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Theoretische Perspektiven und Begriffsklärungen

  • Roy Langer

Zusammenfassung

In diesem Kapitel werden drei Grundpositionen im gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskurs über nationale Identität definiert. Bei diesen Grundpositionen handelt es sich um den in der Tradition der Nationalromantik verankerten Essentialismus, um den der historisch-materialistischen Tradition verpflichteten Realismus und schließlich um den Konstruktivismus. Ziel der Diskussion dieser Grundpositionen ist es, den Leser von einer konstruktivistischen Sichtweise auf das Phänomen “Nationalität” zu über­zeugen und damit die perspektivische Grundlage für die Beobachtung von Deutsch­landdarstellungen in dänischen Medien vorzustellen. Ich werde argumentieren, daß Nationalität vor allem ein rhetorisches Phänomen darstellt. Begründet werden kann der rhetorische Fokus damit, daß sich Diskurse über Nationalität historisch in und über die Konstruktion der Nationalsprache entfalteten (Inventio) und die Rhetorik des Nationalismus im Zuge dessen die konkurrierenden Paradigmen Religion und Ratio­nalität verdrängte. Denn weder aus Glauben gewonnene Offenbarung noch aus Ver­nunft gewonnene Gewißheit bestimmten und bestimmen Diskurse über Nationalität. Wohl wurde und wird sich immer wieder — und hier insbesondere in den nichtwissen­schaftlichen Diskursen nationaler Propaganda — auf Glaube und Vernunft berufen, letztlich sind auch dies allein rhetorische Strategien des Überzeugens (vgl. Finsen, 1998:3ff.). Eine Auffassung von Nationalität als rhetorische Konstruktion hat weitrei­chende Konsequenzen. Sie bedeutet nicht — dies wäre übereilt und unzutreffend anzunehmen — daß Nationalität weniger bedeutsam, weniger wirklich oder weniger sinnvoll ist. Sie bedeutet aber wohl, daß Nationalität eine Kategorie ist, die historisch und soziokulturell determiniert ist.

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© Deutscher Universitäts-Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2003

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  • Roy Langer

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