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Konsumarchitektur

  • Anne Bracklow
Part of the Kulturwissenschaft book series (DGR)

Zusammenfassung

Um den aktuellen Stand von Markenarchitektur nachvollziehbar zu machen, werden Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Veränderungen und der Architekturentwicklung aufgezeigt. Vor dem Hintergrund des zu behandelnden Themas hinterfragt Kapitel 4.5 die Architektur auf ihre Kommunikationsfähigkeit. Hierzu dient eine Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung und dem Verstehen von vermittelten Botschaften durch den Konsumenten. Ein Exkurs in die Semiotik und Symbolik soll das Thema detaillierter aufschlüsseln.

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Literatur

  1. 271.
    Diese Überschrift ist angelehnt an das gleichnamige Buch von Vittorio Lampugnani: Architektur als Kultur. Die Ideen und die Formen. Aufsätze 1970–1985. Köln 1986.Google Scholar
  2. 272.
    Vgl. hierzu und im Folgenden Wolfgang Pfeifer (Hg.): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, Band A-L, 2. Berlin 1993, S. 57.Google Scholar
  3. 273.
    Unterscheidung zwischen den beiden ähnlichen Begriffen siehe Kapitel 1.1.Google Scholar
  4. 274.
    In der Geschichte der Architektur haben die Versuche, das Wesen der Architektur als gebauten Abdruck des kulturellen Diskurses zu beschreiben, zu einer inflationären Anhäufung der Leitbilder geführt, welche die Theorie der Architektur als Forschungsgebiet an den Rand der Diskreditierung gebracht hatte. (Nähere Ausführungen siehe Christian K. Stark: Architektur und Design als Grundlage für die Produktgestaltung. In: Udo Koppelmann (Hg.): Beiträge zum Produkt-Marketing, Bd. 26. Düsseldorf 1996, S. 9.)Google Scholar
  5. 275.
    Vgl. Stark 1996, S. 10.Google Scholar
  6. 276.
    Lampugnani 1986, S. 12.Google Scholar
  7. 277.
    Vgl. Borek Sipek: Architektur als Vermittlung. Semiotische Untersuchung der architektonischen Form als Bedeutungsträger. Stuttgart 1980, S. 9–11, vgl. zur Unterteilung Olaf Weber: Die Funktion der Form. Architektur und Design im Wandel. Hamburg 1994, S. 63.Google Scholar
  8. 278.
    Vgl. Umberto Eco: Einführung in die Semiotik. München 2002.Google Scholar
  9. 279.
    So sagt Le Corbusier 1920: „Der Architekt verwirklicht durch seine Handhabung der Formen eine Ordnung, die reine Schöpfung seines Geistes ist: mittels der Formen rührt er intensiv an unsere Sinne und erweckt unser Gefühl für die Gestaltung; die Zusammenhänge, die er herstellt, rufen in uns tiefen Widerhall hervor, er zeigt uns den Maßstab für eine Ordnung, die man als im Einklang mit der Weltordnung empfindet, er bestimmt mannigfache Bewegung unseres Geistes und unseres Herzens: so wird die Schönheit uns Erlebnis.“(Le Corbusier, 1920 zitiert nach: Ullrich Conrads: Programme und Manifeste zur Architektur des 20. Jahrhunderts. Braunschweig 1975, S. 56.) Oder wie Häring formuliert: „der Architekt hingegen schafft eine,Gestalt’, ein Werk von geistiger Lebendigkeit und Erfülltheit, ein Objekt, das einer Idee, einer höheren Kultur angehört und dient.“(Hugo Häring, 1932 zitiert nach: Ullrich Conrads: Programme und Manifeste zur Architektur des 20. Jahrhunderts. Braunschweig 1975, S. 118.)Google Scholar
  10. 280.
    Ein aktuelles Beispiel für die Sekundärfunktion war die rote Info-Box am Potsdamer Platz, bei der nicht die sachliche Informierung über die Projekte im Vordergrund steht, sondern die emotionale Identifikation der Besucher mit einer gebauten Zukunft, das Erreichen eines Konsenses der Besucher mit den Machern. Genauso verhält es sich mit der Autostadt in Wolfsburg von Volkswagen, mit dem Guggenheim-Museum in Bilbao oder mit dem Eiffelturm in Paris: nicht die Funktion, sondern die Emotionalisierung steht im Zentrum des Planungsgedankens.Google Scholar
  11. 281.
    Dies stellte bereits 1911 Hermann Muthesius, einer der ersten Programmatiker des deutschen Werkbundes, fest: „Denn die architektonische Kultur ist und bleibt der eigentliche Gradmesser für die Kultur eines Volkes überhaupt.“(Hermann Muthesius: Werkbundziele, 1911. In: Ulrich Conrads: Programme und Manifeste zur Architektur des 20. Jahrhunderts. Berlin, Frankfurt a.M. 1981, S. 23f.) So sind Tempel oder Kirchen Zeitzeugen von vergangenen Kulturen, an denen Kunst und Technik in frühen Zeiten wuchsen. In den alten vom Herrscherkult geprägten Hochkulturen enthielten profane Grabbauten und Paläste Ausmaße und Wesen der sakralen Architektur (die Form der Pyramiden). In jüngerer Zeit spiegelt die im europäischen Kulturraum angesiedelte Schlossarchitektur die politischen Verhältnisse wider, wie etwa in Frankreich unter Louis XIV., von der wiederum entscheidende Impulse auf die weitere Baugestaltung ausgingen.Google Scholar
  12. 282.
    Lampugnani 1986, S. 25.Google Scholar
  13. 283.
    Sigfrid Giedion: Espositioni reali e expozioni immaginarie. In: Sigfried Giedion: Un progetto storico. Rassegna, VIII, 25, 1 (März 1986), S. 72–81.Google Scholar
  14. 284.
    „Die Stärke und der Einfluss der Gefühle sind viel größer, als man gewöhnlich meint. Gefühle durchdringen alle Tätigkeiten. Überlegungen sind niemals vollständig,rein’, so wie Handlungen niemals rein praktisch sind.“(Giedion 1996, S. 278.)Google Scholar
  15. 285.
    Bernhard Franken: Form follows force. Der Formfindungsprozess für die Dynaform. In: Dynaform + Cube, S. 59, vgl. auch Hans Busso von Busse: Wahrnehmung. Standpunkte zur Architektur. Stuttgart, Zürich 1990, S. 153.Google Scholar
  16. 286.
    Jörg Kurt Grütter: Architektur und Ästhetik. Grundlagen der Architektur — Wahrnehmung. Stuttgart u.a. 1987, S. 2. Architektur ist demnach „ein eigenständiges kulturelles Produkt von Individuen, die unter dem Einfluss philosophischer, politischer, ökonomischer, technischer und kultureller Ereignisse stehen und sich dabei mit Redlichkeit und Erfolg bemühen, den stets neuen Anforderungen dieser Ereignisse gerecht zu werden; die sich mit einer bauhistorischen Tradition auseinandersetzen; die ihre Praxis in Beziehung zu einer Theorie stellen; die schließlich auf die Anforderungen des Ortes Rücksicht nehmen.“(Lampugnani 1986, S. 44.)Google Scholar
  17. 287.
    Vgl. Frank Werner: Raum-Zeiten und Zeit-Räume: Ephemere Architektur im Spiegel der Geschichte. In: Hans Dieter Schaal (Hg. Frank Werner): In-Between. Ausstellungsarchitektur. Stuttgart, London 1999, S. 12–35.Google Scholar
  18. 288.
    Vgl. ebd. S. 27.Google Scholar
  19. 289.
    Vgl. ebd. S. 29.Google Scholar
  20. 290.
    Nach Werner demonstriert Schaal, dass „archäologische Fiktionen, verschüttete Erinnerungen, Träume, Mythen, Obsessionen, stets aufs Neue thematisiert werden müssen, um uns aus immer komplexer werdenden, historischen Raum-Zeit-Verflechtungen heraus überhaupt noch einen kritischen Überblick, einen alternativen poetischen Weltentwurf liefern zu können.“(Ebd. S. 31.)Google Scholar
  21. 291.
    Vgl. ebd. S. 33.Google Scholar
  22. 292.
    Die Baukunst, die hier mit der Architektur gleichgesetzt wird, gilt als „die älteste und am meisten zweckgebundene der Bildenden Künste“(Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden. Bd. 2, 19. Aufl., Mannheim 1987, S. 82).Google Scholar
  23. 293.
    Vgl. Sigfried Giedion: Raum, Zeit, Architektur. Basel, Boston, Berlin, 5. unveränd. Nachdruck 1996 (Orig. 1976), S. 43f.Google Scholar
  24. 294.
    So sagt Mies von der Rohe 1956: „Der lange Weg vom Material durch Funktion zu schöpferischer Arbeit hat nur ein einziges Ziel: Ordnung zu schaffen in der verzweifelten Verwirrung unserer Zeit.…Mehr wollen wir nicht; mehr können wir nicht.“(Ludwig Mies van der Rohe: Antrittsrede als Direktor der Architekturabteilung am Armour Institute of Technology 1938. Zitiert nach Philip C. Johnson: Mies van der Rohe. Stuttgart 1956, S. 215.)Google Scholar
  25. 295.
    Vgl. dazu auch: Sigrid Hauser: Sprache z.B.: Architektur. Wien 1998, S. 8–84.Google Scholar
  26. 296.
