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Soziale Ungleichheit

  • Heinz Abels
Chapter
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Part of the Hagener Studientexte zur Soziologie book series (STSO, volume 7)

Zusammenfassung

Im Jahre 1754 legte der französisch-schweizerische Philosoph Jean-Jacques Rousseau eine Antwort auf die Preisfrage der Akademie von Dijon „Welches ist der Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen?“ vor. Er beginnt mit einer Unterscheidung: „Ich nehme zwei Arten von Ungleichheit unter den Menschen an. Eine nenne ich die natürliche oder physische Ungleichheit, weil sie von der Natur eingeführt worden ist. Sie besteht in der Verschiedenheit des Alters, der Gesundheit, der körperlichen Stärke und der Geistes- oder Seelenkräfte. Die andere könnte man eine sittliche oder politische Ungleichheit nennen, weil sie von einer Art Übereinkunft abhängt und durch die Einwilligung aller Menschen eingeführt oder wenigstens gebilligt worden ist. Sie besteht in verschiedenen Freiheiten, welche einige zu anderer Nachteil genießen, nämlich reicher, angesehener, mächtiger zu sein als diese oder sich gar Gehorsam von ihnen leisten zu lassen.“ (Rousseau 1754, S. 191)

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Literatur

  1. 1.
    Interessant (und für die soziologische Diskussion ganz sicher nicht unerheblich!) ist die Tatsache, dass das griechische Wort „timae“ zur Bezeichnung der von der Natur gebotenen Stelle in der Gesellschaft vor allem „Ehre“ heißt.Google Scholar
  2. 2.
    Im Original wird das Adjektiv „sympheron” (nützlich) benutzt.Google Scholar
  3. 3.
    Das Wort kreitton heißt zwar „besser“, aber auch „stärker“.Google Scholar
  4. 4.
    Barbara Beuys 1980: Familienleben in Deutschland, S. 340.Google Scholar
  5. 5.
    Was die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau angeht, war das im BGB, das im Jahre 1900 in Kraft trat, noch nicht beherzigt, denn dort hieß es in § 1354, dass dem Manne „die Entscheidung in allen das gemeinschaftliche Leben betreffenden Angelegenheiten“ zustehe. Das Eherecht, das diesem Geist entsprach, trat in der Bundesrepublik erst 1953 außer Kraft.Google Scholar
  6. 6.
    Für strenge Leserinnen ist es ja auch gar keine Mikroebene!Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Band 2, Kapitel 7.4 „Bourdieu: Die feinen Unterschiede“.Google Scholar
  8. 8.
    Diesen Fehler begeht nach seiner Meinung der Interaktionismus, was nicht ganz richtig ist, sich aber gut anhört. Alles, was Bourdieu diesbezüglich anmahnt (1979, S. 378 Anm. 20), findet sich dort von Anfang an.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. Band 2, Kapitel 7.4 „Bourdieu: Die feinen Unterschiede“.Google Scholar
  10. 10.
    Distinguo — (feine) Unterscheidung.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Heinz Abels

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