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Permissive, Repressive Oder Rehabilitative Strategien im Suchtgiftbereich

  • Friedrich Bschor

Zusammenfassung

Bei der Erörterunq von permissiven, repressiven oder rehabilitativen Strategien zur Behandlung Süichtiger stehen wir im deutschen Sprachraum vor erheblichen Schwierigkeiten. Es fehlt an empirischen Grundlagen, insbesondere an Langzeitstudien über größere Klientengruppen, die in systematischer Weise unterschiedlich behandelt worden sind. Wichtig ist vor allem auch die Tatsache, daß die Einstellung zum Gebrauch und Mißbrauch psychotroper Stoffe und ebenso die Strategien zur Behandlung Suchtstoffabhängiger überall auf der Welt in hohem Maße von kulturspezifischen Werthaltungen, von traditionsgeprägten Denkstilen bestimmt sind, im Orient wie im Okzident und sogar im abendländischen Kulturbereich durchaus unterschiedlich, je nachdem, ob sich skandinavische, angelsächsische, gallische oder teutonische Autoren mit dem Thema befassen, wie dies Johan Galtung kurzlich in einem vergleichenden Essay über Struktur, Kultur und intellektuellen Stil verdeutlicht hat (Galtung 1983). Wo also der vorhandene kulturelle Hintergrund bzw. der vorherrschende Denkstil einer repressiven Strategie gegenüber Süchtigen zuneigt, wird man kaum damit rechnen können, daß dort auch permissive Strategien praktikabel werden können, Die Chance, auf empirischem Weg zur Bewertung unterschiedlicher Strategien zu kommen, ist im Suchtbereich weit geringer als auf allen anderen Gebieten kurativen und rehabilitativen Handelns.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1984

Authors and Affiliations

  • Friedrich Bschor

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