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Gestaltung der Kompensationspreise bei Rücktritt vom Reservierungsvertrag

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Part of the NBF Neue Betriebswirtschaftliche Forschung book series (NBF, volume 339)

Zusammenfassung

In diesem Kapitel wird untersucht, welche Kompensationspreise der Reservierungsgeber verlangen kann, wenn der Reservierungsnehmer während des Reservierungszeitraums vom Reservierungsvertrag zurück tritt. In Verträgen mit Reiseveranstaltern verpflichtet sich der Kunde, die Reise zum vereinbarten Termin anzutreten und den vereinbarten Preis zu zahlen. Auf der anderen Seite verpflichtet sich der Veranstalter, die Reise für den vereinbarten Zeitraum und zur vereinbarten Qualität durchzuführen. Charakteristisch für Reiseverträge ist, dass sie (abgesehen von Last-Minute-Angeboten) ein längere Zeit vor Reiseantritt abgeschlossen werden. In diesem Fall ist zu fragen, welche Kompensation der Reiseveranstalter vom Kunden für die vorgehaltene Kapazität verlangen kann. Hierbei spielt der Zeitpunkt des Vertragsrücktritts eine wichtige Rolle; je später der Rücktritt erfolgt, um so geringer sind die Chancen des Veranstalters, einen geeigneten Ersatz zu finden.

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Literatur

  1. 180.
    Streng genommen handelt es sich hier um ein Leistungsversprechen des Reiseveranstalters. Die Leistung ist erst dann erbracht, wenn die Reise beendet ist (vgl. Definition 2.2). Diese Unterscheidung besitzt in der weiteren Darstellung keine Relevanz.Google Scholar
  2. 181.
    Das vereinfacht die Darstellung Abschnitt 6.2.Google Scholar
  3. 182.
    Last-Minute Angebote mit geringeren Preisen als pRG werden in der folgenden Analyse nicht berücksichtigt.Google Scholar
  4. 183.
    Transaktionskosten, insb. durchschnittliche Anbahnungs- und Vereinbarungskosten durch die Beratung können hier ebenfalls berücksichtigt werden.Google Scholar
  5. 184.
    cRG=0 kann als Extremfall interpretiert werden, in dem dem Reiseveranstalter keine Kosten entstehen. Dann gilt dRG=pRG.Google Scholar
  6. 185.
    Damit ist auch die Inverse U-1 streng monoton steigend und stetig. Vgl. auch die Anmerkung zu Annahme 3.4 in Abschnitt 3.1.Google Scholar
  7. 186.
    Vgl. Kapitel 3. Dort wurde gezeigt, dass zu gegebenem Leistungspreis p, d.h. zu gegebenem Deckungsbeitrag p-cRG, die Bestimmung des kritischen Kompensationspreises rmin unabhängig von positiv linearen Transformationen der Risikonutzenfunktion U ist.Google Scholar
  8. 187.
    Im Fall w=1 stellt sich die Frage nach Kompensationspreisen (Stornierungsgebühren) nicht. Gilt w=0, dann wird kein Reisevertrag zu Stande kommen.Google Scholar
  9. 188.
    Diese Annahme besitzt insbesondere in den Beziehungen (6.13) und (6.14) Relevanz. Weiter besagt w>0,5, dass (im Durchschnitt) mehr Kunden die Reise antreten als zurücktreten, was den realen Gegebenheiten bis auf Ausnahmefälle entspricht. Daneben implizieren hohe Ersatzkontraktwahrscheinlichkeiten, insbesondere also π(t0)>0,5, eine hohe Marktattraktivität der angebotenen Leistung, die mit einer (relativ) hohen Sicherheit für den Reiseveranstalter einhergehen, die angebotene Leistung zu frühen Angebotszeitpunkten auch am Markt absetzen zu können. Beide Annahmen treffen für konkurrenzfähige Reiseveranstalter in der Realität (fast immer) zu.Google Scholar
  10. 190.
    Die Zweckmäßigkeit der Notation r(t,t0) wird weiter unten deutlich.Google Scholar
  11. 191.
    Ist die Konventionalstrafe, die der Reiseveranstalter für den hier betrachteten Reisetyp zu zahlen, hat nicht sicher, dann kann sie als nichtnegative Zufallsvariable KRG gemessen in Geldeinheiten modelliert werden. Damit ist -KRG die zufällige Auszahlung mit der der Reiseveranstalter zu rechnen hat, falls er keinen Kunden für diese Reise findet. E(U(-KRG)) ist der zugehörige bedingte Erwartungsnutzen. Anstelle von U(-kRG) wäre dann im Modell E(U(-KRG)) zu verwenden.Google Scholar
  12. 192.
    Ist der Leistungspreis pRG nicht an einen Katalogpreis gebunden, sondern frei vereinbar, dann wird der RG den Kunden mit dem höchsten Preisgebot wählen. Damit wird der Leistungspreis zu einer Zufallsvariable PRG, die von der zufälligen Anzahl Kunden, die sich innerhalb eines geeigneten Dispositionszeitraums mit ihren Preisvorstellungen melden, abhängt. Mithin ist auch der Deckungsbeitrag eine Zufallsvariable DRG=PRG-cRG. Besitzt der RG eine hinreichend genaue Kenntnis bezüglich der (empirischen) Wahrscheinlichkeitsverteilung von PRG, dann kann, anstatt dem hier verwendeten Nutzenwert U(dRG) zum gegebenen Deckungsbeitrag dRG, der (bedingte) Erwartungsnutzen E(U(DRG)) in (6.1) angesetzt werden.Google Scholar
  13. 193.
    Umgekehrt ließe sich argumentieren, dass der Kunde eine Reise gebucht hat, die kein anderer eingegangen wäre. Damit besitzt die angebotene Pauschalreise den Charakter eines „Ladenhüters“.Google Scholar
  14. 194.
    Nach den Ausführungen in Kapitel 3 wird er negative Kompensationspreise nicht offenbaren.Google Scholar
  15. 195.
    Die Gleichung (6.10) lässt sich noch weiter vereinfachen. Im Rahmen der theoretischen Analyse ist die gewählte Darstellung jedoch zweckmäßig, wie Beziehung (6.11) zeigt. Von der Richtigkeit des Ansatzes (6.9) kann man sich überzeugen, indem r(t,t0) aus (6.10) in (6.9) eingesetzt wird. Nach äquivalenten Umformungen ergibt sich eine Identität.Google Scholar
  16. 196.
    Alternativ kann die Rechnung mittels (6.13) erfolgen.Google Scholar
  17. 197.
    Alternativ lässt sich t** mit (6.14) bestimmen.Google Scholar
  18. 198.
    Die Ausführungen zeigen auch, dass der Reiseveranstalter sich mit dem Mindestkompensationspreis rmin(t,t0) für Reiserücktrittszeitpunkte t mit t**<t≤tB schlechter stellt, da der aus (6.10) berechnete Kompensationspreis r(t,t0) dann größer als der Leistungspreis pRG ist (vgl. (6.12)).Google Scholar

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© Deutscher Universitäts-Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2005

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