„Dialog“ und medienpolitische „Wende“

  • Arne Kapitza
Part of the Studien zur Kommunikationswissenschaft book series (SZK, volume 26)

Zusammenfassung

Der Begriff “Dialog” mit seiner langen und ehrwürdigen Begriffsgeschichte, der durch den Politbüro-Aufruf vom 11. Oktober 1989 parteiamtlich für die Innenpolitik eingeführt wurde, läßt sich als vorsichtige SED-Version von “Glasnost” und “Neues Denken” interpretieren. Diese beiden kommunikationspolitischen Schlüsselbegriffe der sowjetischen Perestroika (vgl. Lerg u. a. 1991) bestanden in einer Öffnung der Informationspolitik und einer Lockerung des Medienlenkungsregimes (Vachnadze 1992). Diese “reformkommunistische” Transformationsphase, die sich in der früheren Sowjetunion und den mittel- und südosteuropäischen Transformationsländern über Jahre hinzog (vgl. zum Mediensektor Hallenberger/Krzeminski 1994), fand in der DDR im Zeitraffer-Tempo statt. Der Gedanke des innergesellschaftlichen “Dialogs”, der von der Auflösung des Medienlenkungssystems, der Öffnung der Medien für Meinungen “Andersdenkender” und von journalistischen “Enthüllungen” über Amtsmißbrauch der bisherigen Partei- und Staatsführung, die ökonomische und moralische Misere der DDR geprägt war, fand seinen institutionalisierten Ausdruck in den Runden Tischen und im Volkskammerbeschluß zur Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit vom 5. Februar 1990 (s. Kapitel 6.2).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1997

Authors and Affiliations

  • Arne Kapitza

There are no affiliations available

Personalised recommendations