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Zusammenfassung

Der am 23. Dezember 1918 in Hamburg geborene Helmut Schmidt studierte nach dem Ende des 2. Weltkrieges in seiner Heimatstadt Staatswissenschaften und Volkswirtschaft. Schon während seines Studiums begann er seine politische Laufbahn als Bundesvorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), der in die Strukturen der SPD eingebunden war. 1953 rückte Schmidt erstmals in den Bundestag, dem er, abgesehen von einer dreijährigen Unterbrechung zwischen 1962 und 1965, bis 1987 angehörte. Während seiner Amtszeit als Hamburger Innensenator in den Jahren von 1961 bis 1965 erwarb er sich bei der Bewältigung der Flutkatastrophe 1962 den Ruf eines durchsetzungsfähigen Krisenmanagers. Für zwei Jahre, 1967 bis 1969, war er Vorsitzender der Bundestagsfraktion der SPD und bekleidete danach unter Bundeskanzler Brandt verschiedene Ministerämter, wobei er sich als Pragmatiker mit klarem Blick für das Durchsetzbare erwies. Als Willy Brandt 1974 in der Folge der Guillaume-Affäre zurücktrat, wurde Schmidt, der seit 1968 stellvertretender SPD-Vorsitzender und zu diesem Zeitpunkt Bundesfinanzminister war, in das Amt des Bundeskanzlers an die Spitze der sozial-liberalen Regierungskoalition gewählt. Während seiner achtjährigen Amtszeit musste der fünfte Kanzler der Bundesrepublik seine Befähigung als Krisenmanager immer wieder unter Beweis stellen. Der Nahostkonflikt des Jahres 1973 und der daraus resultierende Ölboykott der arabischen Liga beschworen die schwerste Weltwirtschaftskrise seit 1929 herauf. Die innenpolitisch ernste Situation verschärfte sich infolge der Mordanschläge der linksterroristischen Rote-Armee-Fraktion (RAF). In seiner Außenpolitik bemühte Schmidt sich, die auf Ausgleich mit den östlichen Nachbarn ausgerichtete Entspannungspolitik Willy Brandts fortzuführen, und setzte auch den Dialog mit der DDR fort. Dabei verfolgte er jedoch zeitgleich eine Politik der Stärke im Rahmen des westlichen Bündnissystems und befürwortete den NATO-Doppelbeschluss von 1979. Nachdem die Koalition aus SPD und FDP bei den Bundestagswahlen 1980 erneut die Mehrheit errungen hatte, tat sich zwischen Schmidt und I Teilen seiner Partei eine Kluft auf, die der an seinen Grundsätzen festhaltende Kanzler nicht überbrücken konnte. Als auch noch die vier FDP-Minister aus seinem Kabinett zurücktraten, führte Schmidt für kurze Zeit eine SPD-Minderheitsregierung an, bevor er durch ein konstruktives Misstrauensvotum gestürzt und von Helmut Kohl (CDU) abgelöst wurde. Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 1987 wurde Schmidt Mitherausgeber der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“.

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© Leske + Budrich, Opladen 2002

Authors and Affiliations

  • Klaus Stüwe

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