    Vgl. Werner 1999, S. 33.Google Scholar
  27. 297.
    Vgl. hierzu: Werner Oechslin, Anja Buschow: Festarchitektur. Der Architekt als Inszenierungskünstler. Stuttgart 1984.Google Scholar
  28. 298.
    Eine Ausführung über die Historie von Ausstellungen im Zusammenhang mit der Bevölkerung siehe ebd. S. 12–29.Google Scholar
  29. 299.
    Vgl. Wörner 1999 und Wörner 2000.Google Scholar
  30. 300.
    Ein weiteres Beispiel für den Einfluss technologischer Innovationen ist das Phänomen der Hochhäuser, die vor 200 Jahren noch reine Utopie waren und erst durch neue Materialien wie Beton und Eisen ermöglicht wurden. Auch das Olympiadach in München von 1972 wäre ohne den Einsatz der Computertechnologie statisch nicht zu realisieren gewesen. Näheres siehe Vittorio Magnao: Die Modernität des Dauerhaften. Essays zu Stadt, Architektur und Design. Frankfurt a.M. 2000, 2. Aufl., S. 60.Google Scholar
  31. 301.
    Der US-amerikanische Architekt Louis Sullivan (1856–1924) — auch Stammvater der Funktionalisten genannt — formulierte den Satz „form follows function“, welcher von späteren Vertretern genutzt wurde, um Architektur von dekorativen Ansprüchen zu befreien. Das Original, das er in seinem Aufsatz „The Tall Office Building Artistically Considered“1896 verwendet, lautet: „It is the pervading law of all things organic, and inorganic,… of all things human and superhuman, of all true manifestations of the head of the heart of the soul, that the life is recognizable in its expression, that form ever follows function. This is the law.“(Louis Sullivan: The Tall Office Building Artistically Considered. (Originally published in Lippincott’s Magazine. March, 1896) In: www.dailyobjectivist.com/ac/tallofficebuilding.asp, am 12.03.2002).Google Scholar
  32. 302.
    Vertreter der Moderne sind Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe oder Ernst May.Google Scholar
  33. 303.
    Helmut Lethen: Verhaltenslehren der Kälte. Lebensversuche zwischen den Kriegen. Frankfurt a.M. 1994, S. 7.Google Scholar
  34. 304.
    Ebd. S. 8–11.Google Scholar
  35. 305.
    Ebd. S. 164.Google Scholar
  36. 306.
    Vgl. Kenneth Frampton: Die Architektur der Moderne. Eine kritische Baugeschichte. Stuttgart 1983 (orig. London 1980), S. 108.Google Scholar
  37. 307.
    Näheres hierzu vgl. Frampton 1980, S. 114–130.Google Scholar
  38. 308.
    Vgl. Martin Warnke: Politische Architektur in Europa vom Mittelalter bis heute. Köln 1984, S. 12.Google Scholar
  39. 309.
    Näheres zu dem Bereich Ausstellungsarchitektur vgl. Werner 1999, S. 12–35.Google Scholar
  40. 310.
    Monumentalisierung durch Architektur war in den 1930er Jahren und 1940er Jahren nicht spezifisch deutsch, sondern ein weltweites Phänomen. Näheres hierzu siehe Heinrich Wefing: Parlamentsarchitektur. Zur Selbstdarstellung der Demokratie in ihren Bauwerken; eine Untersuchung am Beispiel des Bonner Bundeshauses 1995, S. 75, und vgl. auch Kurt W. Foster: Baugedanken und Gedankengebäude — Terragnis Casa del Fascio in Como. In: Hermann Hipp, Ernst Seidl: Architektur als politische Kultur. Berlin 1996, S. 253–272. Dazu vgl. auch Frampton 1980, S. 177ff.Google Scholar
  41. 311.
    Eine übersichtliche Darstellung über die Entwicklung gibt Grütter 1987, S. 32f.Google Scholar
  42. 312.
    Charles Moore wollte Bauten „wieder zum Sprechen bringen“und Charles Jencks wollte diese Ansicht durch sein Buch „The Language of Post-Modern Architecture“von 1977 architekturtheoretisch untermauern, wobei bei Jencks die Sprache der Architektur Wörter, Metaphern, Syntax und Semantik kannte. Er propagierte dabei eine Doppel-Codierung der Architektur, die aufgrund gezielter formaler Merkmale jedem gefallen wollte. Auch Venturi hatte in seinem Buch „Learning from Las Vegas“versucht, der Architektur einen kommunikativen Zugang zur populären Kultur und damit zur Bildersprache der Massen zu eröffnen.Google Scholar
  43. 313.
    Peter F. Smith: Architektur und Ästhetik. Wahrnehmung und Wertung der heutigen Baukunst. Stuttgart 1981, S. 198 und vgl. auch Tabelle S. 200.Google Scholar
  44. 314.
    So wurde Kunststoff, Schaumgummi und Fiberglas von den Möbelproduzenten Eames (1950–53) eingesetzt.Google Scholar
  45. 315.
    Dies erkennt auch Gottfried Korff im Zusammenhang mit Ausstellungen: „Ausstellungen sind keine illusionistischen Anstalten, sondern absichtsvoll gebaute Markwelten; ihre Baumaterialien sind die aus der Vergangenheit überlieferten Fragmente, ihre Konstruktionsprinzipien sind Fragen an die Geschichte, perspektiviert aus der Gegenwart.“(Gottfried Korff: Ausstellungen als gebaute Merkwelten. In: Hans Dieter Schaal (Hg. Frank Werner): In-Between. Ausstellungsarchitektur. Stuttgart, London 1999, S. 11.)Google Scholar
  46. 316.
    Dies stellt auch Böhme fest (vgl. Gernot Böhme: Wird die Architektur zur Bühnenbildnerei? Aspekte von Ethik und Ästhetik in der Baukunst. In: Neue Züricher Zeitung, 25./ 26.01.2003).Google Scholar
  47. 317.
    Mies van der Rohe sieht in der Form die Entfaltung der inneren Struktur der Architektur, welche wiederum von der herrschenden Zeit abhängig ist: „Es ist richtig, dass die Architektur von Fakten abhängig ist, aber ihr eigentliches Wirkungsfeld liegt im Bereich des Ausdrucks. Ich hoffe, Sie werden verstehen, dass Architektur nichts zu tun hat mit der Erfindung von Formen. Sie ist kein Tummelplatz für Kinder, kleine oder große Architekten schrieben die Geschichte der Epochen und gaben ihnen ihre Namen. Die Architektur hängt von ihrer Zeit ab. Sie ist die Kristallisation ihrer inneren Struktur, die allmähliche Entfaltung ihrer Form […] Architektur ist das wahre Symbol unserer Zeit.“(Ludwig Mies van der Rohe 1950 in: Ullrich Conrads: Programme und Manifeste zur Architektur des 20. Jahrhunderts, Braunschweig 1975, S. 146). Außerdem hat jedes Gebäude als Teil einer architektonischen Kultur die Aufgabe, eine abstrakte Idee in eine konkrete Form umzuwandeln.Google Scholar
  48. 318.
    Jacob Berend Bakema zitiert nach Jürgen Jodicke: Das Werk van den Broek und Bakema. Stuttgart 1976, S. 13, vgl. auch Grütter 1987, S. 120.Google Scholar
  49. 319.
    Hermann Hertzberger: Strukturalismus-Ideologie. In: Bauen und Wohnen. 1976, H. 1, S. 21.Google Scholar
  50. 320.
    Vgl. Grütter 1987, S. 29. Oder wie Weber feststellt: „Der Stil ist das System ästhetisch funktionaler Selektionen aus dem Fundus der Elemente, Strukturen und Prozeduren der Formensprache zu einer charakteristischen Artikulation.“(Weber 1994, S. 160.)Google Scholar
  51. 321.
    Das Modische herrscht über das Individuum, während der Stil ein gesellschaftliches Angebot ist, das der Einzelne entsprechend seiner Ausdrucksbedürfhisse anwendet (vgl. Weber 1994, S. 160).Google Scholar
  52. 322.
    Vgl. Schmitz 1994, S. 10. Dazu auch: „Es gibt kaum einen Bereich der europäischen Kultur, der in den letzten hundert Jahren seine konzeptionellen Grundannahmen und Modelle so häufig ausgetauscht zu haben scheint wie die Architektur; und kaum einen, bei welchem das Pendel so stark von einem Extrem in das andere ausgeschlagen hat.“(Lampugnani 1986, S. 8.)Google Scholar
  53. 323.
    Psychologische Untersuchungen beweisen, wie sehr die Vergangenheit Benehmen und Verhalten in der Gegenwart beeinflusst (vgl. Smith 1981, S. 11).Google Scholar
  54. 324.
    Vgl. Grütter 1987, S. 119–120. Weitere Beispiele in: Grütter 1987, S. 39–40, vgl. auch Eugen Leitherer: Industrie-Design. Entwicklung, Produktion, Ökonomie. Stuttgart 1991, S. 176.Google Scholar
  55. 325.
    Foster 1996, S. 253.Google Scholar
  56. 326.
    Zu dem Thema Mensch in der Architektur vgl. Ursula Seibold-Bultmann: Zwischen Tanz und Taumel. Der menschliche Körper als Modell für neue Architektur. Neue Züricher Zeitung, 29.03.2003.Google Scholar
  57. 327.
