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Präzision ist nicht Wahrheit (Henri Matisse)

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Zusammenfassung

Dieser schöne Satz eines Malers ist das eigentliche Motto dieses Buches. Unser Thema ist das Vage, nichtpräzise, Unscharfe. Hierbei sind wir darauf angewiesen — weil wir mit unserem Thema eben doch präzise umgehen wollen — uns zu beschränken. Wir werden etwas ekklektisch nur solche Phänomene des Vagen behandeln, die einem hierfür angepaßten mathematischen Begriffsapparat überhaupt zugänglich sind. Für die Umkehr unseres Mottos könnte man sagen, ‚Wahrheit ist unpräzise‘. In der Hoffnung, daß dieser Satz falsch ist, der ja sagt, daß sich Präzision und Wahrheit nicht vertragen, verdrängen wir die Paradoxie, die in dem Unternehmen liegt, eine präzise Theorie des Unpräzisen zu diskutieren. Der Bedarf, das Unpräzise zu begreifen und zu manipulieren, liegt in der Luft. Der Computer hat uns an die Grenzen geführt, die der ‚naiven‘ Präzision grundsätzlich vorgegeben sein könnten. Um über diese Grenzen hinauszugelangen, können wir nicht anders, als uns des Unpräzisen anzunehmen. Als Wissenschaftler bleiben wir dabei Gefangene unseres eigenen Werkzeugs, der Präzision, und müssen trotz aller Erfolge in der materiellen Welt neidvoll dem Maler Henri Matisse zuhören, für den, wie für die belebte Natur, das Präzise belanglos war, wenn er die Wahrheit malte.

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Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig/Wiesbaden 1993

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