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Einleitung

  • Ulrike Popp
Part of the Reihe Schule und Gesellschaft book series (SUGES, volume 5)

Zusammenfassung

Schülerinnen und Schüler am Ende der Sekundarstufe I sind in der Regel zwischen 14 und 17 Jahre alt und werden gemäß unseres Alltagsverständnisses als »Jugendliche« bezeichnet. Da immer mehr Jugendliche immer länger an allgemeinbildenden Schulen verbleiben, verlaufen nicht nur »Jugend« und »Schulzeit« synchron (vgl. Tillmann 1990b), sondern, infolgedessen, entstehen aus »Schülerstudien« gleichsam unter der Hand »Jugendstudien«. Auch die vorliegende Arbeit ist dafür ein Beispiel. Der Titel des Buches »Geteilte Zukunft« ist dialektisch aufzufassen, denn er impliziert Gemeinsamkeiten und Unterschiede gleichermaßen und verweist auf die Affinität zwischen Jugend und Zukunft. Die Beschäftigung mit Lebensentwürfen von deutschen und türkischen Schülerinnen und Schülern im Jugendalter bildet den theoretischen und empirischen Rahmen dieser Untersuchung. Mit den Analysen zur »Jugend« könnte die Hoffnung verbunden sein, genauere Kenntnisse über auffällige Phänomene sozialen Wandels und über gegenwärtige und zukünftige gesellschaftliche Krisen zu erhalten, denn der Zustand der Jugend gibt — so Hurrelmann in seinem Vortrag während des Soziologentages 1992 — Auskunft über Zustand und Zukunft unserer Gesellschaft. Kaum ein anderes Gebiet erfährt innerhalb der Sozialwissenschaften gegenwärtig so viel Interesse wie die Jugendforschung. Die vom Jugendwerk der deutschen Shell herausgegebenen Repräsentativerhebungen erlauben Prognosen über den Verlauf von »Jugend« seit den 50er Jahren. Mit den Arbeiten aus dem Sonderforschungsbereich »Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter« (vgl. z.B. Engel/Hurrelmann 1989, Hurrelmann u.a. 1988; Heitmeyer/Olk 1990) hat sich ein interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt herausgebildet. Auszüge aus der 1985 in einem Sonderband erschienenen »Sinusstudie« befassen sich vorrangig mit der Veränderung jugendlicher Wertvorstellungen, und die Untersuchung von Allerbeck/Hoag (1985) betrachtet die Zukunft der Jugendlichen unter geschlechtervergleichender Perspektive. In den letzten Jahren erschienen mehrere Handbücher zur Jugendforschung (vgl. Markefka/Nave-Herz 1989; Krüger u.a. 1988). Unter dem Stichwort »Individualisierung von Jugend« entstanden eine Reihe von Beiträgen über unterschiedliche jugendliche Subkulturen, Freizeitkulturen, abweichendes Verhalten und Rechtsextremismus (vgl. Baacke/Heitmeyer 1985; Baacke 1987, Heitmeyer 1989). Jugend in der Familie, in der Schule und Berufsausbildung, jugendliche peergroups, jugendliches Freizeitverhalten, jugendliche Subkulturen, Jugendliche als Konsumenten, Opponenten, Ideologen, Delinquente oder psychisch Belastete — über diese Themen gibt es ausführliche Untersuchungen und Stellungnahmen.

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© Leske + Budrich, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Ulrike Popp

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