Advertisement

Erklärungsansätze zur Entstehung und zur gesellschaftlichen Bedeutung der neuen sozialen Bewegungen

Chapter
  • 115 Downloads

Zusammenfassung

Die in der sozialwissenschaftlichen Literatur vorliegenden Erklärungsansätze lassen sich zunächst einmal grob danach unterscheiden, ob sie die neuen sozialen Bewegungen als pendelartige Reaktivierung antimodernistischer Proteste begreifen, die die Herausbildung der bürgerlichen Gesellschaft seit ihren Anfängen begleiten, oder ob sie sie als qualitativ neuartige Phänomene, als Folge der historischen Entstehung neuer struktureller Problemlagen thematisieren. Ich fasse diese Unterscheidung in die Begriffe zyklische vs. lineare Erklärungsansätze, die auch die Grobgliederung dieses Kapitels abgibt. Begreiflicherweise zielen wesentlich mehr Erklärungsansätze darauf, qualitativ neue Momente der gesellschaftlichen Entwicklung als Ursache der neuen sozialen Bewegungen zu identifizieren.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 1.
    Berger/Berger/Kellner, Das Unbehagen in der Modernität. Frankfurt/New York 1975Google Scholar
  2. 2.
    E. Knoedler-Bunte, unv. Manuskript 1977, zit. in: J. Habermas (Hrsg.), Stichworte zur „Geistigen Situation der Zeit“. Frankfurt 1979. S. 32Google Scholar
  3. 3.
    J. Raschke, Ursachen und Perspektiven des Protests. In: Murphy u. a. Protest, Grüne, Bunte und Steuerrebellen, Reinbek 1979Google Scholar
  4. 4.
    B. Guggenberger, Bürgerinitiativen in der Parteiendemokratie, Stuttgart 1980; Guggenberger/Kempf (Hrsg.), Bürgerinitiativen und repräsentatives System, Opladen 1978Google Scholar
  5. 5.
    C. Offe, Konkurrenzpartei und kollektive politische Identität. In: R. Roth (Hrsg.), Parlamentarisches Ritual und politische Alternativen. Frankfurt 1980Google Scholar
  6. 6.
    C. Offe, Überlegungen und Hypothesen zum Problem politischer Legitition. In: R. Ebbighausen (Hrsg.), Bürgerlicher Staat und politische Legitimation. Frankfurt 1976Google Scholar
  7. 7.
    B. Guggenberger, Bürgerinitiativen in der Parteiendemokratie. S. 40Google Scholar
  8. 8.
  9. 9.
    B. Guggenberger, Wertwandel und gesellschaftliche Fundamentalpolarisierung. In: Th. Ellwein (Hrsg.), Politikfeld-Analysen 1979, Opladen 1980, S.282Google Scholar
  10. 10.
    B. Guggenberger, Bürgerinitiativen in der Parteiendemokratie. S. 59 ff.Google Scholar
  11. 11.
    C. Offe, Die Logik des kleineren Übels, DIE ZEIT 9. 11. 1979Google Scholar
  12. 12.
    M. Th. Greven, Parteiensystem, Wertwandel und neue Marginalität. In: J. Matthes (Hrsg.), Sozialer Wandel in Westeuropa. Frankfurt/New York 1979Google Scholar
  13. 13.
    R. Inglehart, The Silent Revolution. Changing Values and Political Styles among Western Publics. Princeton 1977Google Scholar
  14. 13a.
    R. Inglehart, Wertwandel und politisches Verhalten. In: J. Matthes (Hrsg.), Sozialer Wandel in Westeuropa. Frankfurt/New York 1979Google Scholar
  15. 13b.
    R. Inglehart, Wertwandel in den westlichen Gesellschaften: Politische Konsequenzen von materialistischen und postmaterialistischen Prioritäten. In: Klages/Kmieciak (Hrsg.), Wertwandel und gesellschafdicher Wandel. Frankfurt/New York 1979Google Scholar
  16. 14.
    K. Hildebrandt / R. J. Dalton, Die neue Politik. In: Wahlsoziologie heute. PVS 1977, Heft 2/3Google Scholar
  17. 15.
    M. Kaase, Legitimationskrise in westlichen demokratischen Industriegesellschaften: Mythos oder Realität? In: Klages/Kmieciak (Hrsg.), Wertwandel und gesellschaftlicher Wandel. Frankfurt/New York 1979, S. 232Google Scholar