    „Während sich in früherer Zeit dominante Stile über Jahrhunderte halten konnten, haben sich im 20. Jahrhundert schon mindestens vier bis fünf prägende Stile herausgebildet. Heute scheinen sich diese Trends in immer kürzeren Abständen abzulösen, zu überlagern oder zu verdichten“(Bergmann 1994, S. 10).Google Scholar
  58. 328.
    In diese Überbegriffe können Stilrichtungen wie Strukturalismus, Poststrukturalismus, Retroavantgarde etc. eingeordnet werden. Diese Unterscheidung ist an der begrifflichen Bestimmung von Klotz angelehnt: „Das Miteinander einer Architektur der Einfachheit, die den Stadtkörper bestimmt, und einer dekonstruktivistischen, die im traditionellen Sinne die (unmonumentalen) Monumente der Stadt sein können, kennzeichnet das Programm der Zweiten Moderne.“(Heinrich Klotz: Architektur der Zweiten Moderne. Ein Essay zur Ankündigung des Neuen. Stuttgart 1999, S. 35.)Google Scholar
  59. 329.
    So werden zum Beispiel private Küchen im provenzalischen Landhausstil eingerichtet und Wohngebiete werden gezielt mit einem mediterranen Flair ausgestattet.Google Scholar
  60. 330.
    Als Beispiele für die vielfaltigen Einsatzgebiete von Theming sind zu nennen: das Bellagio Hotel &Casion in Las Vegas, der Bentley-Pavillon in der VW Autostadt Wolfsburg, das Jüdische Museum in Berlin, der Messestand Scape auf der Expo 2000 in Hannover und die Villa Gerl in Berlin Dahlem (nähere Ausführungen siehe Beeck 2002, S. 74–118).Google Scholar
  61. 331.
    Dieser Trend setzt auf die Einbeziehung des Nutzers in die Planung seines Wohn- oder Arbeitsraums, was als notwendige Auswirkung der zunehmenden Individualisierung gesehen wird.Google Scholar
  62. 332.
    Gelten Kopien im Westen seit der Industriellen Revolution als unkreativ, sind sie in Asien Teil einer Tradition des Lernens durch Nachahmen. Und anders als in Europa, wo Themenparks kommerzielle Vergnügungsstätten sind, vermischen sich in Asien Kommerz und Unterhaltung problemlos mit philanthropischen Zielen. So stellt Johanna Breidenbach fest: „Die asiatischen Themenparks spiegeln eigene kulturelle Belange und signalisieren eine subtile Machtverschiebung. Waren es bis vor kurzem westliche Staaten, die andere Länder in Büchern und Bildern darstellten, so ordnen die Téma Páku die Welt aus asiatischer Perspektive. Gerade chinesische Themenparks sind außerdem sehr ideologisch geprägt. Die nachgebauten Dörfer im ‚Grandiosen China‘ oder,Chinesischen Kulturdorf‘(beide in Shenzhen) zelebrieren zwar vordergründig die kulturelle Vielfalt der Volksrepublik, betonen aber zugleich die Überlegenheit der Han-Chinesen gegenüber den Minderheiten.“(Joana Breidenbach: Fast echt ist echt genug. In: Brand Eins. Wirtschaftswundermagazin. 2002, Nr.10, S. 173.)Google Scholar
  63. 333.
    Vgl. Jörg Häntzschel: Barbarella im Reich der Sinne. In: Süddeutsche Zeitung, 10.06.2003.Google Scholar
  64. 334.
    Silke Hohmann: In der Hand von Prada. In: Form 182. 2001, Nr. 6, S. 30–34.Google Scholar
  65. 335.
    In den 1990er Jahren herrschte der Minimalismus, wie der Flagship Store für Calvin Klein in Manhattan aus dem Jahr 1995 zeigt — ein materialreduziertes, cleanes avantgardistisches Shop-Design, das weltweit mit einheitlichen Corporate Identity Stores durchgesetzt wurde. Inzwischen sind Weiss,,clean‘und ‚cool‘ nicht mehr die Rahmenbedingungen, unter denen verkauft wird. Aktuellere Marken wie Prada versuchen Raumstimmungen zu kreieren. Bei Comme des Garcons in Mailand ist ein neuartiges Environment entstanden, das zwar auf dem strengen avantgardistische Architekturstil aufbaut, der jedoch durch komplexe Strukturen zu Landschaften ausdrucksstark zusammengesetzt wird. (Photomaterial siehe Philip Jodidio: Architecture Now! Köln u.a. 2002, S. 300–311.)Google Scholar
  66. 336.
    „Man will weg von der Abbildung der Gebäudefunktionen und von überlieferter architektonischer Bautypologie, hin zu Autonomie, Überhöhung, Sensation und Suggestion. Was heute zählt, ist der Wow!-Faktor.“(Otto Riewoldt: Marken-Zeichen. In: Architektur&Wohnen, 2001, Nr. 6, S. 154f).Google Scholar
  67. 337.
    Dabei lässt zusätzlich die Gestaltung der äußeren Architektur eigene Assoziationen und Interpretationen zu. So fragen sich Betrachter bei dem gewölbten, voluminösen und unifarbenen Bau „Ist es ein Wal, eine Muschel, ein gestrandetes Schiff?“(o.V.: Die Welt als Experiment. In: Business. Das E-Plus Magazin für Geschäftskunden. Ausg. 4, November 2002, S. 11 f. Diese Frage wurde in Zusammenhang mit der Interpretation der Betrachter der Gebäudehülle gestellt.) Hier wird eine metaphorische Ausdrucksfähigkeit gezielt eingesetzt.Google Scholar
  68. 338.
    Werner 1999, S. 31.Google Scholar
  69. 339.
    Die skulpturale Architektur arbeitet mit einer a-harmonischen Betontheit, ist ein anti-klassischer Appell und hat insofern auch eine dekonstruktive Charakteristik. Als Beispiel ist hier die Begegnungsstätte Wuppertal von Peter Busmann (1988–93) oder das Guggenheim-Museum von Frank O’Gehry zu nennen (vgl. auch Hans Frei: Minimal Diagram. Wege zu einer neuen Architektur. In: Archithese. Zeitschrift und Schriftenreihe für Architektur. 2001, Nr. 4, S. 18).Google Scholar
  70. 340.
    Hubertus Adam: Größte Einfachheit — größte Kunst? Das Minimale nach dem Ende der konsumkritischen Ära. In: Archithese. Zeitschrift und Schriftenreihe für Architektur. Nr. 4, 2001, S. 14.Google Scholar
  71. 341.
    Beispiele sind hier Frank O’Gehry: California 1982 und Vitra 1989, Rem Koolhaas mit OMA, Günther Behnisch, Coop Himmelblau 1988.Google Scholar
  72. 342.
    Diese und weitere Beispiele siehe Jodidio 2002.Google Scholar
  73. 343.
    Ernst Hubeli: Architektur, die aus dem Schatten kommt. Architektonische Spielräume innerhalb der neuen Medienwelt. In: Ullrich Schwarz: Neue Deutsche Architektur. Eine Reflexive Moderne. Ostfildern-Ruit 2002, S. 35.Google Scholar
  74. 344.
    Der Architekt Jon Jerde, der bekannt für seine Einkaufs- und Erlebniszentren ist, sieht Shopping Malls als Orte des sozialen Kontaktes und der Kommunikation.Google Scholar
  75. 345.
    Als Beispiele sind hier zu nennen der Sächsische Landtag in Dresden von Peter Kulka (1991–1993) oder die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg von Peter Kulka (1995–1998), in denen eine kühle Geometrie herrscht. Vgl. auch Klotz 1999, S. 9–13.Google Scholar
  76. 346.
    Beispiele sind hier Wortneuschaffungen wie Biotektur, Bionik, Bauökologie, Baubiologie, Nachhaltigkeit, Niedrigenergiehaus, Passivhaus oder Solararchitektur.Google Scholar
  77. 347.
    Näheres zu dem Regierungsviertel in Berlin siehe auch Kapitel 4.5.6.Google Scholar
  78. 348.
    „Hinzu kommt, dass die Globalisierungsprozesse,multikulturelle‘Lagen fördern, die sichtbare Identifizier-barkeiten eigener Kulturen ebenso in Frage stellen wie der in ihnen selbst sichtbare Pluralismus’.“(Tenbruck 1990, S. 49.)Google Scholar
  79. 349.
    „Die Transnationalisierung des Ortes wird als ein wesentliches Resultat jenes Prozesses begriffen, den wir pauschal als Globalisierung bezeichnen. Die eigene Kultur verliert ihre Selbstverständlichkeit und gilt nicht mehr unhinterfragbar als Weltordnung schlechthin. Sie ist nicht mehr quasi natürlich gegeben, sondern wird zur Aufgabe, zum Gegenstand des Denkens und Handelns. Wir nennen diesen Vorgang der Distanzierung das Reflexivwerden von Traditionen. Traditionsbestände und bislang implizite kulturelle Hintergrundsysteme werden explizit und thematisierbar.“(Ullrich Schwarz: A reflexive Modernism: Perspectives of Architecture at the Beginning of the 21st Century. In: www.neue-deutsche-architektur.de/moderne/2.htm am 16.01.2004.)Google Scholar
  80. 350.
