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„Damit warten wir, bis Cas kommt“

  • Egon Monk
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Zusammenfassung

Zum ersten Mal sah ich Caspar Neher Anfang September 1949 bei der Bauprobe zu Herr Puntila und sein Knecht Matti. Das Berliner Ensemble war erst ein paar Tage alt, die DDR gab es noch gar nicht, bis zum 7. Oktober, dem Tag ihrer Gründung, waren es noch gut vier Wochen hin. Stand ich, frage ich mich, so zwischen halb und dreiviertel zehn auf dem Hof vor dem Theater? Dann sah ich Brecht vorfahren, in einem rotschwarzen Steyr, Zweisitzer, Cabriolet, natürlich offen, wenn es nicht gerade geregnet hat. Dann sah ich, wie die Weigel kam, in einem schwarzen Maybach, auch Zweisitzer, auch Cabriolet, nur doppelt so groß wie Brechts Steyr, aber ebenso alt. Dann sah ich, wie Neher vorfuhr, in einem neuen zuckertütenblauen VW, und wie der riesige Maybach die kleine Weigel als Zwergin hatte erscheinen lassen, so nun der kleine VW den großen Neher als Riesen. Neher hatte, daran besteht kein Zweifel, einen grauen Lodenmantel an, begrüßte Brecht und die Weigel, die auf ihn gewartet hatten, und dann gingen sie zu dritt, Brecht auf der einen Seite der Prinzipalin, Neher auf der anderen, hinein. Wo hinein? Ins Deutsche Theater in der Schumannstraße. Durch den schmalen und niedrigen Bühneneingang gleich rechts im Seitenflügel? Kein Auftritt. Durch den Haupteingang? Egal: Ich schließe mich ihnen an.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1997

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  • Egon Monk

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