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Rot-grüne Finanzpolitik zwischen traditioneller Sozialdemokratie und neuer Mitte

  • Reimut Zohlnhöfer

Zusammenfassung

Die Finanzpolitik ist eines der ganz entscheidenden Politikfelder für den Erfolg einer Regierung, denn bekanntlich gilt: „Money is not all there is to policy, but there is precious little policy without it“ (Klingemann et al. 1994: 41). Die Steuerpolitik bestimmt entscheidend mit, wie viel Geld der Regierung zur Verfügung steht, die Haushaltspolitik legt fest, fär welche Zwecke es ausgegeben werden soll. Daher hat sich eine Vielzahl von wissenschaftlichen Arbeiten mit der Analyse von Staatseinnahmen und -ausgaben in Deutschland wie im internationalen Vergleich beschäftigt und die meisten von ihnen haben gezeigt, dass politische Parteien unterschiedliche Steuer- und Haushaltspolitiken betreiben oder jedenfalls zu betreiben versuchen. Und auch die neue rot-grüne Bundesregiemng strebte gerade in der Finanzpolitik an, „nicht alles anders, aber vieles besser“ zu machen als ihre Vorgängerin, ja, die SPD (1998: 29f) wollte die Bundestagswahl 1998 sogar zu einer Abstimmung über die Steuerreform machen — eine „Neuausrichtung in der Wirtschafts- und Finanzpolitik“ stand aus Sicht der neuen Regiemng an (JWB 1999: 5).

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Reimut Zohlnhöfer

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