    Die Globalisierungsdebatte in der Architektur hat ihren ersten Höhepunkt in den 1960er Jahren gefunden: in der Auseinandersetzung mit der klassischen Moderne und dem Internationalen Stil.Google Scholar
  81. 351.
    Eine Auseinandersetzung mit Retrostilen vgl. auch Arno Brandlhuber im Gespräch mit Nikolaus Kuhnert und Susanne Schindler: Die Versuchung des Populismus. In: Arch+. Zeitschrift für Architektur und Städtebau. 35. Jg. 2002, S. 25.Google Scholar
  82. 352.
    Vgl. Schwarz 2004.Google Scholar
  83. 353.
    Rudorff sah für den zu gründenden Bund insgesamt sechs Arbeitsfelder vor, wobei er an erster Stelle die Denkmalpflege, an zweiter „die Pflege der überlieferten ländlichen und bürgerlichen Bauweise sowie die Erhaltung des vorhandenen Bestandes“nannte. (Ernst Rudorff: Aufruf zur Gründung eines Bundes Heimatschutz. In: Deutscher Heimatbund (Hg.): Fünfzig Jahre Deutscher Heimatbund und Deutscher Heimatschutz. o.O. 1954, S. 62.) Außerdem zählte dazu: „3. Schutz der landschaftlichen Natur einschließlich Ruinen. 4. Rettung der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt sowie der geologischen Eigentümlichkeiten, 5. Volkskunst auf dem Gebiete der beweglichen Gegenstände. 6. Sitten, Gebräuche, Feste und Trachten.“(Abgedruckt u.a. in Karl Zuhorn: 50 Jahre Deutscher Heimatschutz und Deutsche Heimatpflege. Rückblick und Ausblick. o.O. o.J. (1954), S. 56–67.) So stellt auch heute Friedmann Schmoll den Wunsch nach Natur und Natürlichkeit in der Bevölkerung um 1900 fest: „Natur und Natürlichkeit wurde für eine wachsende Zahl von Menschen zum Schlüssel für eine als sinnvoll erfahrene Welt.“(Friedmann Schmoll: Erinnerungen an die Natur. Studien zur Geschichte des Naturschutzes um 1900. (Habil.) Tübingen 2001, S. 13.)Google Scholar
  84. 354.
    Vgl. Ernst Rudorff: Heimatschutz. 3. Aufl., München, Leipzig 1904, S. 19.Google Scholar
  85. 355.
    Ebd. S. 25Google Scholar
  86. 356.
    Vgl. hierzu Sigrid Hofer: Gebaute Heimat? Die Rolle der Architektur im Heimatschutz. Ziele, Möglichkeiten, Erfolge. In: Museumsdorf Cloppenburg (Hg.): Regionaler Fundamentalismus? Geschichte der Heimatbewegung in Stadt und Land Oldenburg. Oldenburg 1999, S. 100–117.Google Scholar
  87. 357.
    Bert Burger, Niels Gutschow, Karl-Jürgen Krause: Bebauungspläne und Ortssatzungen. Instrumente zur gestalterhaltenden Erneuerung historischer Stadtgebiete. Berlin 1978, S. 277.Google Scholar
  88. 358.
    Aldo van Eyck: Versuch, die Medizin der Reziprozität darzustellen (1960). In Gerd de Bruyn, Stephan Trüby (Hg.): Architektur_theorie.doc. Texte seit 1960. Basel, Bosten Berlin 2003, S. 36–41.Google Scholar
  89. 359.
    „Erst wenn wir unseren Ort verstehen, sind wir zu schöpferischer Teilhabe und Mitwirkung an seiner Geschichte fähig.“Dieses Zitat und Weiteres zum Thema Ort in: Christian Norberg-Schulz: Genius Loci. Electa Mailand 1979.Google Scholar
  90. 360.
    Vgl. Riegl 1988.Google Scholar
  91. 361.
    Peter Behrens: Was ist monumentale Kunst? In: Kunstgewerbeblatt. Jg. 20, Dezember 1908, S. 46.Google Scholar
  92. 362.
    Vgl. Hans Sedlmayr: Verlust der Mitte. Die bildende Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts als Symptom und Symbol der Zeit. Salzburg 1948.Google Scholar
  93. 363.
    Diese Meinung wird auch von Kramm geteilt: „Auch wenn der Anschein von Permanenz (Bauten sind dauerhaft, sie bestehen aus Beton, Stahl, Glas etc) immer stärker durch das immaterielle Erscheinungsbild abstrakter Systeme (digitale Bilder, Fernsehwelt etc) in Frage gestellt wird, verhält es sich faktisch eher umgekehrt. Die paradoxe Lage der Architektur im Medienzeitalter verschärft sich tendenziell zum Antagonismus — der Cyberspace ist kein Zuhause, er gefährdet den sozialen Zusammenhalt. Für die Architektur gewinnt daher die Besinnung auf ihre elementare identitätsstiftende Rolle wieder an Gewicht.“(Rüdiger Kramm: Expomedia Light-Cube. In: Intelligente Architektur. Ausg. 34, 2002, S. 45).Google Scholar
  94. 364.
    Experte im Bereich Markenkommunikation: Expertengespräch zum Thema Markenarchitektur am 12.08.2003.Google Scholar
  95. 365.
    O.V. Ausstellungen: Neue Deutsche Architektur. Eine reflexive Moderne. Wanderausstellung Berlin. In: Baumeister, Jg. 99, 2002, S. 18.Google Scholar
  96. 366.
    Eine Architekturdiskussion, die über mehrere Ausgaben der Zeitschrift Arch+ geführt wurde, beschäftigte sich mit dem Begriff der Zweiten Moderne (vgl. Nikolaus Kuhnert, Angelika Schnell: Die Moderne der Moderne. In: Arch+. Zeitschrift für Architektur und Städtebau. 1998, Nr. 143, S. 16).Google Scholar
  97. 367.
    Ullrich Schwarz: Neue Deutsche Architektur. Eine Reflexive Moderne. Wanderausstellung Berlin. In: Baumeister, Jg. 99, 2002.Google Scholar
  98. 368.
    Dabei hat die Zweite Moderne als theoretischer Ansatz in der Architektur noch keine Verbreitung, obwohl sich die Architektur nach Hubeli in einer Wirklichkeit bewegt, die dieser Theorie längst entspricht (vgl. Ullrich Schwarz: Neue Deutsche Architektur — eine Ausstellung. In: Ullrich Schwarz: 2002, S. 18). Dabei fanden auch in den Niederlanden, die als Spitze der westeuropäischen Architekturentwicklungen gelten, und in der Schweiz keine konzeptionellen Auseinandersetzungen statt.Google Scholar
  99. 369.
    Vgl. hierzu die Diskussion von Schwarz in: Ullrich Schwarz: Reflexive Moderne — nicht zum ersten Mal 10 Thesen. In: Arch+. Zeitschrift für Architektur und Städtebau. 35. Jg. 2002, Nr. 162, S. 6f.Google Scholar
  100. 370.
    Diesen Konflikt sieht man unter anderem zwischen der Moderne des „Deliriums von New York“(Surrealismus, Situationismus, Kulturrevolution der sechziger Jahre) und Moderne des „Maastrichter lite urbanism“(Neue Sachlichkeit, kalte persona, Systemtheorie).Google Scholar
  101. 371.
    Oder in den Worten von Schwarz: „Sie weiß keine überzeugende Alternative, aber sie vertraut auch nicht dem Lauf der Dinge. [...] An die Stelle des kindlichen Traums vom ‚anything goes‘tritt eine neue Verantwortlichkeit, die sich ihre Maßstäbe immer wieder selbst setzen muss.“(Schwarz 2002, S. 14).Google Scholar
  102. 372.
    O.V. in: Ullrich Schwarz: Neue Deutsche Architektur. Eine Reflexive Moderne. Ostfildern-Ruit 2002.Google Scholar
  103. 373.
    Durch die weitgreifende und umfassende Begriffsdefinition der Zweiten Moderne können somit Architekturtheoretiker wie Heinrich Klotz mit den soziologischen Ansätzen einer Reflexiven Moderne von Ulrich Beck und Anthony Giddens vereinigt werden.Google Scholar
  104. 374.
    Richard Rogers: Ein Plädoyer für die Moderne. Frankfurt a.M. 1993, S. 61.Google Scholar
  105. 375.
    Experte im Bereich Markenarchitektur: Expertengespräch zum Thema Markenarchitektur am 01.08.2003.Google Scholar
  106. 376.
    Vgl. Lampugnani 2000, S. 55f.Google Scholar
  107. 377.
    „Sie [die Reflexive Moderne] bezeichnet nicht nur die Absage an […] gesellschaftsprogrammatische Überforderungen, die Absage an die großen weltanschaulichen Erzählungen, sondern auch an die Absage, selbst etwas erzählen, etwas darstellen oder repräsentieren zu können.“(Schwarz 2002, S. 30).Google Scholar
  108. 378.
    Paul Valery: Eupalinos oder Der Architekt. Frankfurt a. Main 1973, S. 80.Google Scholar
  109. 379.
  110. 380.
