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Einleitung Zur Auswahl der Schwerpunkte

  • Wolfram Braun

Zusammenfassung

Wenn man Europäisches Management als Teilgebiet Internationalen Managements mit spezifischem Anwendungsbereich betrachtet, müßten im folgenden alle Schwerpunkte globalen Managements unter Berücksichtigung spezifischer Gemeinsamkeiten und Unterschiede der nationalen Rechtssysteme, der sozio-kulturellen und politischen Rahmenbedingungen und der wirtschaftlichen Entwicklung verschiedener europäischer Länder, die man zusammenfassend und länderspezifisch differenziert, „europäisch“, im Unterschied zu jenen anderer Wirtschaftsräume nennen kann, behandelt werden. Zu den Gemeinsamkeiten gehören dann die länderspezifisch unterschiedlichen Auswirkungen der Maßnahmen zur Verbesserung internationaler Arbeitsteilung in Europa, wie sie im Rahmen der Binnenmarktintegration ergriffen wurden.1 Dieser Ansatz hat seine Berechtigung, wenn die einzelnen Themenschwerpunkte mit jenen Internationalen Managements vergleichbar und lediglich Unterschiede in den Rahmenbedingungen unterschiedlicher Gesamtkonzeptionen zu berücksichtigen sind. Es lassen sich mit ihm aber nicht die Grundfragen europäischer Unternehmenspolitik behandeln. Ebenso wie die Binnenmarktintegration nicht nur auf eine Verbesserung internationaler Arbeitsteilung im europäischen Wirtschaftsraum zielt, sondern auf die Schaffung eines neuen, den Vereinigten Staaten durchaus vergleichbaren europäischen Binnenmarkts durch vollständige Integration europäischer Nationalwirtschaften, verändert sich der Status nationaler und internationaler Unternehmen im europäischen Wirtschaftsraum — und stehen internationale Unternehmen, die ihren Standort nicht in Europa haben, vor einer veränderten Gesamtsituation. International organisierte Unternehmen im europäischen Binnenmarkt erlangen nach seiner vollständigen Integration den Status europa-nationaler Unternehmen. Unternehmen, deren Aktivitäten sich bisher auf einen nationalen Bereich beschränkten, stehen nach der Vollendung des europäischen Binnenmarktes im Wettbewerb mit Unternehmen anderer Länder und international organisierten Unternehmen, die jetzt den Status europanationaler Unternehmen erlangt haben. Die nationalen Wettbewerbsschranken verschieben sich aufgrund der Deregulierung nationaler Marktbarrieren an den Rand des europäischen Binnenmarktes. Nationale Märkte werden zu internationalen Märkten in den Grenzen des europäischen Binnenmarktes. Dadurch verändern sich auch die Außenbeziehungen des europäischen Binnenmarktes und europäischer Industrie zum Weltmarkt. Ebenso wie nationale Wirtschafts- und Währungspolitik auf Stabilität und Wachstum ihrer Wirtschaft und Verbesserung der Wettbewerbsposition ihrer Industrie im globalen Wettbewerb gerichtet ist, werden wirtschafts- und währungspolitische Interventionen der Europäischen Gemeinschaft auf die Verbesserung aller Wettbewerbspositionen europäischer Industrien im Weltmarkt gerichtet sein.

Anmerkung

  1. 1.
    Vgl. zu dieser Vorgehensweise die Beiträge in Macharzina, K. u. Staehle, W. H. (eds.), European Approaches to International Management, a. a. O.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Wolfram Braun
    • 1
  1. 1.Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der UniversitätWuppertalDeutschland

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