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Implikationen des kausalanalytischen Meßinstruments für Unternehmen und Forschung

  • Anja Karina Herrmann

Zusammenfassung

Nachdem der Prozeβ der Modellentwicklung erfolgreich abgeschlossen ist, gilt es im folgenden zu erläutern, wie das entwickelte Kausalmodell zur Vorhersage des Kaufverhaltens bei Functional Food-lnnovationen anzuwenden ist. In diesem Zusammenhang stellt sich zunächst die Frage, wann — d.h. in welcher Phase der Innovationsentwicklung — das Meβinstrumentarium zur Befragung von relevanten Konsumenten zum Einsatz kommen sollte. Grundsätzlich besteht in Literatur und Forschung Konsens darüber, daβ zwischen dem Erfolg einer Innovation und der Einbindung von Kunden in den Innovationsprozeβ ein positiver Zusammenhang besteht.590 Dabei stellt sich allerdings die Frage, in welcher der sechs Phasen der Innovationsentstehung, zu denen die Ideenfindung, die Produktkonzepterstellung, die Projektdefinition, die Entwurfserstellung, die Prototypenbewertung und -auswahl und die Markteinführung zählen, eine Einbeziehung von Kunden am erfolgswirksamsten ist. Hinsichtlich dieser Problematik hat eine Studie von Gruner gezeigt, daβ die Kundeneinbindung nur in den ersten und in den letzten beiden Phasen des Innovationsprozesses sinnvoll erscheint. Die vorletzte Phase, in der bereits ein (oder mehrere) Prototypen vorliegen, erwies sich dabei hinsichtlich des Innovationserfolgs am geeignetsten.591 Obwohl die zitierte Studie branchenspezifisch anhand einer Fokussierung auf den deutschen Maschinenbau durchgeführt wurde, ist aus folgenden Gründen zu vermuten, daβ ihre Ergebnisse auf die Lebensmittelindustrie übertragbar sind: In der von Gruner durchgeführten Untersuchung zeigte sich die Prototypen-Phase als am erfolgversprechendsten, da befragte Konsumenten in dieser Phase bereits sehr genaue Vorstellungen über das relevante neue Produkt bilden können und daher in der Lage sind, präzise Angaben zu ihrer Wahrnehmung und ihrem Eindruck hinsichtlich des Prototyps zu machen.

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Notes

  1. 590.
    Vgl. u.a. Rothwell/Freeman et al. (1974); Cooper (1979), S. 124 ff.; Maidique/Zirger (1985), S. 299 ff.; Cooper (1990), S. 413 ff.Google Scholar
  2. 591.
    Vgl. Gruner (1997); Gruner/Homburg (1999), S. 134 f.Google Scholar
  3. 592.
    Vgl. Homburg/Gruner(1999), S. 134.Google Scholar
  4. 593.
    Groβe Unternehmen verfügen über eigene Pools an Personen, aus denen je nach Produkt zielgruppenadäquate Konsumenten ausgewählt werden. Für kleinere Unternehmen empfiehlt sich die Inanspruchnahme des Verbraucherpools eines Marktforschungsinstituts.Google Scholar
  5. 594.
    Vgl. zu direkter und indirekter Messung der TORA-Konstrukte Kapitel III-1.2.1.; Kapitel III-1.5.Google Scholar
  6. 595.
    Für den Prozeβ der in dieser Arbeit vorgenommenen Modellentwicklung wurde auf die indirekte Messung u.a. deshalb verzichtet, weil sie zu einer nicht unwesentlichen Verlängerung des Fragebogens führt. Da im Zuge des Modellentwicklungsprozesses aber Indikatoren aus dem Modell eliminiert wurden und sich dadurch die Länge des Fragebogens verkürzt hat, können zusätzliche produktspezifische Items aufgenommen werden, ohne den Fragebogenumfang wesentlich zu verlängern. Hinsichtlich weiteren mit der indirekten Messung verbundenen Problemen vgl. Kapitel III-1.2.1.Google Scholar
  7. 596.
    Vgl. Frey/Stahlberg/Gollwitzer(1993), S. 373.Google Scholar
  8. 597.
    Vgl. Kapitel IV-4.6.1.Google Scholar
  9. 598.
    Vgl. Kapitel II-2.5.Google Scholar
  10. 599.
    Vgl. Frey/Stahlberg/Gollwitzer (1993), S. 372 f. sowie die dort aufgeführten Studien; Sparks/Shepherd/Frewer(1995), S. 267 ff.+Google Scholar
  11. 600.
    Vgl. Kapitel III-2.1.Google Scholar
  12. 601.
    Vgl. Kapitel III-2.1.Google Scholar

Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Anja Karina Herrmann

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