    So legte der,Sonnengott’, wie Ludwig XIV. sich selbst bezeichnete, die Grundrisse des Schlosses in Versaille so aus, dass seine Person stets im Mittelpunkt des höfischen Geschehens war. Genauso wurden Besucher über Umwege auf seinem Anwesen zu seiner Person geführt, um die Macht des Sonnengottes vor Augen geführt zu bekommen.Google Scholar
  111. 381.
    William-Richard: Aphorismen. In: Julius Posener: Anfänge des Funktionalismus. Frankfurt a.M. 1964, S. 32.Google Scholar
  112. 382.
    Watzlawik/ Beavin/ Jackson 1980, S. 53. Das komplette Zitat lautet: “Man kann nicht nicht kommunizieren, da selbst Schweigen, Absonderung, Regungslosigkeit (Haltungsschweigen) oder irgend eine andere Form der Verneinung oder Vermeidung von Kommunikation selbst Kommunikation ist.” So formulierte Paul Watzla-wick in seinen meta-kommunikativen Axiomen.Google Scholar
  113. 383.
    „Wenn ein System von Zeichen in der Lage ist, einen geistigen Bezug zwischen mehreren Personen herzustellen, wenn seine Elemente relativ stabile Bedeutungen haben, auf verschiedene Weise kombinierbar sind und in ihren Kombinationen unterschiedliche sinnvolle Aussagen erlauben, wenn diese Aussagen außerdem von einer hinreichend großen Anzahl von Teilnehmern an einem Kommunikationsprozess gebildet und verstanden werden können, dann kann man diese Struktur als Text und als Artikulation von Sprache bezeichnen.“(Weber 1994, S. 158.)Google Scholar
  114. 384.
  115. 385.
    Vgl. Tabelle: Das System von Zeichen und der menschlichen Wahrnehmungsrezeptoren In: Linxweiler 1999, S.39.Google Scholar
  116. 386.
    Berthold Schwanzer: Die Erlebniswelt von Geschäften und Schaufenstern: die Werbewirkung der Architektur im Einzelhandel, dargestellt anhand von empirischen Untersuchungen. Wien 1988.Google Scholar
  117. 387.
    O.V.: Pressemitteilung. Architektur + Wahrnehmung. Interdisziplinäres Symposium. (Deutsches Architektur Museum DAM. Akademie der Architekten- u. Stadtplanerkammer Hessen, Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Wilhelmi Werke AG) 21.–22. 11.2002. Diese Auffassung vertritt die Ansprache der Erlebnisgesellschaft in der Diskussion um die Zweite Moderne, bei der Raum, Material, Erlebnis, Erfahren etc. im Vordergrund steht.Google Scholar
  118. 388.
    Näheres zur auditiven Wahrnehmung siehe Linxweiler 1999, S. 45f. Vgl. auch Hermann Linder. Biologie, Stuttgart, 1967 (1948), S. 180 oder Gernot Böhme: Über Architektur reden, Architektur wahrnehmen — Architektur machen. Vortrag im Rahmen der Veranstaltung: Architektur + Wahrnehmung. Interdisziplinäres Symposium. (Deutsches Architektur Museum DAM. Akademie der Architekten- u. Stadtplanerkammer Hessen, Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Wilhelmi Werke AG) 21.–22. 11.2002.Google Scholar
  119. 389.
    Näheres zur gustatorischen Wahrnehmung siehe Linxweiler 1999, S. 46–48.Google Scholar
  120. 390.
    Mit Hilfe der Gestaltpsychologie lassen sich die Sinnesorgane in zwei Hauptgruppen unterteilen: in diejenigen, die auf Distanz funktionieren, wie Sehen, Hören, und in jene, die direkten Kontakt erfordern, wie der Tastsinn, Riechen und kinästhetische Wahrnehmungen. Näheres zur Gestaltpsychologie siehe Linxweiler 1999, S. 40–45. Die Unterteilung ist der Grütters angelehnt (vgl. Grütter 1987, S. 18).Google Scholar
  121. 391.
    Die Wahrnehmung geschieht durch Sehen (82%), Hören (12%), Riechen (3%), Tasten (2%) und Schmecken (1%). Vgl. Wulff Winkelvoss: Architektur und Raum. Sehen und sichtbar machen. Stuttgart 1985, S.12.Google Scholar
  122. 392.
    Vgl. Hans-Ullrich Bitsch: Visuelle Wahrnehmung in Architektur und Design. Minden, Düsseldorf 1989, S. 11.Google Scholar
  123. 393.
    Abraham Moles: Informationstheorie und ästhetische Wahrnehmung, Köln, 1971 S. 89. Weitere Ausführungen zu diesem Thema in Grütter 1987, S. 20f.Google Scholar
  124. 394.
    Die physischen Auseinandersetzungen beschäftigen sich unter anderem mit dem räumliche Sehvermögen, der Empfindlichkeit der Netzhaut oder der Anpassungsfähigkeit der Pupille. Literaturangaben in: Pierre von Meiss: Vom Objekt zum Raum zum Ort. Dimensionen der Architektur. Basel, Berlin, Boston 1994, S. 34.Google Scholar
  125. 395.
    Vgl. Georg Felser: Werbung wirkt auch im Vorbeigehen. Verarbeitung von Werbebotschaften ohne Aufmerksamkeit. In: Mattenklott/ Schimansky 2001, S. 506–525.Google Scholar
  126. 396.
    Vgl. Georg Felser: Werbung wirkt auch im Vorbeigehen. Verarbeitung von Werbebotschaften ohne Aufmerksamkeit. In: Mattenklott/ Schimansky 2001, S. 506–525.Google Scholar
  127. 397.
    Im Deutschen heißt der Mere-Exposure-Effekt manchmal auch Kontakt-Affekt-Phänomen. Allerdings ist in der psychologischen Fachliteratur die englische Bezeichnung üblicher. Näheres zu Automatismus, theoretische Erklärung, Messung, Ressourcenmodell der Informationsverarbeitung etc. siehe Felser 2001, S. 506–525.Google Scholar
  128. 398.
    Experte im Bereich Markenkommunikation: Expertengespräch zum Thema Markenarchitektur am 12.08.2003.Google Scholar
  129. 399.
    Claus Dreyer: Über das Interpretieren von Architektur. In: Eduard Führ, Hans Friesen, Anette Sommer (Hg.): Architektur — Sprache. Buchstäblichkeit, Versprachlichung, Interpretation. Münster u.a. 1998, S. 33f. Dies auch in: Wolkenkuckucksheim 2. Jg. Cottbus 1997, H. 2, oder in: www.theo.tu-cottbus.de/wolke am 10.05.2003.Google Scholar
  130. 400.
    Dies bestätigt Experte im Bereich Markenkommunikation in dem Expertengespräch zum Thema Markenarchitektur am 12.08.2003.Google Scholar
  131. 401.
    Experte im Bereich Markenkommunikation: Expertengespräch zum Thema Markenarchitektur am 12.08.2003.Google Scholar
  132. 402.
    Vgl. Norberg-Schulz 1980, S. 50.Google Scholar
  133. 403.
    „Ein Zeichen oder Repräsentant ist etwas, das jemanden oder etwas in irgendeiner Weise oder Eigenschaft vertritt. Es ist an jemanden gerichtet, das heißt es schafft im Geist dieser Person ein äquivalentes oder vielleicht ein weiter entwickeltes Zeichen.“(Charles S. Peirce: Collected Papers. (Hg. A. W. Burks) Cambridge 1958. Zitiert aus Sipek 1980, S. 30).Google Scholar
  134. 404.
    Weitere Vertreter der europäischen Semiotik und Kultursemiotik sind Roland Barthes, Algirdas Greimas und Jurij M. Lotman. In dieser Arbeit wird der Ansatz Ecos verwendet, da er zum einen der bisher umfassendsten und detailliertesten Ansätze zur semiotischen Theorie und Praxis darstellt und zum anderen, da er sich mit so gut wie allen Bereichen der Kultur — und somit auch mit der für die Arbeit relevanten Architektur — befasst.Google Scholar
  135. 405.
    Eco 2002, S. 295.Google Scholar
  136. 406.
    Bei dem Code handelt es sich um Zeichensysteme, mit deren Hilfe die ästhetische Botschaft ausgedrückt und vermittelt werden kann.Google Scholar
  137. 407.
    Vgl. Sipek 1980, S. 56Google Scholar
  138. 408.
    Vgl. Hauser 1998, vgl. auch Weber 1994, S. 108–112.Google Scholar
  139. 409.
    Morris befürwortet die Anwendungen, die die Praxis des Zeichengebrauchs beschreiben. Eine angewandte Semiotik beschäftigt sich mit all jenen Phänomenen, die als Zeichen interpretiert werden können, mit den Interpretationsvorgängen selbst und mit dem Ergebnis dieser Interpretation (vgl. Charles W. Morris: Zeichen, Sprache und Verhalten. Düsseldorf 1973).Google Scholar
  140. 410.
    Dazu vgl. auch Kroehl 2000, S. 124f, oder Sipek 1980, S. 147–150. Über die genaue Definitionen dieser häufig verwendeten Begriffe gibt es verschiedene Auffassungen. Auf alle einzugehen würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Dagmar Steffen bezeichnet die Syntaktik als formalästhetische Funktion und die Semantik als zeichenhafte Dimension (vgl. hierzu Dagmar Steffen: Design als Produktsprache. Der ‚Offenbacher Ansatz‘in Theorie und Praxis. Frankfurt a.M. 2000, S. 34). Siehe dazu auch Jochen Gros: Einführung. Grundlagen einer Theorie der Produktsprache. Offenbach 1983, H. 1, S. 70.Google Scholar
  141. 411.
