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Analyse der Branchenstrukturen

Chapter
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Part of the Neue betriebswirtschaftliche Forschung book series (NBF, volume 160)

Zusammenfassung

Für die Untersuchung von Ursachen und Wirkungen der Zusammenschlüsse von Banken und Versicherungen ist eine vorherige Analyse der Branchenstrukturen bzw. der Wettbewerbssituationen notwendig. Sie dient als Grundlage zur späteren Erklärung von Wettbewerbs- und Angebotsveränderungen und deckt gleichzeitig erste mögliche Ursachen der Zusammenschlüsse auf. Die Untersuchung folgt dem Modell der Branchenstrukturanalyse von Porter. 1 Die Wettbewerbskräfte, die die Wettbewerbssituation einer Branche bestimmen, sind in Abb. 4 abgebildet.

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Literatur

  1. Vgl. Porter (1988), S. 25ff. Unter Aufbereitung der industrieökonomischen Forschung ist es Porter mit der Branchenstrukturanalyse gelungen, ein leicht und allgemein anwendbares, verständliches und umfassendes System zur Wettbewerbsanalyse zu entwickeln. Für eine grundlegende, kurze Untersuchung der Wettbewerbssituation, wie sie im folgenden Kapitel angestrebt wird, erscheint das Konzept sehr geeignet. Porters Modell hat breiten Eingang in die Literatur gefunden und wird vielfach genutzt. Vgl. in der deutschsprachigen Literatur z.B. Picot (1990), S. 120, Thommen (1991), S. 773ff., Feider/Schoppen (1988), S. 674, Steinmann/Schreyögg (1993), S. 164ff.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Stigler (1968), S. 67. Anstelle einer expliziten Definition geht Porter nur auf wesentliche Ursprünge von Eintrittsbarrieren ein. Zu verschiedenen Definitionen von Eintrittsbarrieren vgl. Minderlein (1989), S. 200ff. Nach Baumol/Panzar/Willig liegt ein vollkommen bestreitbarer Markt (“perfectly contestable market”) dann vor, wenn keine Barrieren im Sinne von Stigler bestehen und der potentielle Neu-Anbieter die Rentabilität des Eintritts nach den Preisen vor dem Eintritt beurteilt. Im Fall eines homogenen Produktes werden auf einem vollkommen bestreitbaren Markt und einem Markt in vollständiger Konkurrenz dieselben Ergebnisse erzielt. Vgl. Baumol/Panzar/Willig (1982), S. 5, 15.; vgl. auch Neumann (1991), S. 28f., 46f., Neumann (1982), S. 157f.Google Scholar
  3. 5.
    Typischerweise verläuft eine Stückkostenkurve zunächst stark fallend und dann horizontal (bzw. schwach fallend). Die Kapazität, bei der das flache Teil der Stückkosten-kurve erreicht wird, ist die mindestoptimale Betriebsgröße. Vgl. Kaufer (1980), S. 26f.Google Scholar
  4. 9.
    Dies setzt voraus, daß die Schadensrisiken nicht vollständig positiv miteinander korrelieren. Mit n der Anzahl gleichartiger und unabhängiger Risiken sinkt die Varianz des durchschnittlichen Schadens (Gesamtschaden/Anzahl der Schadensvariablen) mit 1/n. Vgl. Kotsch (1991), S. 56ff., Neumann (1982), S. 211ff., 222ff., 3. Abschnitt B. II. 4 )Google Scholar
  5. 13.
    In einer groben Analyse der Ertragslage der Gruppen, Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Großbanken, läßt sich weder für das Betriebsergebnis noch für den Verwaltungsaufwand eine deutliche Abhängigkeit von der Betriebsgröße feststellen, vgl. Monatsberichte der Deutschen Bundesbank (8/1992)Google Scholar
  6. 15.
    Einige Stimmen gehen soweit zu sagen, daß erst durch diese Einrichtungen das Betreiben des Versicherungsgeschäfts in kleinen Unternehmenseinheiten ermöglicht wird. Vgl. Gärtner (1984), S. 507, 512f.Google Scholar
  7. 17.
    Die Kapitalintensität von Banken und Versicherungen liegt etwa beim Durchschnitt aller Branchen, vgl. Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung (1992) Tab.77Google Scholar
  8. Vgl. Sondhof (1990), S. 122, 129. Mit den Deregulierungen im Zuge des europäischen Binnenmarktes wird die regulatorisch bedingte geringe Produktdifferenzierung abnehmen. Neuen (ausländischen) Anbietern wird damit die Möglichkeit gegegeben, sich durch neuartige Produkte Marktanteile zu erobern. Bei den Lebensversicherungen führte dies schon vor der Marktöffnung 1994 zu einer erhöhten Produktvielfalt, die neuen Anbietern attraktive Nischen verschließen soll. Vgl. Dolle-Helms/Burgmaier (1992), S. 154ff.Google Scholar
  9. 26.
    Typisch ist ein Slogan wie “Die Bank an Ihrer Seite”, vgl. auch Baden (1989), S. 1112Google Scholar
  10. 28.
    Außer bei Krediten erhält der Kunde die Gegenleistung erst nachdem er geleistet hat. Vgl. auch Soltwedel (1986), S. llf.Google Scholar
  11. 31.
    Vgl. Spiegel-Verlag (1989), S. 90. Nach Zahlen des Bundeskartellamtes besteht eine jährliche Fluktuation von 2 bis 3 Prozent, vgl. Kartte (1991), S. 10Google Scholar
  12. 38.
    Vgl. ausführlich zu Vergeltungsmaßnahmen Minderlein (1989), S. 113ff., 173Google Scholar
  13. 39.
    Die Quelle-Banken (Noris-Verbraucherbank, Quelle-Bank) konnten 1991/92 ihr Geschäftsvolumen um 23,1% auf 5,5 Mrd.DM erhöhen. Die Versicherungsgesellschaften steigerten ihre Bruttobeitragseinnahmen um fast 80% auf 214 Mio. DM, 1992/1993 sollen mehr als 300 Mio. DM erreicht werden. 1991 wurden bei den Finanzdienstleistungen 8,6 Mio. DM Gewinn (vor Steuern) erwirtschaftet. Vgl. N.N. (FAZ v. 6.11. 1992 ), S. 17Google Scholar
  14. 44.
    Vgl. Sondhof (1990), S. 238f., Wagner (1991), S. 20ff., die als Ursachen hierfür u.a. Wertewandel, steigendes Bildungsniveau und wachsende Vermögen nennen. Zu Umfragen im Zeitvergleich vgl. GDV-Jahrbuch (1992), S. 121ff., Schulenburg/Wähling (1991)Google Scholar
  15. 64.
    Vgl. Statistisches Taschenbuch der Versicherungswirtschaft (1992), Tab.2Google Scholar
  16. 65.
    Bei einer Zusammenfassung zu Versicherungsgruppen ist die Anbieterzahl deutlich geringer. Der GDV spricht von 150 “Wirtschaftseinheiten”. Vgl. GDV-Jahrbuch (1985), S. 108, auch Farny (1983), S. 39ff., Sondhof (1990), S. 84f.Google Scholar
  17. 66.
    Vgl. GDV-Jahrbuch (1992) Tab.78, BAV Geschäftsbericht (1991), S. 12; die größten fünf Krankenversicherungen haben einen Anteil von 54%, die größten fünf Schaden-und Unfallversicherungen von 23%. Der Gini Koeffizient beträgt 0,67, vgl. Goß (1992), S. 45Google Scholar
  18. Vgl. Monopolkommission (1992), S. 70ff.. Auch im internationalen Vergleich ist die Konzentration gering. Vgl. GDV-Jahrbuch (1989), S. 142Google Scholar
  19. 69.
    Nur Erstversicherungsgeschäft, vgl. Monopolkommission (1990), S. 161f. Berücksichtigt man das Rückversicherungsgeschäft und die Verbindungen der Allianz zu anderen Versicherungen (Münchener Rück, Hamburg-Mannheimer), so ist der Marktanteil noch deutlich höher.Google Scholar
  20. 74.
