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Vorstellungen zur besseren Gestaltung der ehrenamtlichen Arbeit im Interesse der ehrenamtlich Arbeitenden und derjenigen, die durch ehrenamtliche Arbeit betreut werden

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Part of the Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfallen book series (FOLANW, volume 3224)

Zusammenfassung

Aus den im Kapitel 2 dargestellten Ausführungen zur gesellschaftlichen Funktion ehrenamtlicher sozialer Arbeit wird deutlich, daß für die Zukunft dieser Form von Arbeit sowohl für diejenigen, die sie ausüben, als auch für die betroffenen “Betreuten” eine wachsende Bedeutung zukommt. Zu Zeiten ökonomischer Krisen ist es nicht möglich, alle ehrenamtliche soziale Arbeit in professionalisierte umzuwandeln. Es wäre auch gar nicht wünschenswert, alle sozialen Arbeiten den Kriterien der Lohnarbeit zu unterstellen. Auf der anderen Seite ist es auch nicht möglich, wie von konservativer Seite oft gefordert, durch Sozialabbau verringerte professionelle Arbeit in die Familien zu verlagern, weil diese sowohl zeitlich und räumlich als auch emotional überfordert sind: Ehrenamtliche soziale Arbeit setzt ein. Dem Versuch, besonders Frauen unter Hinweis auf die Möglichkeiten der Übernahme ehrenamtlicher Tätigkeiten aus der Erwerbsarbeit zu verdrängen, muß entschieden entgegengetreten werden. Ehrenamtliche soziale Arbeit darf weder Frauen noch Männern als Alternative zur bezahlten Arbeit angeboten werden. Auch besteht für die ehrenamtliche Tätigkeit ebensowenig wie für die Hausund Familienarbeiten keine Notwendigkeit der einseitigen Zuweisung an Frauen, wie andererseits Erbwerbsarbeit und politische Arbeit ja auch nicht einseitig den Männern zugewiesen werden muß. Der Zugang zu bezahlter Arbeit als Grundlage der ökonomischen Existenz muß für jeden einzelnen gewährleistet sein. Erst wenn Frauen und Männer im Zuge einer Umverteilung der Erwerbsarbeit durch radikale Arbeitszeitverkürzung die Möglichkeit einer eigenständigen materiellen Existenzssicherung erhalten, wird es auch möglich, die Verteilung sozialer Arbeiten, die nicht professionalisiert werden sollen, vorzunehmen. Auf keinen Fall darf professionalisierte Arbeit durch ehrenamtliche ersetzt werden.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1987

Authors and Affiliations

  1. 1.Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-StiftungBonn-Bad GodesbergDeutschland

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