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Einleitung

  • Ralf Elsas
Chapter
Part of the Empirische Finanzmarktforschung / Empirical Finance book series (EFF)

Zusammenfassung

Im internationalen Vergleich sind Finanzsysteme durch eine ausgeprägte Heterogenität gekennzeichnet, die bis heute nur ansatzweise ökonomisch erklärt werden kann. Ein besonderes Element aller Finanzsysteme stellt dabei die bankbasierte Finanzintermediation dar, d.h. die direkte Einschaltung einer Bank in den Prozeß der Kapitalallokation zwischen Kapitalnachfragern und -anbietern. Auch hier ist eine ausgeprägte Heterogenität zu verzeichnen; allerdings gilt, daß Bankkredite in allen Volkswirtschaften in großem Umfang zur Unterneh-mensfmanzierung verwendet werden. Dies ist entgegen der häufig postulierten Disinterme-diationstendenz sowohl für sogenannte „market-based“Finanzsysteme wie das der USA oder Großbritanniens als auch für „bank-based“Finanzsysteme wie etwa in Deutschland zu beobachten. So lag der prozentuale Anteil an Bankverbindlichkeiten an der Bilanzsumme der von der Bundesbank ausgewiesenen Gesamtunternehmensbilanz in 1996 bei ca. 18%. 1 Für britische Unternehmen ermittelt Ramb (1998) sogar einen entsprechenden Anteil von 30%.2

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Literatur

  1. 1.
    Definitions- und Meßprobleme, die eine Vergleichbarkeit durchaus einschränken können, sollen an dieser Stelle ignoriert werden. Vgl. Schmidt/Hackethal/Tyrell (1999) tur eine detaillierte und methodenkritische Analyse der Konstruktion von Intermediationskennzahlen sowie deren Implikationen für einen internationalen Vergleich von Finanzsystemen.Google Scholar
  2. 2.
    Die im Vergleich mit der britischen überraschend niedrige deutsche Bankfinanzierungsquote wird durch die jüngste Studie der Deutschen Bundesbank bestätigt, vgl. Friderichs et al.(1999).Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. bspw. Allen/Gale (2000), S.8–9, Edwards/Fischer (1994), sowie Hackethal/Schmidt/Tyrell (1999).Google Scholar
  4. 4.
    Cable (1985), S. 130. Der Autor untersucht empirisch den Zusammenhang zwischen Bankeinfluß und Unternehmensperformance für ein Sample von 48 großen deutschen Unternehmen auf der Basis spezifischer Informationen des Jahres 1970. Zu einer Erweiterung und in methodischer Hinsicht kritischen Analyse dieser Studie vgl. Schmidt (1996).Google Scholar
  5. 5.
    Tilly (1989), S. 190. Weitere “klassische” Quellen sind bspw. Schumpeter (1939) sowie Gerschenkron (1962).Google Scholar
  6. 6.
    Fohlin(1998), S. 1737.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. dazu die ausführliche Diskussion im Abschnitt B.2. Die Definition wird im wesentlichen auf die Arbeit von Fischer (1990) und den Ergebnisbericht des Arbeitskreises „Finanzierung“der Schmalenbach-Gesellschaft gestützt, vgl. Arbeitskreis (1988).Google Scholar
  8. 8.
    Die Arbeit von Fischer (1990) stellt einen der ersten expliziten Ansätze dar, Hausbankbeziehungen theoretisch und empirisch zu analysieren.Google Scholar
  9. 9.
    Dieser im Rahmen des Forschungsprojekts „Kreditmanagement“des Instituts für Kapitalmarktforschung — Center for Financial Studies generierte Datensatz wird im folgenden als “Kreditaktendatensatz” bezeichnet. Für einen Überblick über die Ergebnisse der Teilprojekte der ersten Phase dieses Forschungsprojektes vgl. Elsas et al. (1999).Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. bspw. auch die Interpretation bei Ongena/Smith (1998a), S. 8. Allerdings kann das Ergebnis von Lummer/McConnell (1989), daß nur Ankündigungen von Vertragsverlängerungen einen systematischen Effekt aufweisen, durch andere Studien (mit anderen Datensätzen) nicht bestätigt werden. Billet/Garfinkel/Flannery (1995) bspw. finden einen positiven Ankündigungseffekt auch bei Neuabschlüssen.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. Warner (1977), Altman (1984) sowie die Übersicht bei Senbet/Seward (1995).Google Scholar
  12. 12.
    Die Ausgestaltung von Kreditverträgen als ein fmanzwirtschaftliches institutionelles Arrangement, das unter bestimmten Bedingungen die optimale Finanzierung von Unternehmen bzw. derer Realinvestitionen ermöglicht, wird im wesentlichen durch eine geeignete Ertrags- und Risikoaufteilung zwischen den beiden Vertragsparteien Kreditnehmer und Bank determiniert. In einem durch Unsicherheit bezüglich der Ausprägung exogener Faktoren (Umweltzustände) und der Verhaltensweisen von Wirtschaftssubjekten geprägten Umfeld muß ein Vertrag nicht nur beim initialen Abschluß optimal ausgestaltet werden, sondern gegebenenfalls auch an veränderliche Rahmenbedingungen angepaßt werden (Kreditmanagement).Google Scholar
  13. 13.
    Für einen einführenden Überblick über die informationsökonomisch orientierten neo-institutionalistischen Ansätze vgl. Schmidt/Terberger (1996), S. 382–404, eine ausführliche Diskussion hiermit verbundener methodologischer Aspekte bietet die Arbeit von Terberger (1994).Google Scholar
  14. 14.
    Alle aufgezählten Aspekte dienen in der Literatur als potentielle Instrumente, die einen besonderen Einfluß von Banken auf Unternehmen begründen können. Für eine Übersicht über die Ergebnisse dieser Forschungsrichtung vgl. bspw. Emmons/Schmid (1998), sowie Edwards/Fischer (1994).Google Scholar
  15. 15.
    Die geringe Bedeutung der genannten Instrumente lassen sich aus den folgenden Angaben erkennen: Von den 200 Unternehmen des Kreditaktendatensatzes hatten im Beobachtungszeitraum nur 12% die Rechtsform der AG und kein Unternehmen war börsennotiert. Bei 15 Unternehmen hatte eine Bank einen Repräsentanten in einem Aufsichtsgremium. Es ist nur ein einziger Fall einer direkten Kapitalbeteiligung dokumentiert, die von einer Bank als Kontrollmaßnahme nach dem Eintreten einer finanziellen Krisensituation vorgenommen wurde. Vgl. hierzu die Hauptabschnitte C und F.Google Scholar
  16. 16.
    Mechanismen zur Corporate Governance können allgemein als Mechanismen betrachtet werden, die zu einer Vermeidung von Interessenkonflikten zwischen Unternehmenseigentümern, Managern sowie weiteren Unternehmens-Stakeholdern führen. Einen Überblick über informationsökonomisch basierte theoretische und empirische Arbeiten zur Corporate Governance geben Shleifer/Vishny (1997). Für eine allgemeine Diskussion des Kontrollaspekts als Analyseschwerpunkt der neueren finanzwirtschaftlichen Theorie sowie einer diesbezüglichen Einordnung von Hausbankbeziehungen vgl. Krahnen (1998). Emmons/Schmid (1998) geben einen ausführlichen Literaturüberblick zur Rolle deutscher Universalbanken im Prozeß der Corporate Governance.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. zum Begriff des Inside-Fremdkapitals Krahnen (1991), S. 77–78 sowie Rajan (1992).Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. zu diesem Argument auch Neus (1995), S.23–25.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. bspw. Stiglitz/Weiss (1983), Hart/Moore (1989).Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. Diamond (1991) sowie Krahnen (1988, 1991) für eine Diskussion des Zusammenhangs von Laufzeit, Irreversibilität und Zwischenfinanzierung.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden, und Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Ralf Elsas

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