    Vgl. GDV-Jahrbuch (1992), S. 32, Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung. Die aufgrund der Wiedervereinigung außerordentlich hohen Werte nach 1990 wurden nicht berücksichtigt.Google Scholar
  21. 79.
    Für den Bankensektor wird oft der Begriff overbanked verwandt. Vgl. z.B. Riedl (1987), S. 4; Aufgrund der Überkapazitäten wird das Bankgeschäft z.T. schon als Stahlindustrie der 90er Jahre bezeichnet.Google Scholar
  22. 88.
    Auf Zahlenangaben nach 1990 bzw. 1989 wurde verzichtet, weil wegen der Wiedervereinigung die Zahlen dann stark ansteigen.Google Scholar
  23. 82.
    In Deutschland kommen auf eine Bankstelle ca. 1400 Kunden, in Großbritannien 2200, in Japan 2400, in Italien 4000, der europäische Durchschnitt liegt bei 1900 vgl. Riedl (1987), S. 5, Neubauer (1991), vgl. auch Krümmel (1988), S. 10, Hahn (1977), S. 216. Da Deutschland eine hohe Bevölkerungsdichte aufweist, ist das Gefälle bezogen auf die Kennzahl Bankstellen zu Flächeneinheit noch größer.Google Scholar
  24. 99.
    Vgl. Gruner + Jahr (1989) Tab. 13c; in einer Umfrage des Spiegel-Verlags gaben 63% der Befragten die Nähe als wichtige Anforderung an die Bank an, vgl. Spiegel-Verlag (1980), S. 58Google Scholar
  25. 101.
    Quelle: Schmidt&Pohlmann, zitiert nach GDV-Jahrbuch (1992), S. 35Google Scholar
  26. 103.
    Quelle: Schmidt &Pohlmann, vgl. GDV-Jahrbuch (1992), S. 35, Weber (1988), S. 7f.. Zur Bedeutung der Werbung vgl. weiter Kapitel A.II.Google Scholar
  27. 104.
    Nach einer Spiegel-Umfrage fordern 93% der Befragten eine “fachlich gute Beratung”, 84% eine “freundliche Bedienung” von Geldinstituten, vgl. Spiegel-Verlag (1980), S. 58, ähnliche Ergebnisse finden sich bei Thiesing (1988). Nach einer Studie von Schulenburg/Wähling stand eine “gute Beratung” mit ca. 50% bei der Wahl eines Unternehmens an erster Stelle, vgl. Schulenburg/Wähling (1991), S. 292. Nach einer Umfrage des GDV fordern gute Beratung und Freundlichkeit knapp 75% der Befragten von ihrem Versicherungsvertreter, vgl. GDV (1982), S. 48.Google Scholar
  28. 107.
    Vgl. Dirrheimer/Junghanns (1989), S. 134ff., 152, 189f.. Untersucht wird die prozentuale Veränderung des Anteils am Neugeschäft eines Jahres für den Zeitraum 1982–84. Je nach Größenklasse und Jahr ergaben sich bei den Lebensversicherungen (25 Firmen) durchschnittliche Anteilsveränderung pro Firma von 6 bis 9% pro Jahr, in der Kraftfahrtversicherung von 5 bis 7% (nur für die 30 größten Unternehmen).Google Scholar
  29. 116.
    Einen kurzen Überblick über kollusionsfördernde Bedingungen gibt Clarke (1985), S. 56ff.Google Scholar
  30. Neben der Eigenkapitalrentabilität können die Börsenkurse als Maßstab für die Ertragslage herangezogen werden. Hier zeigen Banken allgemein durchschnittliche Werte, Versicherungen, insbesondere die Lebensversicherungen, weit überdurchschnittliche Werte. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) der Banken ist generell leicht unterdurchschnittlich, das KGV der Versicherungen weit überdurchschnittlich. Mögliche Erklärungen für die hohen KGV’s der Versicherungen sind die hohe Sicherheit des Geschäfts, stille Rücklagen und Gewinnverlagerungen. Vgl. Sondhof (1990), S. 132ff.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1994

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