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Sachrechnen im Mathematikunterricht (MU)

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Zusammenfassung

Beim Sachrechnen ist der ETR in erster Linie als didaktisch begründetes, ökonomisches Hilfsmittel zu betrachten. Hierzu einige Anmerkungen:
  1. a)

    Zur Problemanalyse trägt der ETR direkt nichts bei.

    Hierbei geht es um das Herausfinden
    1. 1.

      von vorgegebenen Daten (Informationen),

       
    2. 2.

      von gesuchten Daten (Informationen) und

       
    3. 3.

      eines Lösungs-Verfahrens (Algorithmus).

       
     
  2. b)

    Die Darstellung (Formalisierung) eines Lösungs- Verfahrens ist als Ergebnis der Problemanalyse zu betrachten. Aus ihr müssen die vorgegebenen Daten (Eingangszustände) und der Weg (Zuordnungsvorschrift oder Formel) von diesen zu den gesuchten Daten (Endzustände) erkennbar sein.

     
  3. c)

    Tabellen-Schemata und Rechenablaufpläne (RAP) sind Darstellungen mit hohem Aufforderungscharakter, die den übergang von konkreten Beispielen zur allgemeinen Formel (Zuordnungsterm) erleichtern.

     
  4. d)

    Die Problemanalyse konkretisiert sich hiernach z.B. in einer „Formular-Planung“, welche die Kenntnis von einzelnen Zuordnungsvorschriften (Formeln) voraussetzt und gegebenenfalls die richtige Reihenfolge der Hintereinander-Ausführung von Zuordnungen verdeutlicht.

     
  5. e)

    Mit der Erstellung des Formulars (Tabellen-Schemas) oder eines RAP ist die „eigentliche“ Aufgabe vom mathematischen Standpunkt aus gelöst. Das „Ausfüllen“ von Tabellen, die eine Vielzahl von Aufgaben eines Typs enthalten, ist reine Rechenarbeit, die der ETR leisten soll.

     
  6. f)
    Dieses Ausfüllen ist jedoch von Wichtigkeit, z.B.
    1. 1.

      für das Verständnis und das Behalten einer Formel, die den Aufgabentyp charakterisiert,

       
    2. 2.

      für die Fähigkeit, Tabellen mit einfachem oder mehrfachem Zugang interpretieren zu können.

       
     
  7. g)

    Die Übertragung von Tabellen-Werten in graphische Darstellungen z.B. Block- oder Kreisdiagramme, Koordinatendarstellungen (Nomogramme) ist ein weiterer Punkt, wofür die Aussagen unter f) sinngemäß gelten.

     
  8. h)
    Ein wichtiges Argument für den Einsatz von ETR im Sachrechnen scheint uns folgendes zu sein: Die Konzentrationsfähigkeit eines jeden Menschen ist beschränkt. Wird diese Konzentrationsfähigkeit auf dem Weg bis zur konkreten Rechentätigkeit nahezu ausgeschöpft, so häufen sich beim „manuellen“ Rechnen zwangsläufig Fehler in den Endergebnissen, selbst wenn entsprechende Rechenalgorithmen beherrscht werden. Reicht die Konzentrationsfähigkeit aber über Problemanalyse und „Formularplanung“ hinaus — was für jede Übungsphase vorausgesetzt werden muß — so wird sie beim Berechnen konkreter Ergebnisse mit dem ETR kaum weiter belastet und kann viel sinnvoller verwandt werden:
    1. 1.

      Zur „Verbreiterung der Übungsphase“ in dem Sinne, daß wesentlich mehr Beispiele gerechnet werden können und die o.g. Ziele (vgl. f, g) erreicht werden,

       
    2. 2.

      für eine (maßvolle!) Stofferweiterung, die solche Gebiete betrifft, welche bisher vorwiegend wegen des Rechenaufwandes vermieden wurden.

       
     

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Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1978

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