  18. 16.
    R. Inglehart, Wertwandel in den westlichen Gesellschaften, a.a.O., S. 302Google Scholar
  19. 17.
    H.-D. Rönsch, Grüne Listen — Vorläufer oder Katalysatoren einer neuen Protestbewegung? In: V. Hauff (Hrsg.), Bürgerinitiativen in der Gesellschaft. Argumente zur Energiediskussion 9., Villingen 1980Google Scholar
  20. 17a.
    H.-D. Rönsch, Die Wählerbasis der Grünen — Sozialstruktur und Einstellungen. In: Metz/Walter (Hrsg.), Die Qual der Wahl, Berlin 1980Google Scholar
  21. 18.
    Th. Herz, Der Wandel von Wertvorstellungen in westlichen Industriegesellschaften. KZfSS 2/1979Google Scholar
  22. 18a.
    Franz Lehner, Die „stille Revolution“: Zur Theorie und Realität des Wertwandels in hochindustrialisierten Gesellschaften. In: Klages/Kmieciak (Hrsg.), Wertwandel und gesellschaftlicher Wandel. Frankfurt/New York 1979Google Scholar
  23. 19.
    P. Kmieciak, Wertstrukturen und Wertwandel in der Bundesrepublik Deutschland, Göttingen 1976Google Scholar
  24. 20.
    J. Raschke, Politik und Wertwandel in den westlichen Demokratien. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. 6. 9. 1980Google Scholar
  25. 21.
    H. Klages, Verdrossene Bürger — überlasteter Staat. Frankfurt 1980Google Scholar
  26. 22.
    „Äußeren Umständen“ i. S. höherer Gewalt kann wohl nur fatalistisch oder religiös, nicht aber mit politischer Unzufriedenheit begegnet werden.Google Scholar
  27. 23.
    Zit. in: K.-W. Brand, Analyse neuer Protestpotentiale. Ansätze zu einer Systematisierung der Diskussion. Journal für Sozialforschung 4/1981. S. 382Google Scholar
  28. 23a.
    F. Hirsch, Die sozialen Grenzen des Wachstums. Reinbek 1980 (alle nachfolgenden, nicht weiter gekennzeichneten Zitate aus dieser Arbeit)Google Scholar
  29. 23b.
    N. Watts, Gesellschaftspolitische Bedingungen der Umweltbewegung im internationalen Vergleich. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen 2/1979Google Scholar
  30. 23c.
    K. W. Kapp, Soziale Kosten der Marktwirtschaft. Frankfurt 1979Google Scholar
  31. 23d.
    W. Leiss, Die Grenzen der Bedürfnisbefriedigung. In: Technologie und Politik 12, Reinbek 1978Google Scholar
  32. 23e.
    D. Bell, Die Zukunft der westlichen Welt. Frankfurt 1976Google Scholar
  33. 23f.
    H. Dubiel, Neopopulistische Strömungen im Spiegel konservativer Analysen. Unv. Manuskript Febr. 1981Google Scholar
  34. 24.
    B. Leineweber / K.-L. Schibel, Die Revolution ist vorbei — wir haben gesiegt. Berlin 1975Google Scholar
  35. 25.
    R. Löwenthal, Gesellschaftswandel und Kulturkrise, Frankfurt 1979Google Scholar
  36. 26.
    J. Raschke, a.a.O., S. 38 ff.Google Scholar
  37. 26a.
    Die Diskussion des Habermasschen Erklärungsansatzes steht unter einem Vorbehalt. Während die entsprechenden Manuskriptteile bereits fertiggestellt waren, erschienen die beiden Bände der „Theorie des kommunikativen Handelns“, die die bisherigen verstreuten Hinweise auf die neuen sozialen Bewegungen in einen systematischen Erklärungszusammenhang einbinden. Hätte ich dies vorher gekannt, wäre die Darstellung und die Kritik einer etwas anderen Logik gefolgt. Der Kern der Aussagen ist davon allerdings nicht betroffen.Google Scholar
  38. 27.
    J. Habermas, Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus. Frankfurt 1973Google Scholar
  39. 28.
    J. Habermas (Hrsg.), Stichworte zur „Geistigen Situation der Zeit“, Frankfurt 1979, 2. Bd.Google Scholar