    Dies ist Grundvoraussetzung für jedes Gebäudes und entspricht der Ecoschen Denotation.Google Scholar
  142. 412.
    Diese entspricht der Ecoschen Konnotation. Denotation und Konnotation werden auch als ‚Bedeutung‘ und ‚Sinn‘übersetzt (vgl. Weber 1994. S. 191).Google Scholar
  143. 413.
    Näheres zu „Ordnung — Unordnung“etc. nachzulesen in: Meiss 1994, S. 43–103.Google Scholar
  144. 414.
    Vgl. Karl-Ludwig Spengemann: Architektur Wahrnehmen. Bielefeld 1993.Google Scholar
  145. 415.
    Vgl. ebd. S. 133. Ein kurzer Überblick über Eigenschaften von Formen gibt Grütter: Senkrechte und horizontale Linie werden den schrägen Linien vorgezogen. Im Gegensatz zur Geraden vermittelt die kurvenförmige Linien immer einen dynamischen Eindruck. Bei Flächen dominiert die konvex geformte den Körper, die konkav geformte Fläche dominiert den Raum. Beide Elemente in einem Bau können widersprüchliche Reizkonfigurationen ergeben, wie die Kirche in Ronchamp von Le Corbusier. Diese Dualität, die Synthese von Einladen und Abweisen, liegt dem Wesen dieser Kirche zugrunde und ist eine Grundeigenschaft jedes christlichen Sakralbaus: die Kirche als,Festung Gottes’, die für jeden offen steht. Der Kreis ist allseitig gleichwertig, hat ein klares Zentrum und ist somit eines der einfachsten Reizkonfigurationen, der auch im Bogen bruchstückhaft angewandt wird. Die elliptische Form hat eine Dynamik, die dem Kreis fehlt. Die dreidimensionale Ausprägung des Kreises findet in der Kugel statt, die als architektonische Form als Ganzes nur selten verwendet wird. Als Teile sind sie im Dachaufbau der Oper von Sydney von Jörn Utzon zu finden. Das Quadrat ist eine symbolische Form, wobei das Rechteck die meist gebrauchte Form der Architektur ist. Dreieck und Pyramiden sind statisch bestimmte Formen. (Näheres hierzu siehe auch Grütter 1987, S. 124–144). Zur grundlegenden Differenzierung können die begrifflichen Gegensatzpaare einfach — vielfältig, symmetrisch — asymmetrisch, im Gleichgewicht — aus dem Gleichgewicht, im Raster — aus dem Raster, einheitlich — unterschiedlich, deutlich — undeutlich etc. verwendet werden. (Unterteilung übernommen aus Steffen 2000, S. 38–54). Diese Begriffe können jedoch lediglich Tendenzen beschreiben, die die Formen der Architektur umsetzen kann.Google Scholar
  146. 416.
    Näheres nachzulesen in: Linxweiler 1999, S. 139–146 oder in Günther Fischer: Architektur und Sprache. Grundlagen des architektonischen Ausdruckssystems. Stuttgart, Zürich 1991, S. 52–86.Google Scholar
  147. 417.
    Bitsch 1989, S. 13–19. In der Moderne sollte alles messbar und erklärbar sein, das Rationale gewann Überhand über das Irrationale, wodurch auf bekannte Symbolik verzichtet wurde. Die Architektur war nun eine mehr oder weniger willkürlich festgelegte Form und konnte somit von der breiten Masse nicht mehr verstanden werden (vgl. Grütter 1987, S. 221).Google Scholar
  148. 418.
    Schmitt und Simonson haben anhand der frühen ästhetischen Kategorisierung des Kunstkritikers Heinrich Wölfflin zwischen zwei allgemeinen entgegengesetzten ästhetischen Stilen — Klassik und Barock — für das Marketing festgestellt, dass jedes Unternehmenselement anhand dieses einfachen Gegensatzpaares analysiert werden kann (vgl. Schmitt/ Simonson 2001, S. 223).Google Scholar
  149. 419.
    Dies stellt der Architekturtheoretiker Fischer fest. Zwischen Architektur und Sprache bestehen Strukturähnlichkeiten, wodurch es prinzipiell möglich ist, die Analysemethoden der Linguistik auf die Architektur anzuwenden (vgl. Fischer 1991, S. 50, und vgl. auch Kücker, S. 127).Google Scholar
  150. 420.
    Vgl. Giedion 1996 (Orig. 1976), S. 29.Google Scholar
  151. 421.
    Diese Gedanken unterstreicht Eco mit einem Beispiel anhand des Throns: „Ein Stuhl sagt mir vor allem, dass ich mich drauf setzen kann“(Eco 2002, S. 311), was der Denotation entspricht. Wenn der Stuhl aber ein Thron ist, so konnotierten entsprechende Insignien der Macht die,majestätische Würde’. Der elementare Gebrauch wird also denotiert, seine Modifikationen im sozialen Gebrauch werden konnotiert.Google Scholar
  152. 422.
    Vgl. Grütter 1987, S. 214f.Google Scholar
  153. 423.
    Dieser Meinung ist auch Sipek (vgl. Sipek 1980, S. 141 f).Google Scholar
  154. 424.
    Vgl. Spengemann 1993, S. 19, vgl. auch Wolfgang Leuschner: Unbewusstes Wahrnehmen und Bewerten -zur psychoanalytischen Theorie der Wahrnehmung. Vortrag im Rahmen der Veranstaltung: Architektur + Wahrnehmung. Interdisziplinäres Symposium. (Deutsches Architektur Museum DAM. Akademie der Architekten- u. Stadtplanerkammer Hessen, Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Wilhelmi Werke AG) 21.–22.11.2002.Google Scholar
  155. 425.
    Vgl. Birkigt/ Stadler/ Funck 1998, S. 295Google Scholar
  156. 426.
    Vgl. Dreyer 1997.Google Scholar
  157. 427.
    So war auch Jencks Ziel in der Postmoderne: „Ein geistreiches Gebäude ist eins, das uns ausgefallene, aber überzeugende Assoziationen gestattet“(Charles Jencks: Die Sprache der postmodernen Architektur. Stuttgart 1978, S. 44 (Orig.: The Language of Post-Modern Architecture, London 1978)).Google Scholar
  158. 428.
    Vgl. Moles 1971, S. 15.Google Scholar
  159. 429.
    Ullrich Schwarz: Semantische Potentiale in der Architektur. In: Arcus. 1983, Nr. 5, S. 219.Google Scholar
  160. 430.
    Vgl. Grütter 1987, S. 9.Google Scholar
  161. 431.
    Zwar konnten Archäologen anhand von Gebäudeüberresten aus vergangenen Zivilisationen feststellen, wie diese gelebt und produziert haben; und auch Anthropologen und Soziologen konnten, anhand von existierenden Gebäuden, soziale Strukturen und Verhältnisse von Kulturen studieren. Jedoch fehlt in beiden Fällen eine fundierte Einordnung (vgl. Per Olof Berg, Kristian Kreiner: Corporate Architecture: Turning Physical Settings into Symbolic Resources. In: Pasquale Gagliardi: Symbols and artifacts: Views of the corporate landscape. Berlin, New York 1990, S. 43).Google Scholar
  162. 432.
    Das sagt auch Bourdieu (vgl. Pierre Bourdieu u.a. (Hg.): Eine illegitime Kunst. Die spezialen Gebrauchsweisen der Photographie. Frankfurt a.M. 1981, S. 112).Google Scholar
  163. 433.
    Diesen Öffentlichkeitsbezug bestätigen Marketingexperten. „Man spricht automatisch die eigenen Kunden oder potentielle Kunden, als auch die breite Öffentlichkeit, die sich evtl. gar nicht so für die Marke interessiert, an und je nachdem, wie die städtebauliche Situation ist, hat man eine gesellschaftspolitische und städtebauliche Verantwortung, die man übernimmt. Man ist öffentlich.“(Experte im Bereich Markenkommunikation: Expertengespräch zum Thema Markenarchitektur am 15.07.2003).Google Scholar
  164. 434.
    Experte im Bereich Markenkommunikation: Expertengespräch zum Thema Markenarchitektur am 16.07.2003.Google Scholar
  165. 435.
    Vgl. Bernd Jürgen Warneken: Ver-Dichtung. Zur kulturwissenschaftlichen Konstruktion von,Schlüsselsymbolen’. In: Rolf Wilhelm Brednich, Heinz Schmitt (Hg.): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher Volkskundekongreß in Karlsruhe vom 25. bis 29. September 1995. Münster u.a. 1997, S. 549.Google Scholar
  166. 436.
    Walter Lippmann: Die öffentliche Meinung. Bochumer Schriften zu Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Reprint eines Publizistik-Klassikers. Bochum 1990 (erste dt. Ausg. 1964).Google Scholar
  167. 437.
    Vgl. Thomas Meyer: die Inszenierung des Scheins. Voraussetzungen und Folgen symbolischer Politik. Frankfurt a.M. 1992.Google Scholar
  168. 438.
    Vgl. ebd. S. 13.Google Scholar
  169. 439.
    Vgl. Meyer 1992.Google Scholar
  170. 440.
