G. Loveman: The Reemergence of Small-Scale Production - An International Perspective, in: Small Business Economics, vol. 1 (1989), 1–38.Google Scholar
  12. 17.
    Eine Reihe von Beiträgen zu diesem Thema ist enthalten in: J. Berger, V. Domeyer und M. Funder (Hrsg.), Kleinbetriebe im wirtschaftlichen Wandel, Frankfurt 1990.Google Scholar
  13. 21.
    Eine aktuelle Zusammenfassung von internationalen Studien fmdet sich in W. Sengenberger, G. Loveman und M. Piore (eds.): The Reemergence of Small Enterprises - Industrial Restructuring in Industrialized Countries, Genf 1990.Google Scholar
  14. 22.
    Siehe A. König und G. Weisshuhn: Betriebsgrößenentwicklungen, Beschäftigungsgewinne und -verluste in den Wirtschaftsbereichen der Bundesrepublik Deutschland 1980–1986, in: R. Schettkat und M. Wagner (Hrsg.): Technologischer Wandel und Beschäftigung–Fakten, Analysen, Trends, Berlin 1989, S. 121–143.Google Scholar
  15. 23.
    In Sengenberger und Loveman, The Re-emergence of Small Scale Production, wird auf weitere Probleme bei der Interpretation von Ergebnissen aus der “job generation literature” hingewiesen. Dazu gehört zum Beispiel, daß auch rechtlich getrennte Unternehmen in einem Verbund operieren können.Google Scholar
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    Siehe U. Cramer und M. Koller: Gewinne und Verluste von Arbeitsplätzen in Betrieben - der “Job-Turnover”-Ansatz, in: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt-und Berufsforschung, (März 1988), S. 361377.Google Scholar
  17. 26.
    M. Fritsch: Arbeitsplatzentwicklung in Industriebetrieben - Entwurf einer Theorie der Arbeitsplatzdynamik und empirische Analysen auf einzelwirtschaftlicher Ebene, Berlin 1990.Google Scholar
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    Diese Studie wird beschrieben in P. Preisendörfer und R. Ziegler: Adressenaktualiseriung und Feldverlauf einer Studie über Gründung und Erfolg von Kleinbetrieben, in: ZUMA-Nachrichten, 27 (1990), S. 93–108.Google Scholar
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    Vgl. J. Brüderl: Beschäftigungsdynamik in neugegründeten Betrieben, Unveröffentlichtes Manuskript, Institut für Soziologie, Universität Bern 1992. Detaillierte Untersuchungen zur Überlebenswahrscheinlichkeit von Gründungen werden beschrieben in J. Brüderl und R. Schüßler: Organizational Mortality: The Liabilities of Newness and Adolescence in: Administrative Science Quarterly, 35 (1990), S. 530547.Google Scholar
  20. 29.
    Immerhin haben Treuhandunternehmen im Laufe des Jahres 1991 ihre Beschäftigung durch Privatisierung, Ausgründung, Überleitung in Beschäftigungsgesellschaften oder Kündigungen von 3 Mio. auf 1,4 Mio. abgebaut. Siehe J. Kühl, R. Schaefer und J. Wahse: Beschäftigungsperspektiven von Treuhandunternehmen und Ex-Treuhandfirmen im Oktober 1991, in: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt-und Berufsforschung, 1/92, S. 32–50.Google Scholar
  21. 30.
    Es sei daran erinnert, daß das Problem einer relativ hohen Arbeitslosigkeit in den meisten OECD-Ländern immer noch weiterbesteht. In der deutschen Diskussion ist dieses Problem lediglich in den Schatten der noch dringerenden Arbeitsmarktproblematik in den neuen Bundesländern getreten.Google Scholar
  22. 31.
    M. Lechner und F. Pfeifer: Planning for Self-Employment at the Beginning of a Market Economy–Evidence from Individual Data of East German Workers, in: ZEW Discussion Paper No. 92–01, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim (1992).Google Scholar
  23. 33.
    Eine Übersicht über die staatlichen Förderprogramme wird vom Bundesministerium für Wirtschaft (Wirtschaftliche Förderung in den neuen Bundesländern, Bonn 1992) herausgegeben.Google Scholar
  24. 34.
    Grobe Schätzungen lassen sich auf der Basis einer Repräsentativbefragung anstellen, die im Auftrag des Instituts für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit (IAB) durchgeführt wird. Demzufolge waren von den im November 1989 befragten 97 Selbständigen im Juli 1991 nur noch 78 (etwa 81%) selbständig. Vgl. H. Dietrich: Selbständige in den neuen Bundesländern - Strukturen und Mobilitätsprozesse, mimeo, Institut für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg 1992.Google Scholar
  25. 41.
    Da aufgrund der Zeitstruktur der Datenerfassung Heteroskedastizität des Fehlerterms zu erwarten ist und durch entsprechende Testverfahren auch nachgewiesen werden kann, werden die Standardabweichungen der Koeffizienten nach dem Verfahren von White berechnet. Siehe H. White: A Heteroskedasticity-Consistent Covariance Matrix Estimator and a Direct Test for Heteroskedasticity, in: Econometrica, vol. 48 (1980), S. 817–838.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1992

Authors and Affiliations

  • Dietmar Harhoff

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