  40. 29.
    Die folgenden Zitate aus J. Habermas, Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus, a.a.O.Google Scholar
  41. 30.
    R. Döbert / G. Nunner-Winkler, Adoleszenzkrise und Identitätsbildung, Frankfurt 1975Google Scholar
  42. 31.
    J. Habermas, Die Moderne — ein unvollendetes Projekt. DIE ZEIT Nr. 39, 19. Sept. 1980Google Scholar
  43. 32.
    J. Habermas, Stichworte . . ., S. 28Google Scholar
  44. 33.
    ebd., S. 24Google Scholar
  45. 34.
    J. Habermas, Die Moderne . . ., a.a.O. (daraus alle nachfolgenden Zitate)Google Scholar
  46. 35.
    J. Habermas, Stichworte . . ., S. 35Google Scholar
  47. 36.
    W. D. Narr, Hin zu einer Gesellschaft bedingter Reflexe. In: J. Habermas (Hrsg.), Stichworte . . ., a.a.O.Google Scholar
  48. 37.
    K. Horn (Hrsg.), Gruppendynamik und der „subjektive Faktor“. Repressive Entsublimierung oder politisierende Praxis. Einleitung. Frankfurt 1973.Google Scholar
  49. 37a.
    K. Horn / J. A. Schülein, Politpsychologische Bemerkungen zur Legitimatioskrise. PVS Sonderheft 1976; Th. Ziehe, Pubertät und Narzißmus. Frankfurt 1975Google Scholar
  50. 38.
    H. Joas, Motivationskrise der Jugend? Leviathan 2/1977Google Scholar
  51. 39.
    J. A. Schülein, Von der Studentenrevolte zur Tendenzwende oder der Rückzug ins Private. Kursbuch 48/1977Google Scholar
  52. 40.
    S. Breuer, Subjektivität und Maschinisierung. Leviathan 1/1978. Daraus die nachfolgenden Zitate. (Verweise auf weitere Arbeiten und Autoren, die derselben Position zuzurechnen sind, in: Leviathan 3/1977, S. 411, Anm. 2).Google Scholar
  53. 41.
    N. Kapferer, „Aktualität des Konservativismus“? In: Ästhetik & Kommunikation 1979, Heft 36Google Scholar
  54. 42.
    C. Koch / W.-D. Narr, Krise und Kritik — zur Krise der Kritik. Leviathan 3/1978, S. 441Google Scholar
  55. 43.
    J. Hirsch, Alternativbewegung — eine politische Alternative? In: R. Roth (Hrsg.), Parlamentarisches Ritual und politische Alternativen. Frankfurt 1980, S. 137 (zit. als H/1)Google Scholar
  56. 44.
    J. Hirsch, Krise der Kapitalverwertung, Veränderungen der Reproduktionsbedingungen und gesellschaftliche Konflikte. In: Brandes/Hirsch/Roth (Hrsg.), Leben in der Bundesrepublik. Berlin 1980, S. 17 (zit. alsH/2)Google Scholar
  57. 45.
    J. Hirsch / R. Roth, „Modell Deutschland“ und neue soziale Bewegungen. Prokla 1980, Heft 40, S. 16. (zit. als H/R.)Google Scholar
  58. 46.
    J. Hirsch, Der Sicherheitsstaat. Frankfurt 1980 (zit. als H/3). S. 33 f.Google Scholar
  59. 47.
    A. Gorz, Abschied vom Proletariat, Frankfurt 1980 (daraus die nachfolgenden Zitate)Google Scholar
  60. 48.
    Das Ausklammern der Macht- / Ohnmachtfrage in den dualwirtschaftlichen Konzepten kritisieren A. Evers / Z. Szankay, Das gerissene Band — Überlegungen zum neueren Verhältnis von sozialem Wissen und sozialer Bewegung. In: Prokla Nr. 43/1981Google Scholar
  61. 49.
    A. Gorz, Ade, Proletariat. Ein Gespräch mit Hans Oxenius. In: Ästhetik und Kommunikation, Heft 43, April 1981, S. 92Google Scholar
  62. 50.
    A. Gorz, Abschied vom Proletariat. a.a.O. S. 57Google Scholar
  63. 51.
    J. Berger / N. Kostede, Wie autonom ist der autonome Sektor? In: Ästhetik und Kommunikation, Heft 43Google Scholar
  64. 52.
    Alle nachfolgenden Zitate aus dieser Arbeit.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1982

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations