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Zusammenfassung

Die politischen Überzeugungen des am 5. Januar 1876 in Köln geborenen Konrad Adenauer waren geprägt von Erfahrungen aus der Folgezeit des Kulturkampfes, so dass der katholische Jurist sich 1906 der Zentrumspartei anschloss. 1917 wurde er zum Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Köln gewählt und fungierte seit 1920 als Präsident des Preußischen Staatsrates. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er aus beiden Ämtern entlassen und saß 1944 für einige Monate in Haft.

Nach Kriegsende war er eine der Haupttriebkräfte beim Aufbau der CDU, deren Vorsitz er 1946 in der Britischen Besatzungszone und 1950 auch auf Bundesebene übernahm. Zwar war er zunächst in das Amt des Oberbürgermeisters von Köln zurückgekehrt, wirkte dann aber vornehmlich an der Konstituierung der Bundesrepublik mit, indem er als Präsident des Parlamentarischen Rates maßgeblich an der Ausarbeitung des Grundgesetzes beteiligt war. Mit einer einzigen Stimme Mehrheit wählte ihn der erste Deutsche Bundestag am 15. September 1949 zum Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, deren Frühphase Adenauer entscheidend prägte. Innenpolitisch standen in seiner Regierungszeit die Konsolidierung eines demokratischen und rechtsstaatlichen Staatswesens sowie ein damit notwendigerweise einhergehender wirtschaftlicher Wiederaufbau im Vordergrund. Demnach war auch die Westintegration Deutschlands ein Kernanliegen der Regierung unter Kanzler Adenauer, der zwischen 1950 und 1955 auch als Außenminister fungierte. Seine Außenpolitik stand unter dem Motto „Freiheit vor Einheit“. Der Erlangung der vollen Souveränität Deutschlands ordnete Adenauer das in der Präambel des Grundgesetzes postulierte Ziel der Wiedervereinigung unter. Dreimal wurde Adenauer im Kanzleramt bestätigt, sah sich aber mit zunehmender Amtsdauer wegen seines selbstbewussten Regierungsstils, der den Begriff der „Kanzlerdemokratie“ prägte, vermehrter Kritik ausgesetzt. Er trat als 87-jähriger 1963 zugunsten Erhards vom Amt des Kanzlers zurück und legte 1966 auch den Vorsitz der CDU nieder. Am 19. April 1967 starb Konrad Adenauer in Rhöndorf bei Bonn.

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© Leske + Budrich, Opladen 2002

Authors and Affiliations

  • Klaus Stüwe

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