    Beispiele vgl. Gottfried Korff: Antisymbolik und Symbolanalytik in der Volkskunde. In: Rolf Wilhelm Brednich, Heinz Schmitt (Hg.): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher Volkskundekongreß in Karlsruhe vom 25. bis 29. September 1995. Münster u.a. 1997, S. 27–30.Google Scholar
  171. 441.
    Vgl. Rolf Wilhelm Brednich, Heinz Schmitt (Hg.): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher Volkskundekongreß in Karlsruhe vom 25. bis 29. September 1995. Münster u.a. 1997.Google Scholar
  172. 442.
    Vgl. Burkhart Lauterbach: Leben zwischen Sein und Schein. Symbolische Distinktionspraxis in der historischen Angestelltenkultur. In: Rolf Wilhelm Brednich, Heinz Schmitt (Hg.): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher Volkskundekongreß in Karlsruhe vom 25. bis 29. September 1995. Münster u.a. 1997, S. 68–79.Google Scholar
  173. 443.
    Vgl. Peter Niedermüller: Politik, Kultur und Vergangenheit. Nationale Symbole und politischer Wandel in Osteuropa. In: Rolf Wilhelm Brednich, Heinz Schmitt (Hg.): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher Volkskundekongreß in Karlsruhe vom 25. bis 29. September 1995. Münster u.a. 1997, S. 113–122.Google Scholar
  174. 444.
    Vgl. Niedermüller 1997, S. 114f.Google Scholar
  175. 445.
    Vgl. ebd. S. 117.Google Scholar
  176. 446.
    Wolfgang Kaschuba: Einführung in die Europäische Ethnologie. München 1999, S. 284.Google Scholar
  177. 447.
    Vgl. Fischer 1991, S. 14. Weitere Beispiele hierfür siehe Sibylle Kicherer: Industriedesign als Leistungsbereich von Unternehmen. München 1987, S. 151, oder auch Steffen 2000, S. 83.Google Scholar
  178. 448.
    Vgl. Kaschuba 1999, S. 185.Google Scholar
  179. 449.
    Vgl. Weber 1994, S. 213–215, oder vgl. Schulze 2000, S. 125. Dagegen haben instinktbedingte Konnotationen eher kulturübergreifenden Charakter, die aber hier nicht berücksichtigt werden. Die instinktbedingten befinden sich zum einen auf der physiologischen Ebene, die sich mit den unmittelbar berührenden, ästhetischen Inhalten beschäftigen, wie solcher mimischer oder sexueller Art. Zum anderen bestimmt hier der Trieb des Menschen Veränderungen herbeizuführen, so wie ihn das Unwahrscheinliche, Ungewöhnliche, Geheimnisvolle etc. anzieht. Hierzu zählen ebenso das Streben nach Ordnung, Harmonie und Symmetrie.Google Scholar
  180. 450.
    Der Begründer der modernen Sprachwissenschaft Ferdinand de Saussure ist der Meinung, dass ein Symbol niemals ganz beliebig ist, da es in Beziehung zu dem Bezeichneten steht (vgl. Ferdinand de Saussure: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft. Berlin, Leipzig 1931, S. 80). Die Waage als Symbol des Gleichgewichts könnte demnach nicht etwa durch irgend etwas anderes,wie einen Wagen, ersetzt werden. Neben diesem konkreten Inhalt, den es durch die ikonische Verweisfunktion erhält, kann ein Symbol jedoch auch einen weiter reichenden Inhalt vermitteln: so ist die Waage auch ein Symbol für Gerechtigkeit. Nach Meinung der Autorin kann ein Symbol jedoch auch einen abstrakten Inhalt, völlig unabhängig von der Form, vermitteln: Eine Ampel etwa vermittelt die Botschaft stehen zu bleiben, wobei die Form unabhängig von der Aussage gewählt wurde.Google Scholar
  181. 451.
    Vgl. dazu auch das von Korff angesprochene symbolanalytische Problem von Entstehungsgeschichte und Überlieferung von Symbolen und Symbolkomplexen, vor dem Hintergrund sozio-struktureller Bedingungen und ideologischer Zusammenhänge (Korff 1997, S. 23ff).Google Scholar
  182. 452.
    Bitsch hat festgestellt, dass symbolische Vorgänge menschliches Verhalten und Handeln wesentlich stärker determinieren als im Allgemeinen berücksichtigt wird (vgl. Bitsch 1989, S. 86).Google Scholar
  183. 453.
    Vgl. Korff 1997, S. 25ff.Google Scholar
  184. 454.
    Vgl. ebd. S. 23f.Google Scholar
  185. 455.
    Vgl. Warneken 1997, S. 551.Google Scholar
  186. 456.
    Nach Smith gibt es keinen objektiven Maßstab für symbolische Werte, wodurch die persönliche Meinung nicht als absolut hinzunehmen ist. (Vgl. Smith 1981, S. 11–13 oder vgl. Lampugnani 1986, S. 286.)Google Scholar
  187. 457.
    Vgl. Warneken 1997, S. 551.Google Scholar
  188. 458.
    Vgl. Hipp/ Seidl 1996.Google Scholar
  189. 459.
    Vgl. Meyer 1992, S. 23.Google Scholar
  190. 460.
  191. 461.
    In der Postmodeme stand sogar die ikonografïsche Dimension und somit die Symbolik im Vordergrund der Architekturtheorie, bei der die verwendeten symbolischen Elemente oftmals der Form, der Konstruktion und der Nutzung des Gebäudes widersprachen.Google Scholar
  192. 462.
    Näheres hierzu siehe Günter Bandmann: Mittelalterliche Architektur als Bedeutungsträger. Berlin 1978 (Orig. 1951).Google Scholar
  193. 463.
    Ein weiterer wichtiger Vertreter ist Venturi (vgl. Robert Venturi: Lernen von Las Vegas. Braunschweig 1979).Google Scholar
  194. 464.
    „Der Überfluss symbolischer Formen […], die Wiederbelebungsversuche der mittelalterlichen Piazza […] sind am Ende nur langweilig und schlagen aufs Gemüt. Das Ganze ist zuviel Architektur. Ein ganz normaler Bürobau, Geschoss auf Geschoss, wäre viel geeigneter für die Bedürfnisse der Stadtverwaltung.“(Venturi 1979, S. 175). Dazu vgl. auch Jencks 1978, oder Giedion 1996. Diese Abstraktion von realen Formen war ein wichtiges Ausdruckmittel der Avantgarde: es wurde nicht auf Ausdruck und Wirkung verzichtet, sondern lediglich auf kulturell geprägte Anteile, indem man sich auf elementare Formen fokussierte.Google Scholar
  195. 465.
    Bei einem Vergleich zweier Bauten stellt Venturi fest: „Durch seine Selbstbeschränkung auf unmittelbar evidente Formen rein architektonischer Elemente, das Denken nur in den Kategorien von Raum, Konstruktion und Nutzung, wurde dieser Expressionismus der modernen Architektur immer trockener, inhaltsleerer und langweiliger — schließlich beliebig, gleichgültig. Ironischerweise hat die moderne Architektur gerade durch die Austreibung alles direkt Symbolischen, aller frech und großspurig schmückenden Beigaben das gesamte Gebäude in ein einziges Ornament verwandelt.“(Venturi 1979, S. 122 und 192).Google Scholar
  196. 466.
    Näheres hierzu vgl. Moravánszky 2003, S. 369.Google Scholar
  197. 467.
    „Da, wo die architektonischen Dimensionen von Raum, Konstruktion und Nutzung durch eine alles zudeckende symbolische Gestalt in ihrer Eigenständigkeit aufgelöst und bis zur Unkenntlichkeit verändert werden.“(Venturi 1979, S. 104.)Google Scholar
  198. 468.
    Dieser Unterscheidungsansatz lässt sich auf weitere Gebäude anwenden: Im Haus der Küfer von Ledoux wurden alle vier Fassaden als Kreismotiv ausgebildet, die an die Metallringe für Salzfässer erinnern sollen. Die Wände bestanden aus palisadenähnlichen Säulen, die das Arbeitsmaterial dieser Berufsgruppe anzeigt (vgl. Andreas Uffelmann: Typologie und Architekturtheorie. Historische Typenkonzepte, Rationale Architekturtheorie, Architekturkritik. Frankfurt a.M. 1989, S. 22). Der Charakter der Gebäude besteht in der symbolischen Funktion, die assoziativ auf den Inhalt hinweisen, die Form steht in keiner Beziehung zur Funktion.Google Scholar
  199. 469.
    Diese Art der Symbolik beherrschte in Las Vegas den Raum: Die Stadt bestand in den 1970er Jahren aus großen Zeichen und kleinen Gebäuden. Die Zeichen am Highway vermittelten über alle Entfernungen hinweg getextete, symbolische Botschaften, kommunizierten einen Sinnkomplex aus Hunderten von Assoziationen in wenigen Sekunden durch weite Räume. Dabei wurden nach Venturi in dem Meer von Zeichen jedoch nur bekannten Zeichen wie die des Ölkonzerns Shell als „rettende Leuchttürme“erkannt (näheres siehe Venturi 1979).Google Scholar
  200. 470.
    Vgl. hierzu auch Andre Grabar: Martyrium. Paris 1946, oder E. Baldwin Smith: The Dome. Princeton 1950, oder vgl. Bandmann 1951.Google Scholar
  201. 471.
