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Weltkrieg, Revolution und Streiks

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion in unruhigen Zeiten
  • Karl-Ludwig Sommer
Part of the Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der Parteien in Bremen book series (BZGDPUDPIB, volume 1)

Zusammenfassung

Die unruhigen Jahre der deutschen Sozialdemokratie im ersten Viertel dieses Jahrhunderts (Revisionismusstreit, Massenstreikdebatte, Imperialismusdiskussion, Burgfriedenspolitik, Novemberrevolution und Parlamentarisierung) verliefen in Bremen noch turbulenter als im Reich. Eingebunden in die großen historischen Entwicklungslinien der deutschen Arbeiterbewegung, weist die Geschichte der Bremer Sozialdemokratie einen recht eigenständigen Gang auf. Schon vor und während des Ersten Weltkrieges nahm die Bremer Organisation eine Außenseiterposition in der deutschen Sozialdemokratie ein: Etwa seit 1905 war die Mehrheit der Bremer Parteiorganisation dem linken Flügel zuzuordnen.1 Bereits vier Monate vor der „offiziellen“ Gründung der USPD konstituierte sich im Dezember 1916 in Bremen auf dem rechten Parteiflügel eine eigenständige lokale Organisation, der „Sozialdemokratische Parteiverein“. Auch während der Revolution 1918/19 kam es zu einer Sonderentwicklung: Die Mehrheitssozialisten wurden in den Räteorganen weitgehend ausgeschaltet, und anschließend wurde in Bremen die erste Räterepublik auf dem Boden des Deutschen Reiches gegründet. Erst nach ihrer blutigen Auflösung und seit der Bildung des bürgerlich-sozialdemokratischen Koalitionssenat im April 1919 sind wieder stärkere Parallelen der lokalen Ereignisse mit den Vorgängen im Reich feststellbar. Die personelle und politische Kontinuität wurde jedoch insgesamt nie schwerwiegend beeinträchtigt.2

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© Leske Verlag + Budrich GmbH, Leverkusen 1983

Authors and Affiliations

  • Karl-Ludwig Sommer

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