    Vgl. Lampugnani 1986, S. 221. Dazu stellt er fest: „Die Bauten der neuen ‚Rationalfaschisten‘ schüchtern ihre Bewohner und Benutzer mit intellektualistischen Gebärden ein, verhindern ihre Aneignung der gebauten Umwelt durch unberührbare, unveränderbare Formvollkommenheit, erniedrigen sie durch große Dimensionen. Gebaute Unterdrückung des Menschen durch den Menschen; gebauter Faschismus; faschistische Architektur.“(Lampugnani 1986, S. 216).Google Scholar
  202. 472.
    Vgl. o.V.: Kathedrale des Geldes. In: Ait. Architektur, Innenarchitektur, Technischer Ausbau. 2002, Nr. 12, S. 96–101.Google Scholar
  203. 473.
    Vgl. Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (Hg.): Demokratie als Bauherr. Die Bauten des Bundes in Berlin 1991–2000. Hamburg 2000, S. 17.Google Scholar
  204. 474.
    Vgl. ebd. S. 84–93.Google Scholar
  205. 475.
    Weitere Beispiele siehe Philip Jodidio: Architecture Now! Köln u.a. 2002, S. 23–25.Google Scholar
  206. 476.
    Adolf Hildebrand: Gesammelte Aufsätze. Strassburg 1909, S. 17–21 In: Ákos Moravánszky (Hg.): Architekturtheorie im 20. Jahrhundert. Wien, New York 2003, S. 48. Adolf Hildebrand (1847–1921) gehörte zu den ersten Theoretikern, die die Frage des Raumes in der Kunst diskutierten.Google Scholar
  207. 477.
    „Wenn wir von Architektur sprechen, reden wir doch eher von Immobilien, wodurch die Mobilität und Dynamik, die BMW ausmacht, eher schwierig durch Architektur zu vermitteln ist. Dynamische Formen kann man natürlich entwickeln… aber der Dynamik eines bewegenden Fahrzeuges entspricht das nicht.“(Experte im Bereich Markenkommunikation: Expertengespräch zum Thema Markenarchitektur am 12.08.2003.)Google Scholar
  208. 478.
    Durch Glas sollte die Offenheit und Transparenz einer Demokratie und die Nähe der Parlamentarier zu ihren Bürgern ermöglicht werden. Die großflächig verglasten Fassaden sollten das Innere,ehrlich‘zeigen anstatt es zu,kostümieren’. Durch eine Architektur aus Glas und Stahl sollte eine programmatische Metaphorik die parlamentarisch-politische Transparenz symbolisieren (vgl. Wefing 1995, S. 116).Google Scholar
  209. 479.
    Vgl. Oliver G. Hamm: Am Ende eines langen, steinigen Weges. Neuer Plenarbereich des deutschen Bundestages in Bonn. In: Bauwelt, 1992, H. 41, S. 2350.Google Scholar
  210. 480.
    Die Beleuchtung kann Innenräumen einen besonderen Charakter geben. So strahlen die Werke Palladios im Gegensatz zur dominierenden Strenge spätgotischer Kirchen Behaglichkeit und Wärme aus. Licht kann Illusionen schaffen und Stimmungen erzeugen. Näheres hierzu vgl. Grütter 1987, S. 194.Google Scholar
  211. 481.
    Grütter stellt fest:„Jeder Farbe wird eine psychologische Wirkung zugeschrieben. Diesen Wirkungen entsprechend erhielten die Farben oft auch eine symbolische Bedeutung: rot als die Farbe der Liebe, blau für Treue etc.“(Grütter 1987, S. 219.) Näheres zur Bedeutung von Farben in unterschiedlichen Kulturen siehe Joseph Sassoon: Color, Artifacts, and Ideologies. In: Pasquale Gagliardi: Symbols and Artifacts: view of the corporate landscape. Berlin, New York 1990, S. 169,183.Google Scholar
  212. 482.
    Die Gebäude in Bonn konzentrieren sich auf eine demonstrative Abgrenzung von der Neuen Reichskanzlei in Berlin (1937–1939), dem Olympiastadion in Berlin (1936) und dem Weltausstellungspavillon aus Paris (1937). Diese Zeit prägte das neue Bauen, das zum Symbol von Freiheit und Individualismus wurde und die Zugehörigkeit zum’ freien Westen’ symbolisierte (vgl. Warnke 1984, S. 12–15).Google Scholar
  213. 483.
    Vgl. Wefing 1995, S. 200.Google Scholar
  214. 484.
    Vgl. Bundesministerium 2000, S. 15.Google Scholar
  215. 485.
    Peter Lorenz: Delta-Schleife als Erkennungsmerkmal. In: www.architektur-online.at, am 19.02.2004.Google Scholar
  216. 486.
    Näheres hierzu vgl. o.V.: M-Preis. Architektur. Eine unserer Leidenschaften. In: www.mpreis/architektur.at, am 19.02.2004.Google Scholar
  217. 487.
    Vgl. Alois Riegl: Der moderne Denkmalkultus, sein Wesen und seine Entstehung. In: Georg Dehio, Alois Riegl: Konservieren, nicht restaurieren. Zeitschriften zur Denkmalpflege um 1900. Braunschweig, Wiesbaden 1988, S. 47.Google Scholar
  218. 488.
    Vgl. Peter Reichel: Berlin nach 1945 — eine Erinnerungslandschaft zwischen Gedächtnis-Verlust und Gedächtnis-Inszenierung. In: Hermann Hipp, Ernst Seidl: Architektur als politische Kultur. 1996, S. 273–298 und vgl. Frampton 1980, S. 175–191.Google Scholar
  219. 489.
    Vgl. Reichel 1996, S. 273–298.Google Scholar
  220. 490.
    Vgl.Wefmg 1995,S.87.Google Scholar
  221. 491.
    Vgl. ebd. S. 83f und vgl. auch Lampugnani 1986, S. 229.Google Scholar
  222. 492.
    Das amerikanische Kapitol, als das Zentrum der Weltpolitik, repräsentiert den Geist eines vereinten Amerika durch einen klassizistischen Stil und ist heute architektonischer Ausdruck von Harmonie und stiller Größe.Google Scholar
  223. 493.
    Vgl. Rudolf Wittkower: Englischer Neopalladianismus, Landschaftsgärten, China und die Aufklärung. In: Warnke 1984, S. 319.Google Scholar
  224. 494.
    Vgl. Smith 1981, S. 162.Google Scholar
  225. 495.
    Diese Feststellung basiert auf den Überlegungen in Kapitel 4.5.3 und 4.5.4.Google Scholar
  226. 496.
    Näheres zur Grande Arche de La Défense siehe Ernst Seidl: Monument im Dienst der Demokratie? In: Hermann Hipp, Ernst Seidl: Architektur als politische Kultur. Berlin 1996, S. 317f.Google Scholar
  227. 497.
    Ausgeklammert sind hier Gebäude mit kurzer Lebensdauer, wie zum Beispiel Blech- oder Holzhütten. Gemeint sind Gebäude aus Stein der Bundesrepublik, die über Generationen hinweg erhalten bleiben.Google Scholar
  228. 498.
    Vgl. Kaschuba 1999, S. 187 und vgl. auch Korff 1997, S. 11–30.Google Scholar
  229. 499.
    So stellt Kruft fest: „Architekturtheorie ist im Laufe der Geschichte in verschiedenem Ausmaß von politischen Ideologien geprägt, sie kann im extremen Fall in Ideologie umschlagen.“(Hanno-Walter Kruft: Geschichte der Architekturtheorie. Von der Antike bis zur Gegenwart, München 1985, S. 16, oder vgl. auch Vittorio Lampugnani: Architektur als Kultur. Die Ideen und die Formen. Aufsätze 1970–1985. Köln 1986, S. 214–258).Google Scholar
  230. 500.
    Experte im Bereich Markenarchitektur: Expertengespräch zum Thema Markenarchitektur am 01.08.2003.Google Scholar
  231. 501.
    Ein Markenarchitekt stellt fest: „Wenn Sie die Marke kennen und das Gebäude sehen, dann merken Sie, dass die beiden sehr gut zusammen passen. Da ist Kontext und das Gebäude richtig.“Experte im Bereich Markenarchitektur: Expertengespräch zum Thema Markenarchitektur am 01.08.2003.Google Scholar
  232. 502.
    Experte im Bereich Markenarchitektur: Expertengespräch zum Thema Markenarchitektur am 01.08.2003.Google Scholar
  233. 503.
    Vgl. Heribert Meffert: Internationale Markenstrategien. In: Heribert Meffert: Strategische Unteraehmensfuhrung und Marketing. Wiesbaden 1988, S. 292.Google Scholar
  234. 504.
    Berekoven 2001, S. 296.Google Scholar
  235. 505.
    Vgl. Sander 2001, S. 193.Google Scholar
  236. 506.
    Peter Koslowski: Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie in Hannover. Das Kulturvierte Unternehmen — Funktion und Bedeutung der Architektur im System der Corporate Identity. Ausgerichtet von der Bayerischen Architektenkammer am 16. März 1989 in München.Google Scholar
  237. 507.
    Experte im Bereich Markenkommunikation: Expertengespräch zum Thema Markenarchitektur am 12.08.2003.Google Scholar

Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Anne Bracklow

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